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Borussia Dortmund feierte gegen Hannover den siebten Sieg in Serie © getty

Dortmund lässt sich gegen Hannover nicht beirren und marschiert weiter. Den Triumph widmet Blaszczykowski Pechvogel Bender.

Von Raphael Weber, Thorsten Langen- bahn und Christian Arias Losada

München - Erst mit dem eigenen Sieg in der Tasche gönnte sich Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc den Blick auf die Konkurrenz.

Denn statt sich über das Ergebnis von Verfolger Bayern München gegen Schalke (Bericht) zu informieren, sollte die volle Konzentration dem eigenen Team gelten.

"Wichtig war, dass wir 3:1 gewonnen haben", stellte Zorc nach dem Sieg gegen Hannover (Spielbericht) bei LIGA total! klar.

"Wir" - das ist das entscheidende Wort in dieser Aussage. Beim BVB schaut man nicht rechts und nicht links, mit den Scheuklappen eines Teams, das nicht auf andere schauen muss, gehen die Dortmunder unbeirrt ihren Weg weiter. Und wie! "70 Minuten lang war das extrem gut", erklärte Zorc.

Gegen Hannover blieb das Team zum sage und schreibe 17. Mal in Folge unbesiegt und feierte gar den siebten Sieg hintereinander. Der Vereinsrekord ist damit eingestellt. 522863(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

Rekord? Kein Thema!

Rekord? Das habe er gar nicht gewusst, erklärte Lukasz Piszczek im Gespräch mit SPORT1: "Wir schauen nicht auf die Statistik."

Viel wichtiger war die Leistung des Teams, an der der Pole entscheidend beteiligt war: Das 1:0 durch Landsmann Robert Lewandowski, der mittlerweile bei Saisontor 16 angekommen ist, bereitete er durch seinen Steilpass mustergültig vor.

Beim entscheidenden 3:1 lupfte er Joker Ivan Perisic einen schnell ausgeführten Freistoß gedankenschnell in den Lauf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Jakub Blaszczykowski, der dritte Teil der polnischen Matchwinner-Troika, setzte mit seiner überragenden Vorbereitung des 2:0 von Lewandowski einen weiteren Glanzpunkt.

Schlimmes Deja-vu für Bender

Es hätte alles so perfekt sein können für den BVB, wäre da nicht schon in der 6. Minute das schlimme Deja-vu für Sven Bender gewesen.

Erst im November hatte er sich in der Champions League gegen Arsenal einen doppelten Kieferbruch zugezogen und fiel lange aus.

Dieses Mal erwischte es die Nase des Mittelfeldabräumers. Nachdem Mame Biram Diouf ihn unglücklich mit dem Schuh im Gesicht traf, musste Bender blutend vom Platz.

"Übeltäter" Diouf, der nach dem Zusammenstoß vom BVB-Publikum gnadenlos bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde, entschuldigte sich sofort und erklärte bei SPORT1: "Ich bin zum Ball gegangen und habe ihn nicht gesehen. Es tut mir leid, aber das passiert im Fußball."

Neben Hannovers Trainer Mirko Slomka eilte ihm auch BVB-Coach Klopp zur Verteidigung: "Das war natürlich keine Absicht, um Himmels Willen! Einfach eine sehr unglückliche Situation."

Zumindest hatte Bender offenbar Glück im Unglück. Zwar wurde er am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert, der Verdacht auf Nasenbeinbruch bestätigte sich jedoch nicht.

Möglicherweise gelingt Bender erneut eine Blitzheilung: Am 3. Februar zog er sich gegen Nürnberg eine Bänderverletzung zu, stand eine Woche später gegen Leverkusen aber schon wieder auf dem Platz.

Ein Sieg für "Manni"

Allerdings berichtete "Augenzeuge" Jakub Blaszczykowski bei LIGA total!: "Ich war bei dieser Szene nah dran. Das sah nicht gut aus. Ich hoffe, dass 'Manni' richtig schnell wieder gesund wird. Wir haben diesen Sieg heute für 'Manni' geholt!"

Weil sich Sebastian Kehl zu allem Überfluss auch noch seine 5. Gelbe Karte abholte und damit gegen Mainz definitiv nicht spielen kann, wird es ansonsten nämlich dünn im BVB-Mittelfeld.

Für Ilkay Gündogan, der Bender ordentlich vertrat, dürfte dann sich die nächste Bewährungschance bieten.

Dass er ohne Aufwärmen direkt ins kalte Wasser geworfen wurde, entpuppte sich für den Ex-Nürnberger als Glücksfall: "Das muss nicht immer unbedingt schlecht sein. Man hat gar nicht Zeit, großartig darüber nachzudenken, sondern kriegt nur noch vom Trainer kurz die Aufgaben gestellt. Dann geht es schon auf den Platz und man konzentriert sich nur auf das Spiel."

Lieber andere reden lassen

Konzentration ist und bleibt auch das Stichwort beim BVB. "Das Gerede um die Meisterschaft interessiert uns nicht. Uns interessiert Fußball - über alles andere können andere quatschen", sagte Klopp bei "Sky".

Zumindest sei die Tabellenführung inklusive gehaltenem Vier-Punkte-Abstand auf die Bayern "eine Momentaufnahme, die wir genießen, gestand Gündogan ein, "aber es gibt noch jede Menge Spiele und jede Menge Punkte zu vergeben."

Das Mantra der Selbstfokussierung hat auch der Sommer-Neuzugang aus Nürnberg natürlich längst verinnerlicht.

Hannover wird bestraft

Wenig erfreulich verlief das Spiel für die Hannoveraner, die zum ersten Mal seit neun Ligaspielen wieder als Verlierer vom Platz gingen.

"Wenn du gegen Dortmund solche Fehler machst, wirst du bestraft", analysierte Mohammed Abdellaoue bei SPORT1: "In der ersten Hälfte hätte es auch drei oder vier zu null stehen können."

Keeper Ron-Robert Zieler war bemüht, der Niederlage etwas Positives abzugewinnen: "Trotz des Rückstands haben wir nicht zurückgesteckt und sind im Spiel geblieben

Didier Ya Konans Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:2 blieb letztendlich nur Ergebniskosmetik, das anschließende Anrennen wurde nicht belohnt.

Trotz der Niederlage müsse man "realistisch bleiben" erklärte Jan Schlaudraff und stellt gleichzeitig klar: "Das wird uns nicht umwerfen."

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