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Hans-Joachim Watzke ist seit Februar 2015 Geschäftsführer von Borussia Dortmund
Hans-Joachim Watzke verlängerte seinen Vertrag beim BVB jüngst bis 2016 © getty

Der BVB führt die Tabelle an, gegen Mainz winkt ein Vereinsrekord. Der Umgang mit "M-Wort" erinnert an die vergangene Saison.

Von Christian Stüwe und Christian Arias Losada

München/Dortmund - Am 26. Februar 2011 legte Borussia Dortmund nach monatelangem Abblocken erstmals die Karten auf den Tisch.

"Wir befinden uns an einem Punkt, wo wir sagen: Wir können und wollen Meister werden", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nach dem 3:1-Sieg bei Bayern München.

Damals hatten die Westfalen einen Vorsprung von 16 Punkten auf den Rekordmeister, zwölf Zähler trennten den BVB von Leverkusen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Aktuell sind es "nur" vier Punkte auf den FCB und fünf auf die andere Borussia aus Mönchengladbach.

Dementsprechend dürfte das Bekenntnis zu den Meisterschaftsambitionen in diesem Frühjahr noch ein wenig auf sich warten lassen.

"Vor drei Monaten waren die Bayern noch der große Meisterschaftsfavorit", sagte Watzke am Dienstag bei "Sky": "Jetzt heißt es wieder, der BVB ist Favorit. Favorit ist immer die Mannschaft, die sich selbst zum Favoriten erklärt. Wir haben sicherlich große Chancen, eine gute Saison zu spielen, aber die Favoritenrolle lehnen wir ab."

Das "M-Wort" wird vermieden

Angesichts der beeindruckenden Serie von 17 ungeschlagenen Spielen und der aktuellen Form der Mannschaft fällt es allerdings schwer, Watzke diese Äußerungen abzunehmen.

Vielmehr setzt der BVB einmal mehr auf die bewährte Taktik und vermeidet das "M-Wort".

Die Frage ist also in erster Linie, wann die Borussen aus der Deckung kommen.

Vereinsrekord winkt gegen Mainz

"Wir haben eine Superserie gespielt", sagte Kapitän Sebastian Kehl: "Aber wir beschäftigen uns jetzt weniger damit, was im Mai auf uns zukommt, sondern mit dem nächsten Gegner."

Der nächste Gegner heißt Mainz 05 und kommt zum Abendspiel am Samstag nach Dortmund (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Gegen die Rheinhessen winkt ein neuer Vereinsrekord. Ein Dreier gegen die 05er wäre der achte Bundesliga-Sieg in Folge.

[kaltura id="0_mdy0ww34" class="full_size" title="Dortmund meisterlich"]

Kehl fehlt gesperrt

Dass der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp dieses Kunststück gelingt, bezweifelt niemand wirklich. Und das, obwohl Sebastian Kehl aufgrund seiner fünften Gelben Karte gesperrt fehlen wird.

Mit Sven Bender ist zudem ein zweiter "Sechser" fraglich.

Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler zog sich gegen Hannover eine Gesichts- und Augapfelprellung zu und musste das Testspiel der DFB-Elf gegen Frankreich am Mittwoch absagen.

Bender riskierte viel bei einem Duell Mame Diouf und wurde voll im Gesicht getroffen.

"Natürlich wissen wir, wie oft uns der Manni schon den Allerwertesten gerettet hat", sagte Marcel Schmelzer nach dem Spiel zu SPORT1: "Und wenn er da mit so viel Einsatz rein geht, wollten wir das Spiel auch unbedingt für ihn gewinnen."

Ausfälle locker kompensiert

Der Zusammenhalt un die Ausgeglichenheit in der Mannschaft machen Dortmund derzeit einmal mehr so stark. Jungstar Mario Götze fehlt seit Wochen, doch das Team kompensiert den Ausfall ohne Weiteres.

Kein Wunder also, dass Watzke versucht, die Truppe zusammenzuhalten.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung ist optimistisch, Torjäger Robert Lewandowski halten zu können.

Watzke: Lewandowski wird länger bleiben

"Robert ist ein kluger Junge, ein Wechsel zu Bayern München würde gar keinen Sinn ergeben, Mario Gomez ist da gesetzt", sagte Watzke bei "Sky": "Robert hat eine wunderbare Entwicklung genommen, aber er hat sie bei Dortmund genommen. Das weiß er und wird deshalb auch länger bei uns bleiben."

Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass Lewandowskis Sturmkollege Lucas Barrios seinen Vertrag bereits im Sommer bis 2015 verlängert hat (News).

Auch Innenverteidiger Felipe Santana, der an Mats Hummels und Neven Subotic nicht vorbeikommt und offenbar über einen Wechsel nachdachte, will sich erstmal voll auf Dortmund konzentrieren.

"Ich will auf jeden Fall bis zum Ende hier bleiben", sagte Santana zu SPORT1: "Ich muss mich dann mit Herrn Zorc und dem Trainer zusammensetzen und schauen, was wir für meine Zukunft machen können."

Gündogan: Schöne Momentaufnahme

Während Santana gegen Mainz wieder nur die Zuschauerrolle bleiben dürfte, rückt mit Ilkay Gündogan ein anderer Reservist wohl für den gesperrten Kehl in die Startelf.

Gündogan kam vor der Saison aus Nürnberg und schaffte es bisher noch nicht den Durchbruch zum Stammspieler der Klopp-Elf. Die Dortmunder Sprachregelung hat der 21-Jährige aber schon voll und ganz verinnerlicht.

Die Tabellenführung sei eine schöne Momentaufnahme, sagte Gündogan zu SPORT1, aber es seien noch jede Menge Punkte zu vergeben.

Die Dortmunder Deckung, noch hält sie.

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