Toni Schumacher legt sich auf einen Zweikampf fest. Bei den Keller-Klubs nimmt er die Trainer in Schutz, Rehhagel versteht er nicht.

Hallo Fußball-Fans,

Mit Verlaub - Schalke hat sich aus dem Titelrennen verabschiedet. Und es sieht trotz der starken Gladbacher nach einem Zweikampf Bayern und Dortmund aus.

München und Ribery haben die richtige Antwort auf die schlechten Vorstellungen in Freiburg und Basel gegeben.

Aber mein Favorit ist nach wie vor Borussia Dortmund. Ihre erstaunliche Bilanz spricht Bände: Die letzten sieben Spiele hat der BVB gewonnen. Seit 17 (!) Spielen ist der Klub ungeschlagen - meisterlich!

Ganz anders drei große Vereine im Bundesligakeller: Hertha BSC, der 1. FC Köln, und Lautern - drei Traditionsklubs zum wiederholten Mal in der Krise.

Dabei ist Otto Rehhagels Aussage, dass er nichts mehr zu verlieren hat, sondern bereits alles gewonnen hat, für mich nicht nachvollziehbar.

Wenn Otto einen Job in der Bundesliga annimmt, muss er wissen, dass es nicht nur um seine persönlichen Erfolge in der Vergangenheit geht. Dafür kann sich Berlin nichts kaufen.

Fußball ist ein Tagesgeschäft. Da musst du dich immer wieder erfolgreich beweisen. Und Hertha braucht dringend Punkte im Abstiegskampf.

Logisch, Otto kann keine Wunder vollbringen. Und dies hat der Auftritt in Augsburg eindrucksvoll bewiesen. Doch ein Absturz in die 2. Liga wäre auch ein Image-Verlust für Rehhagel. Der für Hertha wäre sicher gewaltiger.

Doch für jede Krise gibt es bei jedem Verein Verantwortliche.

Da es in Berlin, Köln und Kaiserslautern nicht die erste in den letzten Jahren ist, können es bei allen Teams nicht allein die Trainer sein, die Schuld am Sport-Dilema haben. Die Fehler bei Einkäufen, Investitionen und Einschätzungen haben die obersten Klub-Macher zu verantworten.

Da fehlt mir bei einigen Teams in der Bundesliga wirkliche Klasse und Nachhaltigkeit bei den Machern.

Apropos Klasse. Die muss in diesem Jahr die Nationalmannschaft bei der EM in der Ukraine und Polen endlich mit einem Titel beweisen.

Ab Mittwoch ist für Jogi Löw EM! Frankreich ist der letzte richtige große Test vor dem Turnier. Das Team muss sich wie zuletzt weiter Respekt bei den Top-Teams und EM-Mitfavoriten verschaffen. Denn eine Selbstverständlichkeit wird der Titel für den DFB nicht.

Dafür gibt es zu viele Fragezeichen: Schweinsteiger ist nicht nur bei den Bayern der Taktgeber. Wenn er ausfällt, oder durch seine vielen Verletzungen nicht in EM-Topform kommt, wird dies auch Löw zu spüren bekommen.

Vorne haben wir mit Klose und Gomes nur zwei Topstürmer. Wehe, da fällt einer aus. Ich will für die Nationalelf auch hoffen, dass Mario Götze rechtzeitig zu seiner überragenden Leistung zurückfindet.

Hummels, Mertesacker, Badstuber, Boateng - ein herausragendes Innenverteidiger-Paar sehe ich bisher auch nicht.

Wir sind noch lange nicht Europameister

Euer Toni Schumacher

Der frühere Weltklasse-Torhüter Toni Schumacher arbeitet ab sofort wieder als Bundesliga-Kolumnist für SPORT1 und ist zudem TV-Experte bei LIGA total! Als Profi wurde der zweifache Fußballer des Jahres Deutscher Meister mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund, dreimal DFB-Pokalsieger und türkischer Meister mit Fenerbahce Istanbul. In seinen 76 Länderspielen gewann der heute 57-Jährige den EM-Titel 1980 und wurde zweimal Vize-Weltmeister.

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