vergrößernverkleinern
Lukas Podolski gewann 2008 mit dem FC Bayern Meisterschaft und DFB-Pokal © imago

Auch der genesene Podolski kann die Derby-Pleite gegen Leverkusen nicht verhindern. Der FC steckt mitten im Abstiegskampf.

Köln - Rudi Völler meinte es nur gut.

Aber der freundschaftliche Klaps nach dem Schlusspfiff konnte Lukas Podolski auch nicht trösten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Kölner Star hatte sich bei seinem Comeback 90 Minuten lang gegen die Derby-Pleite gestemmt, doch am Ende standen die Geißböcke beim 0:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen (Bericht) zum fünften Mal in diesem Jahr mit leeren Händen da.

Die Leistung und die ausgedünnte Personaldecke lassen nicht nur Trainer Stale Solbakken ("Köln hat den richtigen Trainer") Böses ahnen: "Wir stehen vor schweren Wochen." 522863(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

"Poldi" lobt die Mannschaft

Immerhin machte die Vorstellung der nach vielen Ausfällen neu formierten Mannschaft Podolski Mut.

"Die Jungs haben ihre Sache sehr gut gemacht. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, auch wenn wir keine Punkte haben", sagte der Nationalspieler, der nach seiner Bänderverletzung zum ersten Mal seit Januar wieder auf dem Platz gestanden hatte.

"Der Fuß ist okay, sonst hätte ich nicht gespielt. Ich wollte im Derby spielen, das war mir wichtig", erklärte der 26-Jährige.

Podolski stützt Solbakken

Podolski stellte sich zudem vor seinen Coach.

"Es kann nicht immer am Trainer liegen. Ich kann mich erinnern, dass der Trainer geholt wurde, hier etwas aufzubauen. Diese Zeit sollte man ihm lassen", erklärte Podolski, dessen Zukunft weiter offen ist:

"Wir kennen es aus den letzten Jahren, es hat sich nicht viel verändert - es geht gegen den Abstieg, und da sind wir mittendrin."

Solbakken lobte seinen zweiten Anzug mit Odise Roshi in der Startformation, Rückkehrer Andrezinho oder Martin Lanig bei seinem Debüt als Innenverteidiger und stellte klar:

"Wir haben eine Mannschaft, die zusammen steht. Es ist ein Test für den Verein, wie stark der Verein ist. Kann man zusammen stehen in dieser Zeit? Kann man Spieler schützen?"

Riether gegen Hoffenheim gesperrt

Nachdem gegen Leverkusen Kapitän Pedro Geromel (Wadenprobleme) ebenso wie Ammar Jemal (Faserriss im Oberschenkel), Kevin Pezzoni (Nasenbeinbruch), Henrique Sereno (Adduktorenprobleme) und Miso Brecko (5. Gelbe Karte) fehlten, muss Köln in der kommenden Woche am Sonntag in Hoffenheim den dann gesperrten Kapitän Sascha Riether (5. Gelbe Karte) und den zur Pause angeschlagen ausgewechselten Milivoje Novakovic ersetzen.

"Ich sage nicht, dass die fünf Niederlagen etwas mit Glück oder Pech zu tun haben, aber im Moment haben wir kein Glück. Nicht eine Situation, wie bei Lukas' Chance in der ersten Hälfte, läuft für uns", sagte Solbakken.

Der Trainer ärgerte sich auch über Schiedsrichter Felix Brych aus München, der nach einer Attacke des Bayer-Schlussmanns Bernd Leno gegen Podolski (33. Minute) nicht auf Elfmeter entschieden hatte:

"Wenn das nicht im Strafraum passiert, ist es zu einhundert Prozent ein Freistoß. Aber der Schiedsrichter hatte nicht den Mut, den Elfmeter zu geben", sagte der Norweger.

Dutt zufrieden

Leverkusens Trainer Robin Dutt freute sich dagegen über ein Spiel, dass seine Mannschaft "wunderbar im Griff" hatte und in dem es "Ball und Gegner laufen" ließ.

Der Doppelpack des überragenden Lars Bender (16./50.) vor 46.500 Zuschauern im nicht ausverkauften RheinEnergie-Stadion sorgte für Bayers zweiten Sieg in Folge nach dem 4:1 gegen den FC Augsburg und beschert auch dem zwischenzeitlich umstrittenen Dutt ein bisschen mehr Ruhe.

"Vielleicht konnten wir heute die Fans zurückgewinnen, die wir nach der Niederlage im Hinspiel verloren haben", sagte Dutt.

Zu Hause war Bayer gegen stark auftrumpfende Kölner noch mit 1:4 untergegangen.

Gegenüber SPORT1 gab sich Gonzalo Castro in dieser Hinsicht zuversichtlich: "Wir haben gezeigt, dass wir noch da sind. Wenn wir gut spielen und weiter gewinnen, kommt die Ruhe von ganz alleine."

Bender ganz bescheiden

Matchwinner Bender gab sich gewohnt bescheiden.

"Als Mittelfeldspieler schießt man eher selten Tore, darum ist der Sieg natürlich doppelt schön für mich", sagte der dreimalige Nationalspieler, der erstmals zusammen mit seinem Zwillingsbruder Sven von Meister Borussia Dortmund für das Länderspiel gegen Frankreich nominiert wurde.

Ein besonderes Lob gab es von Bayers Sportdirektor Rudi Völler: "Ich bin froh, dass ich heute nicht mehr Nationaltrainer bin und mich auch zwischen den beiden Bender-Brüdern entscheiden muss."

Immerhin hatte Völler mal Lukas Podolski zum Nationalspieler gemacht. Selbst wenn das am Samstag auch kein Trost für "Prinz Poldi" war.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel