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Jubeltraube: Die Bayern freuen sich über den Befreiungsschlag gegen Schalke © getty

Nach dem Schalke-Sieg träumt Bayern-Präsident Hoeneß schon wieder vom Triple. Sportchef Nerlinger von der "richtigen Antwort".

Von Thorsten Mesch und Mathias Frohnapfel

München - Uli Hoeneß war schon wieder vollauf begeistert.

"Man kann mit der Mannschaft von A bis Z zufrieden sein. Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, hatten wahnsinnig viele Torchancen, haben sehr aggressiv und variabel gespielt", lobte der Präsident des FC Bayern nach dem 2:0 (1:0) gegen Schalke 04 (Bericht) .

Sportdirektor Christian Nerlinger fand den Auftritt im Gespräch mit SPORT1 "kämpferisch und spielerisch total überzeugend" und nannte das 2:0 einen "sehr wichtigen Sieg". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für Hoeneß war "die einzige Problematik, dass wir aus zehn Torchancen nur zwei Tore erzielt haben. Ein 4:1 oder 5:1 wäre ein korrektes Ergebnis gewesen. So war Schalke noch gut bedient".

Ist die Krise also des Rekordmeisters also schon wieder vorbei? 522863(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

Klare Leistungssteigerung

Vier Tage nach der 0:1-Niederlage in der Champions League in Basel und acht Tage nach dem 0:0 in Freiburg war zumindest eine klare Steigerung zu erkennen.

"Das war die richtige Antwort, die die Mannschaft gegeben hat. Wir waren in einer unruhigen Situation", sagte Nerlinger.

"Ich glaube, dass die Spiele in Freiburg und Basel die richtigen Mechanismen innerhalb der Mannschaft aufgerufen haben. Die Spieler haben sich zusammengerauft und zusammengefunden."

Matchwinner Franck Ribery

Das galt besonders für Matchwinner Franck Ribery und Jupp Heynckes.

Nach seiner Auswechslung in Basel und dem verweigerten Handschlag hatten sich der Franzose und sein Trainer am Samstag im Hotel zusammengesetzt und die Situation besprochen.

Nach seinem Tor zum 1:0 klatschte Ribery voller Freude mit Heynckes ab - eine Szene mit Symbolcharakter.

Für Nerlinger war Riberys Leistung "fast wie eine Explosion, wie er nach vorne und hinten gearbeitet hat".

Man habe gemerkt, dass die Mannschaft absolut intakt ist und die Qualität hat, erklärte der Sportchef.

"Für den anderen gearbeitet"

So sah es auch Jerome Boateng. "Wir haben uns nicht verrückt gemacht und eine gute Leistung gezeigt. Jeder hat für den anderen gearbeitet", meinte der Nationalspieler.

Es sei jedoch "noch nicht alles gut", merkte Mario Gomez an, der gegen Schalke selbst glücklos agiert hatte:

"Wir wollen Meister werden, und da müssen wir auch auswärts gewinnen."

Fünf Auswärtssiegen stehen drei Niederlagen bei drei Unentschieden gegenüber. Am kommenden Samstag treten die Münchner in Leverkusen an.

[kaltura id="0_ppbcyty0" class="full_size" title="Hoene glaubt an das Triple"]

"Startschuss zu einer positiven Serie"

Es hoffe nun, dass der Sieg gegen Schalke der "Startschuss zu einer positiven Serie" sei, meinte Torwart Manuel Neuer.

"Wir dürfen nicht nur darüber reden, sondern müssen es auf dem Platz zeigen", forderte er.

Die Meisterschaft sei "immer ein Ziel, wir haben sie natürlich noch nicht abgeschrieben".

Vier Punkte beträgt weiterhin der Rückstand auf Tabellenführer Dortmund, doch immerhin sind die Bayern als Zweiter wieder erster Verfolger des Meisters.

"Wir sind wieder dabei. Wir müssen jetzt alles gewinnen und darauf warten, dass Dortmund Fehler macht", meinte Ribery.

Bayern haben Triple im Visier

Neben der Meisterschaft haben die Bayern auch noch die Titel im DFB-Pokal und in der Champions League im Visier.

"Wenn wir so spielen, dann mache ich mir überhaupt keine Sorgen, dann bleiben wir an allen drei Titeln dran", sagt Hoeneß

Gemessen werden die Bayern schließlich nur am Erfolg - darum will Heynckes auch künftig keine Rücksicht auf Einzelschicksale nehmen, nachdem er gegen Schalke seinen Lieblingsschüler Toni Kroos "geopfert" hatte.

"Die Mannschaft ist entscheidend"

"Einzelne Spieler sind nicht entscheidend, sondern die Mannschaft. Die Truppe muss das richtungweisend umsetzen?", betonte der Coach.

Der zuletzt häufig im Fokus stehende Arjen Robben zeigte sich gegen Schalke zwar verbessert, hat aber noch deutlich Luft nach oben.

Nach dem Spiel verschwand der Niederländer ohne Kommentar zum Spiel.

Hoeneß beklagt "Hetzjagd" gegen Robben

Hoeneß klagte ein paar Meter entfernt über die angeblich mediale "Hetzjagd" auf Robben.

"Wenn es die nicht gegeben hätte, dann hätte er zwei, drei Tore gemacht", behauptete er.

"Diese Scheiß-Diskussion, ob er ein Alleinunterhalter ist, hat dazu geführt, dass er jetzt den Ball abspielt, obwohl er alleine gehen müsste."

Die Abteilung Attacke funktioniert schon wieder bestens bei den Bayern.

Nun sind die Spieler gefordert zu beweisen, dass die Explosion gegen Schalke nicht nur ein Strohfeuer war.

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