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Flügelflitzer Franck Ribery (l.) spielt seit 2007 beim FC Bayern München © getty

Am Ende ist Schalke mit zwei Gegentoren gegen Bayern gut bedient - und die Münchner dank Ribery wieder auf dem Weg nach oben.

Aus der Allianz Arena berichten Mathias Frohnapfel und Thorsten Mesch

München - Der FC Bayern hat sich angesichts der ersten ernsten Saisonkrise geschüttelt, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Jupp Heynckes entfachten ein Donnergrollen - und die beabsichtigte Wirkung ist eingetreten.

Die Münchner besiegten nach einer couragierten Vorstellung Tabellennachbar Schalke 04 mit 2:0 und kletterten an Gladbach vorbei auf Platz 2 (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein glänzend aufgelegter Franck Ribery trickste und schoss die Bayern fast in Eigenregie zum Sieg, traf sowohl kurz vor als auch kurz nach der Pause (37., 56.).

Ribery: "Sind wieder dabei"

"Wir waren sehr aggressiv von Anfang an, haben ein gutes Pässchen gespielt und viele Torchancen herausgespielt", bilanzierte Heynckes: "Vor dem Tor waren wir nicht so ruhig und clever wie gewohnt. Aber wir haben das Spiel insgesamt dominiert."

Ribery, der sich mit seinem Coach vor dem Spiel ausgesprochen hatte, meinte: "Wir haben gut reagiert. Wir sind wieder dabei. Wir müssen jetzt alles gewinnen und darauf warten, dass Dortmund Fehler macht."

Kroos nur Ersatz

Heynckes ließ etwas überraschend den bisherigen Lieblingsschüler Toni Kroos auf der Bank, stattdessen begann Thomas Müller auf der Zehn.

Gemeinsam mit Ribery und Arjen Robben bildete er die offensive FCB-Dreierreihe, davor sicherten David Alaba und Luiz Gustavo ab, Anatoliy Tymoshchuk war dagegen nur Ersatz.

Die Schalker hatten nach dem 3:1-Erfolg über Viktoria Pilsen noch von Donnerstag 120-Minuten aus der Europa League in den Beinen, begannen aber mutig.

Kapitän Benedikt Höwedes, der weiterhin mit Gesichtsmaske spielen muss, testete schon nach zwei Minuten per Kopf seinen Ex-Teamkollegen Manuel Neuer 522863(DIASHOW: Der 23. Spieltag).

Bayern vergeben gute Chancen

Doch danach bemächtigten sich die Bayern mehr und mehr des Spiels. Vor allem Ribery war an fast jeder Offensivaktion beteiligt, rannte mit Karacho die linke Seite hoch und runter.

Ideal setzte er so Müller ein, allerdings parierte Timo Hildebrand ebenso sehenswert (7.). Und der ehemalige Nationalkeeper, derzeit nach Lars Unnerstalls Verletzung Nummer eins im Tor von Königsblau, durfte auch in weiteren Szenen sein Können zeigen.

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Ein weiteres Mal fand etwa Müller in ihm seinen Meister (30.) genauso wie wenig später Robben (31.).

"Böse" wollte Bayern-Boss Rummenigge sein Team ab sofort sehen, hatte er nach dem 0:1 in der Champions League in Basel gefordert.

Die Münchner gaben einiges, um das umzusetzen, liefen leidenschaftlich, auch wenn die Kombinationen anfangs nicht höchstes Tempo erreichten. Bayern steigerte sich aber.

Neuer rettet mit starkem Reflex

Und nichtsdestotrotz hätte es mit einer Führung für Schalke in die Pause gehen können. Mit einer Glanztat rettete aber Manuel Neuer gegen einen wuchtigen Kopfstoß von Christoph Metzelder (36.).

Der Gegenstoß der Bayern nach dieser Ecke war dann lehrbuchmäßig: Gustavo passte über 50 Meter auf Ribery, der den Ball über den herausgeeilten Hildebrand lupfte und aus 22 Metern das 1:0 erzielte (37.).

Mit der Führung im Rücken drehten die Bayern furios auf, hatten vor der Pause noch zwei Großchancen. Jedoch bugsierte Holger Badstuber den Ball aus zwei Metern neben statt ins Tor (42.) und auch Müller machte es aus guter Position nicht besser.

Nach der Halbzeit ging es turbulent weiter: Denn binnen 60 Sekunden hätten beide Teams treffen können. FCB-Keeper Neuer ärgerte sich jedenfalls maßlos, dass Joel Matip frei vor ihm auftauchen konnte, dessen Schuss landete aber nur am Außennetz (46.).

Auf der Gegenseite donnerte Badstubers Kopfball an die Latte.

Stevens: Dank an Hildebrand

"Bayern war heute die bessere Mannschaft und hat verdient 2:0 gewonnen", sagte Schalke-Coach Huub Stevens: "Wir haben gut angefangen, aber das Gegentor aus einem Konter kassiert. Möglicherweise ist dem auch ein Foul vorausgegangen. Wir hatten auch unsere Chancen, aber Bayern war klar besser. Ein Dank an Timo Hildebrand, dass wir nur 0: 2 verloren haben. Wir sind froh, dass wir an vierter Stelle stehen."

Gomez ohne Fortune

Mario Gomez gelang es nicht, im Torjägerduell mit Klaas-Jan Huntelaar (beide 18 Treffer) vorzulegen. Der Bayern-Stürmer wirkte glücklos, hatte wohl auf dem rutschigen und nassen Boden die falsche Schuhe gewählt, rutschte öfter weg.

Zudem versagten ihm frei vor Hildebrand die Nerven (49.).

Die Bayern-Möglichkeiten kamen jetzt fast im Minutentakt, auch Robben spielte mannschaftsdienlich, holte sich gar auch Bälle am eigenen Strafraum.

Das 2:0 legte dann Ribery nach. Sein Schuss aus zehn Meter wurde noch leicht von Kyriakos Papadopoulos abgefälscht.

Dem quirligen Franzosen war es egal, frenetisch feierte er mit den Teamkollegen seinen zehnten Saisontreffer.

Wechsel beleben S04-Spiel nicht

In der Folge dominierten die Bayern das Spiel, Stevens vermochte auch mit der Hereinnahmen von Obasi (für Julian Draxler) und Lewis Holtby (für Matip) die Offensive nicht zu beleben.

Stattdessen jubelten die Bayern, allerdings umsonst. Olic stand nach Freistoß von Robben knapp im Abseits (73.), Thomas Müllers Kopfball fand so keine Anerkennung.

Die Münchner musste letztlich der Situation nicht hinterhertrauerten: Mit einem verdienten Sieg befreiten sie sich nach dem 0:0 in Freiburg und dem 0:1 gegen Basel fürs erste aus der Krise und verpassten Verfolger Schalke einen gehörigen Dämpfer.

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