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Ab sofort Kollegen: Thomas Zdebel (M.), Simon Rolfes (l.) und Stefan Kießling © getty

Fünfeinhalb Jahre war Thomas Zdebel Leistungsträger beim VfL Bochum. Bei Sport1.de spricht er über den Wechsel nach Leverkusen.

Von Kristof Reitemeyer

München - Am Ende ging alles ganz schnell:

Erst am Wochenende war Kapitän Thomas Zdebel beim VfL Bochum aussortiert und in die Regionalliga-Reserve degradiert worden.

Am Mittwoch folgte dann der ebenso unerwartete Wechsel zu Bayer Leverkusen, wo der 35-Jährige einen Vertrag bis Saisonende mit Option für ein weiteres Jahr erhielt.

"Er ist einer, der weiß was zu tun ist, wenn es auf dem Platz eng wird", lobte Sportdirektor Rudi Völler den 14-maligen polnischen Nationalspieler.

Dennoch war die Trennung nach fünfeinhalb Jahren beim VfL bitter für Zdebel, der im Gespräch mit Sport1.de aber nicht nachkarten will. ad

Sport1.de: Herr Zdebel, sind Sie selber überrascht über die letzten Tage: Erst der Rauswurf in Bochum, dann der schnelle Wechsel zu Bayer Leverkusen?

Thomas Zdebel: Ja. Ich war sehr überrascht, was die Entscheidung in Bochum anging. Aber auch, was die schnelle Einigung mit Leverkusen angeht. Das Ganze hat in den letzten Tagen sicherlich eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Es freut mich, dass letztendlich alles so geklappt hat. Für mich ist das eine hervorragende Lösung.

Sport1.de: Überwiegt bei Ihnen jetzt die Freude über den Wechsel, oder der Ärger über den Abgang in Bochum?

Zdebel: Ich denke schon, dass die Freude überwiegt. Die letzten Tage haben viel Substanz gekostet. Ich habe sicherlich viel gegrübelt, warum das alles so gelaufen ist. Aber der Wechsel nach Leverkusen hat einiges besänftigt.

Sport1.de: Wie geht man damit um, vom Führungsspieler und Kapitän in die zweite Mannschaft degradiert zu werden?

Zdebel: Man muss letztendlich irgendwie damit umgehen. Aber als meinen Vertrag aufgelöst habe, sind wir im Frieden auseinander gegangen. Ich glaube auch, dass wir in den letzten fünfeinhalb Jahren immer korrekt, ehrlich und loyal miteinander umgegangen sind. Dass es am Ende so geendet hat, ist für beide Seiten schade, keine Frage.

Sport1.de: Wie fällt Ihre Bilanz der Zeit in Bochum aus?

Zdebel: Ich habe mit dem VfL in den letzten Jahren so viele Höhen und Tiefen durchgemacht, dass für mich eigentlich nur gute Erinnerungen an den VfL bleiben. Ich bin dankbar, dass ich in Bochum gewesen bin. Denn für mich war der Wechsel damals wie ein Sechser im Lotto. Und jetzt ist es ein Sechser mit Zusatzzahl.

Sport1.de: Sie sind also nicht sauer auf Trainer Marcel Koller oder den Verein?

Zdebel: Ich bin nicht nachtragend. Und ich kann es noch einmal sagen. Wir haben uns wirklich korrekt und respektvoll verabschiedet. So soll es ja auch sein. Und von meiner Seite aus wird sicherlich nichts mehr nachkommen. Die schönen Seiten überwiegen, auch wenn natürlich ein kleiner bitterer Beigeschmack bleibt. Aber der wird sicherlich irgendwann vergessen sein.

Sport1.de: Aber in Leverkusen droht Ihnen doch erneut die Reservistenrolle, oder?

Zdebel: Ich glaube nicht, dass ein Verein wie Bayer Leverkusen einen Spieler wie mich verpflichtet, nur um den Kader aufzufüllen. Ich habe schon in Bochum alles versucht, in die Mannschaft zurückzukommen und das ist mir auch gelungen. Da habe ich unter Beweis gestellt, dass ich es noch kann und meine Qualitäten habe. Nun liegt es an mir, das auch in Leverkusen zu zeigen.

Sport1.de: Welche Ziele verfolgen Sie mit Bayer?

Zdebel: Viele. Sehr viele.

Sport1.de: Was ist für Leverkusen in dieser Saison drin?

Zdebel: Das werden wir am 34. Spieltag sehen.

Sport1.de: Im Sommer haben Sie in Bochum Ihre letzte Saison angekündigt. Wollen Sie jetzt in Leverkusen noch einmal angreifen?

Zdebel: Das werde ich sicher. Zu 100 Prozent.

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