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Lukas Podolski kehrte 2009 nach einem Intermezzo beim FC Bayern zurück nach Köln © getty

Kölns Sturmstar steht offenbar vor dem Absprung zu den "Gunners" nach London und würde dort in bester deutscher Gesellschaft sein.

München - Der Abschied von "Prinz Poldi" aus Köln nimmt konkrete Züge an:

Nationalspieler Lukas Podolski steht nach Informationen der "Bild"-Zeitung vor einem Wechsel vom 1. FC Köln zum englischen Spitzenklub FC Arsenal.

Demnach habe sich der 26-Jährige mit den Londonern bereits auf einen Transfer zur neuen Saison geeinigt, nun müssten sich noch beide Klubs auf eine Ablösesumme verständigen.

Die Kölner und auch Podolskis Berater Kon Schramm wollten die Meldung am Dienstagabend weder bestätigen noch dementieren (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir kommentieren keine Transfergerüchte", ließ der Klub über seinen Pressesprecher Tobias Schmidt verlauten. Schramm sagte: "Ich kann nur so viel sagen, dass ich keine Kommentare zum weiteren sportlichen Werdegang von Lukas Podolski abgeben werde."

Vergebliche Liebesmüh'

Podolski, der wegen einer erst kürzlich auskurierten Sprunggelenksverletzung seine Teilnahme am Länderspiel gegen Frankreich in Bremen am Mittwoch abgesagt hatte, besitzt bei den Rheinländern noch einen Vertrag bis 2013.

Die Kölner versuchen seit Monaten vergeblich, mit ihrem Superstar zu verlängern. Ein Vertragsangebot, nach dem Podolski künftig angeblich fünf Millionen Euro pro Jahr verdienen kann, hatte der Verein zuletzt an die Öffentlichkeit gebracht.

Podolski enttäuscht

Anscheinend war die Offerte vergebliche Liebesmühe. Positiver Nebeneffekt eines Wechsel wäre für die chronisch klammen Kölnern eine Ablösesumme im deutlich zweistelligen Millionen-Bereich.

Podolski hatte vor zwei Wochen mit harscher Kritik an der Klubführung für Aufsehen in der Domstadt gesorgt.

"Wenn man schaut, welche Perspektiven mir aufgezeigt wurden und was am Ende dabei rausgekommen ist, ist das enttäuschend. Ich habe mir etwas Anderes erhofft, weil die Voraussetzungen viel mehr hergeben", sagte Podolski und verdarb den FC-Verantwortlichen damit die Vorfreude auf den Karneval.

[kaltura id="0_3t3bjygf" class="full_size" title="Geld f r Poldi"]

"Hier fehlt Kontinuität"

Als Ursache für die Probleme in Köln hatte Podolski, den die Geißböcke 2009 für zehn Millionen Euro Ablöse auch mit einem Entwicklungskonzept aus München zurückgelockt hatten, die häufigen Veränderungen auf den entscheidenden Positionen in Vereinsführung und sportlicher Leitung ausgemacht.

"Von den Personen, mit denen ich das Konzept besprach, ist kaum jemand übrig. Hier fehlt Kontinuität. Regelmäßig werden Trainer, Sportdirektor und jetzt das Präsidium ausgetauscht. Klar gesagt: So kann langfristig nichts entstehen."

Ob die Absage des Präsidenten-Wunschkandidaten Manfred Hell, die den FC am Donnerstag ereilte, mit den Entwicklungen um Podolski zu tun hat, ist unklar.

Multimillionär Hell, bis 2011 Chef des Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin, galt als Topfavorit auf die Nachfolge des zurückgetretenen Wolfgang Overath.

Mertesacker wartet

Podolski hatte am Samstag beim 0:2 im rheinischen Derby gegen Bayer Leverkusen sein Comeback nach vierwöchiger Verletzungspause gegeben. Nach der dritten Niederlage in Folge steckt der FC auf dem 14. Platz mitten im Abstiegskampf der Bundesliga (BERICHT: Köln vor "schweren Wochen").

Beim FC Arsenal würde Podolski auf seinen Nationalmannschaftskollegen Per Mertesacker treffen. Der derzeit verletzte ehemalige Bremer war Ende August zu den Gunners gewechselt. Podolski war zuletzt auch bei Schalke 04 und dem FC Chelsea im Gespräch gewesen.

Hartnäckige Gerüchte

Gerüchte über einen bevorstehenden Transfer des 95-maligen Nationalspielers zum FC Arsenal gibt es schon lange.

Während der Winter-Transferperiode betonte "Gunners"-Teammanager Arsene Wenger, nicht an Podolski interessiert zu sein.

Zuvor hatten die Kölner angeblich ein Angebot der Londoner in Höhe von 23 Millionen Euro ausgeschlagen. Arsenal, Ex-Klub des deutschen Nationaltorwarts Jens Lehmann, belegt derzeit den vierten Platz in der Premier League und kämpft um die Qualifikation für die Champions League.

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