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Mehmet Ekici durchlief alle DFB-Jugend-Teams und spielt jetzt für die Türkei © getty

Ekici trifft mit Werder auf seinen Ex-Verein Nürnberg. Der Türke ist noch nicht in Bremen angekommen. Doch Schaaf glaubt an ihn.

München - Fünf Millionen Euro für ein Tor und zwei Vorlagen - rein rechnerisch hat Werder Bremen mit Mehmet Ekici bislang ein schlechtes Geschäft gemacht.

Der teuerste Transfer des Jahres ist bilanztechnisch eine Fehlinvestition - noch.

Denn obwohl Ekici vor dem Heimspiel des Bundesliga-Fünften am Samstag (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen die Ex-Kollegen vom 1. FC Nürnberg erneut nicht in der Startformation zu finden sein wird, wird man an der Weser nicht müde, an den Durchbruch des 21-Jährigen zu glauben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schaaf hat noch Hoffnung

"Es ist normal, dass ein junger Spieler Zeit braucht, um sich umzustellen. Dass ein junger Bursche sofort funktioniert, ist nicht die Norm", verteidigt Trainer Thomas Schaaf sein Sorgenkind.

Und auch Geschäftsführer Klaus Allofs will den gebürtigen Münchner nach acht Monaten im grün-weißen Trikot noch nicht abschreiben: "Es ist eine schwierige Phase für ihn, aber wir haben Geduld und entziehen ihm nicht das Vertrauen."

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Aber manchmal hat es den Anschein, als ob sich der türkische Nationalspieler fast selbst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entzieht.

Ekici schweigt

"Vielleicht denkt man in solchen Situationen einfach zu viel nach", mutmaßt Mannschaftskapitän Clemens Fritz.

Ekici selbst wollte vor der Partie gegen die Franken keine Stellung zu seiner Person beziehen: "Es geht doch immer nur um dasselbe. Von daher ist es besser, nichts zu sagen."

Ekici, in Bremen mit erst einem Bundesliga-Einsatz über 90 Minuten, hat das Pech, an seinen Vorgängern auf der Zehnerposition in der Hansestadt gemessen zu werden.

Vergleiche mit Diego und Özil

Diego, seinerzeit ebenfalls 21 Jahre alt, war sofort eine Riesenverstärkung für die Bremer, Özil brauchte ein halbes Jahr, um sich fußballerisch beim einstigen Europapokalsieger zu integrieren

Diesen Anspruch zumindest hat der Mittelfeldspieler bislang nicht erfüllen können.

Drei Tore und neun Vorlagen für die Nürnberger sind längst Geschichte, aus Werder-Sicht fast schon verwelkter Lorbeer.

Junuzovic als Entlastung

Und so hat man in der Winterpause eine personelle Alternative geschaffen:

Zlatko Junuzovic von Austria Wien ist ein Spieler, der in die Rolle Ekicis schlüpfen kann, allerdings wie auch Marko Marin mit einer etwas anderen Spieldefinition.

Noch kann Ekici verhindern, in der Erinnerung als Fehleinkauf in die Bremer Fußballgeschichte einzugehen. Aber das Zeitfenster scheint sich langsam zu schließen.

Um diese fatale Entwicklung zu stoppen, braucht der Wackelkandidat auch eine stabile Gesundheit, woran es zuletzt durchaus haperte: Leistenprobleme und eine hartnäckige Bauchmuskelzerrung verhinderten phasenweise ein geregeltes Training.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

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