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Seit der Saison 2010/2011 ist Benedikt Höwedes (r.) Kapitän bei Schalke 04 © getty

Im SPORT1-Interview spricht Schalkes Benedikt Höwedes über die Schalker Situation, Franck Ribery und die Nationalmannschaft.

Von Thorsten Mesch

München - Klar haben sie davon geträumt.

Vor dem Duell beim FC Bayern München wollte Schalke 04 den Rekordmeister überholen.

Doch nach dem klaren 0:2 beim Rekordmeister ist erstmal Ernüchterung bei den "Knappen" eingekehrt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bei SPORT1 blickt Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes nochmal auf das Duell mit den Bayern zurück und spricht über Schalker Anspruchsdenken, Franck Ribery und die Nationalmannschaft.

SPORT1: 0:2 in München, acht Punkte Rückstand auf Dortmund: War es das im Titelkampf für Schalke, Herr Höwedes?

Benedikt Höwedes: Wir haben doch nie vom Titelkampf gesprochen. Wir wollen in die Champions League, sind jetzt drei Punkte hinter dem Dritten und ich hoffe, wir halten Anschluss an die Teams vor uns, um die Qualifikation zu schaffen.

SPORT1: Was waren die Gründe für die Niederlage in München?

Höwedes: Wir haben mit Sicherheit keine Topleistung abgeliefert. Gleichzeitig müssen wir uns eingestehen, dass die Bayern einen richtigen guten Tag hatten. Sie haben einfach zwei Weltklassespieler auf den Außen, das war nicht leicht zu verteidigen. Wir haben uns bemüht, aber es ist uns nicht gut gelungen. Das Ergebnis geht in Ordnung. Die Bayern hatten viele Chancen, wir hatten wenige gute und die haben wir liegen lassen. Die Bayern hatten einen guten Tag. Wir haben uns schon gewehrt, aber eben nicht entscheidend.

SPORT1: Warum war es so schwer gegen Ribery?

Höwedes: Ribery läuft immer überall herum, gerade auf den Halbpositionen. Den bekommt man fast nicht zu packen. Wenn der in Form ist, dann wird es natürlich schwer, gegen ihn zu verteidigen. Da spielt er zwei, drei Doppelpässe auf der anderen Seite und kommt wieder frei zum Schuss. Wie gesagt, es war schwer gegen ihn, aber er hat es auch sehr gut gemacht.

SPORT1: Sie waren mit der torgefährlichsten Offensive der Bundesliga angereist. In München gab es die besten Chancen durch einen Abwehr- und einen Mittelfeldspieler. Wurden Sie von den Bayern defensiv zu sehr gebunden, dass die Stürmer keine Chancen hatten?

Höwedes: Bayern spielt immer sehr dominant und hat immer viel Ballbesitz. Sie haben uns in der Offensive nicht groß zum Zug kommen lassen. Wir hätten die ein oder andere Szene sicher etwas cleverer ausspielen können, dann wäre eventuell etwas möglich gewesen. Am Anfang hatte ich ein ganz gutes Gefühl, aber irgendwann haben die Bayern die Kontrolle sehr stark übernommen.

SPORT1: Der Tenor Ihrer Kollegen war nach dem Spiel: Respekt vor der Qualität der Bayern. Gegen die oberen Teams der Tabelle hat Schalke, außer im Hinspiel gegen Gladbach, verloren. Ist das eine Kopfsache, was fehlt noch?

Höwedes: Wir sind natürlich noch in der Entwicklungsphase, wir sind ein junges Team. Wir haben nie davon gesprochen, Meister werden zu wollen. Wir haben gesagt, wir wollen eine gute Saison spielen, uns weiterentwickeln. Es war uns klar, dass es auch Rückschläge geben würde. Das Spiel in München war eben ein kleiner, aber ich sehe das jetzt nicht so kritisch.

SPORT1: Zu Ihrer persönlichen Situation in der Nationalmannschaft. Sie haben bei Schalke zuletzt rechter Außenverteidiger statt innen gespielt. Ist das ein Vorteil für Ihre Situation im DFB-Team, wenn man sich jetzt gegen Frankreich noch einmal empfehlen kann.

Höwedes: Ich sehe das ganz entspannt. Ich bin froh, dass ich wieder eingeladen wurde vom Bundestrainer. Ich denke, wenn ich auf der Außenverteidiger-Position eingesetzt wurde, habe ich das immer ganz ordentlich gemacht, habe meinen Mann gestanden. Natürlich hoffe ich, dass ich am Mittwoch Einsatzzeiten bekomme.

SPORT1: Gegen Frankreich könnte es ja wieder zum Duell mit Ribery kommen. Werden Sie sich speziell vorbereiten?

Höwedes: Ich denke mit der Nationalmannschaft werden wir anders spielen, und auch die Franzosen werden nicht so wie die Bayern spielen. Darum gehe ich davon aus, dass am Mittwoch eher wir die dominantere Mannschaft sein werden.

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