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KARL-HEINZ RUMMENIGGE: 1991 als Vize-Präsident zum FC Bayern geholt, 2002 zum Vorstandschef aufgestiegen und als solcher allseits respektiert. Davor mehrere Jahre Co-Kommentator der deutschen Länderspiele
Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern München © getty

Bayerns Boss geht offenbar mit den Nationalspielern des Klubs hart ins Gericht. Müllers Leistungen sind ihm ein Rätsel.

Von Reinhard Franke

München - Die Laune bei den Bayern-Bossen schien nach dem 2:0-Sieg gegen Schalke 04 (Bericht) blendend zu sein. Der FCB ist wieder alleiniger Verfolger von Borussia Dortmund (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und Präsident Uli Hoeneß träumte sogar schon wieder vom Triple (News),

Doch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hat in der vergangenen "Krisenwoche" offenbar scharfe Kritik an den Nationalspielern des Klubs geübt.

Rummenigge warf laut "Sport Bild" seinen DFB-Spielern vor, im DFB-Team mehr Engagement zu zeigen als beim FC Bayern.

Rüffel für Nationalspieler

Es sei "nicht der DFB", der die Gehälter zahle, "sondern der FC Bayern", soll der 56-Jährige gesagt haben.

Rummenigge glaubt, nicht das Champions-League-Finale motiviere die Spieler, sondern der Traum vom EM-Titel.

Mit Thomas Müller wurde sogar ein Spieler namentlich genannt.

Der Bayern-Stürmer steht in der Schusslinie: Im Testspiel gegen die Niederlande im November zeigte er eine überragende Leistung, vier Tage später, beim 0:1 der Bayern gegen Dortmund, fiel er kaum auf.

Im nächsten Spiel gegen Villarreal in der Champions League musste Müller auf die Bank.

Rummenigge fordert ein Umdenken

"Wie kann das sein?", echauffierte sich Rummenigge dem Bericht zufolge.

Die Nationalspieler müssten schleunigst umdenken, forderte er. In den vergangenen Monaten war die Leistung der Nationalspieler offenbar immer wieder auf Unverständnis der Bosse gestoßen.

Auch mit Philipp Lahms Auftritten soll die Chefetage zuletzt nicht sonderlich zufrieden gewesen sein.

[kaltura id="0_ppbcyty0" class="full_size" title="Hoene glaubt ans Triple"]

Kritik an Lahm und Co.

Er stagniere in der Entwicklung. Bei Mario Gomez wurde das Durchsetzungsvermögen kritisiert, wenn er in einem Tief stecke.

Bei Toni Kroos bemängelten die Bayern-Macher, dass er einmal genial spiele und dann wieder untertauche.

Die Gedanken teilte Rummenigge nicht nur seinen Vorstandskollegen mit, sondern auch Trainer Jupp Heynckes.

Der Coach gab wohl sein Einverständnis, dass Rummenigge eine kritische Rede hält. Müller bekam gegen Basel seine Denkpause, Kroos gegen Schalke.

Und Gomez wurde gegen Schalke und zuvor in Freiburg ausgewechselt.

Schweinsteigers Rückkehr in einer Woche

Eine Nachricht dürfte Rummenigge aber gute Laune bereiten: Denn Bastian Schweinsteiger steht beim FC Bayern vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining.

Am Dienstag hat der 27-Jährige nach seiner Sprunggelenksverletzung erstmals die Beinmuskulatur belasten dürfen.

Grünes Licht gab es von Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt: "In einer Woche wollen wir ihn dem Trainerteam übergeben", erklärte Müller-Wohlfahrt.

Und weiter: "Er ist dann auch medizinischer Sicht wieder gesund. Alles läuft bei ihm nach Plan."

Auch Trainer Heynckes freut sich auf Schweinsteiger, er hatte seinen Führungsspieler in den vergangenen Wochen sehr vermisst: "Wir haben nicht in der Fülle extrovertierte Spieler, wie das beim FC Bayern schon der Fall war."

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