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Klaas-Jan Huntelaar (l.) erzielte in 45 Bundesligaspielen bisher 26 Tore © getty

Die Münchner wollen gegen Schalke aus der Krise raus und setzen auf Geschlossenheit. Doch Torjäger Huntelaar macht S04 Mut.

Von Florian Pertsch und Marc-Oliver Robbers

München - Offiziell läuft das Duell FC Bayern - Schalke 04 (So., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) unter dem Stichwort Tabellendritter gegen -vierter.

Siegt Schalke, sind die "Knappen" Zweiter. Auch Bayern würde mit einem Erfolg an Gladbach vorbeiziehen, bei einem Remis würde rein tabellearisch alles beim Alten bleiben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Doch tatsächlich geht es für beide Teams um viel mehr als um die Platzierung nach dem 23. Spieltag.

"Dieses Spiel ist richtungsweisend für beide Mannschaften. Wer verliert, wird höchstwahrscheinlich aus dem Titelrennen ausscheiden", erklärt Olaf Thon im Gespräch mit SPORT1.

"Denn ich gehe davon aus, dass Dortmund gewinnen beziehungsweise nicht verlieren wird." Tabellenführer BVB muss am Sonntag gegen Hannover bestehen.

"Heynckes wird nicht frühzeitig gehen"

2009 gewann Schalke in München und sorgte so mit für den Rauswurf von Trainer Jürgen Klinsmann.

Dass Schalke wie damals wieder derart die Geschicke der Bayern beeinflusst, glaubt Thon nicht..

"Das wird sicherlich nicht passieren, dass Jupp Heynckes frühzeitig gehen muss, egal wie es ausgeht", stellt er fest.

Thon spielte sowohl für den FC Bayern als auch für Schalke 04, er weiß also bestens welche Emotionen die Partie zwischen den beiden Traditionsklubs freisetzen kann.

Der Ex-Nationalspieler benennt klar die Problemzone der Roten. "Die Achillesferse der Bayern ist, wie so oft, die Abwehr. Da sind sie nicht stabil genug."

(Bayern vs. Schalke bei "Doppelpack - Fußball-Analyse Live": So., ab 16 Uhr im TV auf SPORT1)

Redebedarf beim FC Bayern

Sowohl die Bayern als auch die "Knappen" haben anstrengende Tage hinter sich.

Der Rekordmeister musste die Wogen nach der Niederlage im Champions-League-Achtelfinalhinspiel in Basel glätten und Schalke machte sich in der Europa League das Leben mit der unnötigen Verlängerung gegen Pilsen selber schwer (AKTUELL: Alarmstufe Rot bei Bayern).

Am Ende stand aber ein 3:1-Sieg und der Einzug ins Achtelfinale.

[kaltura id="0_xwkxfbyd" class="full_size" title="Heynckes: "Wir waren zu sorglos""]

Breitner optimistisch

An der Säbener Straße in München herrschte ein ausgeprägter Redebedarf, Trainer Heynckes nahm sich in die Pflicht und forderte das Team zu neuer Geschlossenheit auf.

"Ich fürchte nicht um die Saisonziele", formulierte Heynckes zugleich optimistisch, denn gerade in der Meisterschaft könne noch alles Mögliche passieren (EINWURF: Der ratlose Herr Heynckes).

"Ich bin ein optimistischer Mensch, ich sehe das Spielerpotential und ich sehe die Gesamtsituation."

Ähnlich argumentiert Bayern-Scout Paul Breitner, der zwar von der Leistung ebenfalls nicht begeistert war, in der "tz" aber weit weniger schwarz sieht als so manch anderer.

"Wir haben nicht verloren, weil wir Basel unterschätzt haben, sondern weil das Team die Leistung nicht abrufen konnte. Ich gehe davon aus, dass sich die Mannschaft ganz schnell berappelt. Das Weiterkommen ist für mich kein Thema", meinte der ehemalige Leitwolf des FCB.

Ein Anführer des aktuellen Teams geht ebenfalls davon aus, dass der Rekordmeister schnell zurück in die Spur findet.

"Das Ergebnis in Basel gibt den Spielverlauf nicht wieder. Ich habe vom Engagement bis Leidenschaft alles gesehen", sagte Philipp Lahm nach der 0:1-Pleite in der Schweiz.

Torgarant Huntelaar beflügelt Schalke

Engagement musste auch der Gegner aus Gelsenkirchen verstärkt aufbringen, als er am Donnerstag gegen Pilsen zum Nachsitzen verdonnert wurde.

Besonders ernst nahm diese Eigenschaften Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, der das Weiterkommen mit den Pflichtspieltoren 32, 33 und 34 im Alleingang besorgte.

Manager Horst Heldt nötigte dieser Leistung ein Sonderlob ab: "Ich habe dafür 16 Jahre gebraucht. Ich glaube, es waren 34 Tore in 16 Jahren."

Der Niederländer hat für seine Top-Form ein ganz simples Erfolgsgeheimnis und verkündet forsche Pläne.

Härtetest für Hildebrand

"Wenn du im Kopf frei bist, glücklich und froh, dann kannst du alles machen. Erst kommen die Preise für das Team, dann die Auszeichnungen für die Spieler und jetzt will ich Mario Gomez überholen", gewährt der Stürmer Einblick in sein Seelenleben.

Der "Hunter" ist jedenfalls motiviert, natürlich auch, weil er gegen seinen ehemaligen Kollegen "Manu (Manuel Neuer Anm. d. Red.) endlich treffen will".

Für Keeper Hildebrand, der von der Verletztenmisere im Schalker Tor profitiert, ist es der erste echte Härtetest.

Der ehemalige Stuttgarter ist nach der Europapokal-Partie zuversichtlich: "Es wird ein ganz anderes Spiel. Gegen Bayern heißt es, die komplette Mannschaft so gut wie möglich auszuschalten und eventuell ein, zwei Konter zu fahren."

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