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Borussia Dortmund ist seit über fünf Monaten in der Bundesliga ohne Niederlage © getty

Der Meister ist auch von Verletzungsproblemen nicht aufzuhalten - dank starker Bankspieler und einer Herausforder-Mentalität.

Von Tobias Wiltschek und Christian Arias Losada

München/Dortmund - Die gute Nachricht kam wieder aus der medizinischen Abteilung der Dortmunder.

Sven Bender hat sich beim Sieg gegen Hannover 96 (Bericht) zwar Prellungen und Blutergüsse im Gesicht zugezogen, die Befürchtung eines erlittenen Nasenbeinbruchs bestätigte sich aber nicht (News).

Und erneut macht das Wort von einer möglichen "Blitzheilung" die Runde. Schon am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Mainz könnte der Mittelfeldspieler womöglich schon wieder mitwirken.

Wundersame Rückkehr

Zuvor schon waren in dieser Saison Bender selbst und - vor dem Hannover-Spiel - auch Shinji Kagawa nach schweren Verletzungen auf fast wundersame Weise viel früher als erwartet auf den Platz zurückgekehrt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Auch in dieser Hinsicht präsentiert sich der BVB meisterlich.

Nach dem 3:1-Sieg am Sonntag gegen das Team von Mirko Slomka haben die Dortmunder nun vier Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Bayern 522863(DIASHOW: Der 23. Spieltag).

Neun Siege in Serie

Dazu stellte die Mannschaft mit dem siebten Bundesliga-Sieg in Folge den Vereinsrekord ein. Berücksichtigt man auch den Erfolg über Fortuna Düsseldorf im Pokal-Achtelfinale nach Elfmeterschießen, weist der BVB jetzt schon neun Siege in Serie auf.

Von der Titelverteidigung spricht in Dortmund aber immer noch keiner. "Wir haben ja gesagt, was unser Ziel ist. Und das ist es, nächstes Jahr wieder international zu spielen", sagte Marcel Schmelzer bei SPORT1.

"Wir haben genau das vor, damit wir uns nächstes Jahr besser präsentieren können als dieses Jahr", so der Linksverteidiger über das frühe Aus in der laufenden Champions-League-Saison.

22 Punkte Vorsprung auf Platz acht

Ein besonders ehrgeiziges Ziel ist Europa allerdings nicht - bei immerhin 22 Punkten Vorsprung auf Platz acht. Aller Voraussicht nach reicht aufgrund der Konstellation im DFB-Pokal ja selbst Rang sieben zum Einzug in die Europa League.

Warum aber sollten die Borussen auch plötzlich von der Meisterschaft reden, wenn sie bislang auch ohne das "M"-Wort in den Mund zu nehmen seit genau 17 Spielen ungeschlagen sind?

Und so kann Trainer Jürgen Klopp weiter zufrieden feststellen, dass sich sein Team nicht wie eine "Spitzenmannschaft" verhalte, "sondern wie ein ultimativer Herausforderer".

"Wie sie sich in die Zweikämpfe reinschmeißen, als hätten sie seit fünf Jahren kein Spiel mehr gewonnen, das finde ich gut", freute sich der BVB-Coach.

Gündogan ersetzt Bender

Auch die Ersatzspieler geben alles für den Erfolg der Mannschaft. Selbst Ilkay Gündogan, der schon als Fehleinkauf abgestempelt wurde, zeigte als Ersatz für den früh verletzten Bender eine mehr als ordentliche Leistung.

Er fügt sich ein in das funktionierende Gesamtgebilde Borussia - ein weiteres Plus des amtierenden Deutschen Meisters. Wie vor ihm schon vertraten Moritz Leitner, Ivan Perisic oder auch Jakub Blaszczykowski die Stammspieler auf ihren Positionen ohne Qualitätsverlust.

Selbst der lange unzufriedene Lucas Barrios stellt sich mittlerweile wieder voll in den Dienst der Mannschaft und glänzte auch als Einwechselspieler.

Götze-Verlust nicht bemerkbar

Dass Shootingstar Mario Götze seit Dezember kein Bundesligaspiel mehr bestritten hat, fällt so überhaupt nicht ins Gewicht.

Auf seine starke Bank wird Klopp auch in den kommenden Spielen vertrauen, in denen es "gegen brutal starke Mannschaften" geht, wie der 44-Jährige behauptet. Mainz, Augsburg und Bremen sind die nächsten Aufgaben.

Lewandowski auf der Kippe

Kapitän Sebastian Kehl fällt wegen seiner fünften Gelben Karte gegen Mainz definitiv aus, der Einsatz von Robert Lewandowski ist fraglich.

Der Pole, der zusammen mit seinen Landsleuten Blaszczykowski und Lukasz Piszczek beim Sieg gegen Hannover grandios aufspielte, leidet an Muskelbeschwerden im Oberschenkel.

Es würde jedoch überraschen, wenn die Blitzheilungs-Spezialisten nicht auch ihren Torjäger wieder rechtzeitig hinbekommen würden.

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