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Uli Hoeneß hat als Bayern-Manager noch Vertrag bis Ende des Jahres © getty

Uli Hoeneß geht in sein letztes Jahr als Bayern-Manager: Von Amtsmüdigkeit ist beim 57-Jährigen dennoch nichts zu spüren.

Dubai - Für Uli Hoeneß ist es sein letztes Jahr als Manager bei Bayern München - doch der 57-Jährige hat auch nach knapp 30 Jahren im Amt nicht vor, sich auf sein Altenteil zurückzuziehen.

Entsprechend angriffslustig zeigte sich Hoeneß auch im Trainingslager des deutschen Meisters.

Auch in Zukunft will sich Hoeneß in seiner geplanten Rolle als Präsident und Vorsitzender des Aufsichtsrats beim FC Bayern keine Zurückhaltung auferlegen und sich weiter ins Tagesgeschäft einmischen.

"Weiter eng bei der Mannschaft"

"Mein Vertrag läuft noch bis zum 31. Dezember. Aber ich werde danach nicht pensoniert. Ich werde weiterhin sehr aktiv und eng bei der Mannschaft sein."

"Ich werde weiter das tun, was für den FC Bayern gut ist. Man kann diese Aufgabe so oder so angehen. Ich werde sie so angehen", sagte Hoeneß in Dubai mit einem Seitenhieb auf "Kaiser" Franz Beckenbauer, dessen Nachfolge er antreten soll.

Dass es möglicherweise zu einer Verlängerung seiner Manager-Tätigkeit kommt, glaubt der Weltmeister von 1974 nicht.

Abschied endgültig

"Wir machen weiter, so wie es geplant ist", sagte Hoeneß. Nur wenn der FC Bayern in besonderem Ausmaße von der Finanzkrise tangiert werden würde, "wäre das ein Pfund. Aber auch dann könnte ich in meiner neuen Funktion nachhelfen".

Zu den Spekulationen über mögliche Nachfolger - gehandelt wurden schon Oliver Bierhoff, Oliver Kreuzer, Oliver Kahn oder Christian Nerlinger - wollte sich Hoeneß nicht äußern:

"Wir werden rechtzeitig sagen, wer die Arbeit macht."

Kampfansage in Richtung Hoffenheim

Noch macht sie Hoeneß - und das kämpferisch wie eh und je. "Bayern wird Meister, wir sind schon gefühlter Herbstmeister", sagte er in Richtung Hoffenheim.

Dafür gebe es "unglaublich viele Argumente". Allerdings wollte der Bayern-Manager in der Kontroverse mit dem kessen Neuling kein weiteres Öl ins Feuer gießen:

"Wir sind alle gut beraten, wenn wir uns alle wieder auf Fußball konzentreiren. Diese Giftpfeile bringen uns nicht weiter, das hat auch Dietmar Hopp erkannt."

Bayern auf dem richtigen Weg

Seinen FC Bayern sieht Hoeneß, seit 1979 Manager beim Rekordmeister, mit Trainer Jürgen Klinsmann (Porträt) auf dem richtigen Weg.

Man habe sich zunächst sortieren müssen. "Wenn man am Anfang in das Leistungszentrum gekommen ist, war das wie in einem Bienenschwarm. Jetzt ist das eine Oase der Ruhe und Zufriedenheit", meinte der 57-Jährige.

Auch Klinsmann habe trotz allen Engagements und aller Vehemenz inzwischen verinnerlicht, "dass man nicht alles 100 Prozent analysieren kann.

Er kann auch mal Fünfe gerade sein lassen. Er wollte Rom in zwei Monaten erbauen, aber das ging nicht".

"Anpassungsprozess beendet"

Inzwischen sei "der Anpassungsprozess beendet". Deshalb geht Hoeneß auch "sehr zuversichtlich" in die Rückrunde, zumal der FC Bayern schon zuletzt "sehr starke Leistungen" abgeliefert habe.

Auch in Dubai arbeite die Mannschaft "unglaublich konzentriert" auf die Ziele hin: "Es wird sehr hart gearbeitet, aber Jürgen gibt auch die nötigen Freiheiten. Das ist eine gute Mischung."

Ob die Mannschaft schon den Geist von 2001 besitzen würde, als der FC Bayern die Champions League gewann, konnte Hoeneß jedoch nicht beantworten: "So ein Geist entwickelt sich nicht in Dubai, sondern bei den Schlachten auf dem Platz."

Vertrauen in das Team

Deshalb wollte er sich auch mit Prognosen in Bezug auf die Champions League nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen.

"Ich hoffe sehr, dass wir das Viertelfinale erreichen. Wir dürfen Sporting Lissabon nicht auf die leichte Schulter nehmen. Danach warten nur noch Granaten. Das wird eine Frage der Tagesform", erklärte der Bayern-Manager.

Um dann anzufügen: "Aber eines ist klar: Ich traue unserer Mannschaft an einem guten Tag zu, dass sie jeden schlagen kann."

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