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Otto Rehhagel war vor seinem Engagement in Berlin bis 2010 griechischer Nationaltrainer © getty

Nach der Augsburg-Pleite sieht auch Rehhagel Hertha im Abstiegskampf angekommen. Eine Fehler-Analyse bleibt aus.

München/Augsburg - Dieses Comeback hatte er sich anders vorgestellt. 522863(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

Statt die Negativserie von Hertha BSC Berlin zu stoppen, führte Neu-Coach Otto Rehhagel die Berliner noch tiefer in den Tabellenkeller. (521372DIASHOW: Die ältesten Trainer der Bundesliga-Historie)

Erstmals in dieser Saison steht der Hauptsatdtklub auf dem Relegationsplatz - und Rehhagel wirkte nach der deutlichen 0:3-Pleite beim FC Augsburg (Bericht) fast schon desillusioniert.

"Wir haben zumeist versucht, die Dinge spielerisch zu lösen", sagte der 73-Jährige zu den Gründen für die Niederlage. Im Abstiegskampf müsse man aber kämpfen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gründe für die Niederlage

Im Interview spricht Rehhagel außerdem über seine Rückkehr auf die Trainerbank und die größten Probleme bei seinem neuen Arbeitgeber.

Frage: Herr Rehhagel, wie haben Sie sich nach Ihrer Rückkehr auf die Trainerbank gefühlt?

Otto Rehhagel: In der ersten Halbzeit ging?s mir noch gut. Nachher ging?s mir schlechter!

Frage: Warum ging Ihr Bundesliga-Comeback nach fast zwölf Jahren derart gründlich daneben?

[kaltura id="0_hgkrep0v" class="full_size" title="Rehhagels wilde Woche"]

Rehhagel: Augsburg hat gefightet wie die Löwen. Sie wussten, wenn sie verlieren, kommen sie in schwere Nöte. Wir haben zumeist versucht, die Dinge spielerisch zu lösen. In der zweiten Halbzeit hat uns Augsburg den Schneid abgekauft, danach ging's nicht mehr. Den Leuten, die spielerisch gut sind, muss man sagen, dass es gegen den Abstieg nur Kampfspiele gibt.

Frage:Wie aber kann es sein, dass es solche Defizite noch gibt? Die Lage ist doch nicht erst seit dieser Niederlage bedrohlich...

Rehhagel: Wir müssen jetzt alle begreifen, dass wir im Abstiegskampf sind. Wir sind jetzt auf dem Relegationsplatz. Es gibt aber trotzdem keine Schuldzuweisungen. Manche haben vielleicht gedacht, man gewinnt in Augsburg leicht, aber ich wusste, dass es schwer wird. Das Spiel können wir jetzt nicht mehr gewinnen. In sechs Tagen geht es gegen Werder Bremen. Darauf müssen wir uns vorbereiten und aus den Fehlern lernen.

Frage: Wieso ist es diesmal noch nicht gelungen, die Wende herbeizuführen?

Rehhagel: Wir sind nicht der FC Bayern München. Es ist klar, dass wir nicht spielen wie der FC Barcelona. Die Mannschaft hat lange Zeit kein Spiel gewonnen. Wir müssen jetzt aber endgültig aufwachen. Wir sind jetzt endgültig da angekommen, wo wir praktisch keine Zeit mehr haben. Wir müssen einfach kämpfen und fighten, um mal wieder einen Sieg zu landen.

Frage: Weshalb haben Sie Peter Niemeyer ausgewechselt? Kurz nach dessen Auswechslung fielen die ersten beiden Tore.

Rehhagel: Ich habe Niemeyer ausgewechselt, weil er nicht richtig ins Spiel gekommen ist und weil er ein kampfstarker Spieler ist. Nach der Gelben Karte habe ich gedacht, wenn er noch mal Gelb bekommt, sind wir in Unterzahl. Und in Unterzahl kannst du fast nicht mehr gewinnen.

Frage: Reicht die Qualität der Mannschaft Ihrer Meinung nach aus, um die Klasse zu halten?

Rehhagel: Ich hoffe es.

Frage: Ist Ihnen der Optimismus, mit denen Sie die Arbeit in Berlin aufgenommen hatten, schon abhanden gekommen?

Rehhagel: Das will ich nicht sagen. Ich weiß ja, worauf ich mich eingelassen habe.

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