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Peters (l.) und Rangnick bilden seit 2006 in Hoffenheim ein erfolgreiches Team © getty

Ex-Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters hat mit seinen Ideen für das Offensivspiel großen Anteil am Erfolg des Herbstmeisters.

Hoffenheim - Seit einer Woche läuft auch beim Sensations-Herbstmeister wieder die Vorbereitung auf die Rückrunde.

Mit intensiver Arbeit will sich 1899 Hoffenheim der Attacken von Verfolger Bayern München erwehren.

Am Freitag geht es zum Feinschliff ins Trainingslager nach La Manga/Spanien. (Zum Winterfahrplan)

Dort wird nicht nur Kondition gebolzt, sondern vor allem die spieltaktischen Elemente verbessert.

"Das Trainingslager ist ganz wichtig dafür, gewisse Abläufe in Angriff und Abwehr weiter zu vertiefen", sagt Bernhard Peters, der dafür maßgebliche Verantwortung trägt.

Peters hat Anteil am Offensivspiel

Der ehemalige Hockey-Bundestrainer ist seit Herbst 2006 bei den Kraichgauern als Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung eingestellt. Er hat mit seinen Ideen und Vorschlägen für das Offensivspiel großen Anteil am Erfolg des Sensationsteams.

Zahlreiche Spielelemente der Hoffenheimer Kicker waren schon vor Jahren in der Lehrschrift "Hockeytraining" abgedruckt, für die Peters regelmäßig Beiträge verfasste.

Hockey lässt sich auf Fußball übertragen

Wer das Hoffenheimer Spiel verfolgt, fühlt sich auch immer wieder an taktische Konzepte der Hockey-Weltmeister von 2002 und 2006 erinnert:

Geschlossenes Verschieben der gesamten Mannschaft, kollektives Pressing, variables Kurzpassspiel im Angriff, Strategien, um hinter eine Abwehr zu gelangen, in den Strafraum einzudringen, sich aus Pressing zu befreien.

"Die gruppentaktischen Elemente und die Räume bei beiden Sportarten sind sehr ähnlich", erklärt Peters: "Viele Spiel- oder Übungsformen lassen sich mit kleinen Abweichungen auf Fußball übertragen."

Spielfeld genau unterteilt

Schon als Hockeytrainer hatte Peters das Spielfeld virtuell in insgesamt fünf "Streifen" eingeteilt und dort spezielle Spielformen eingeübt.

"Es gibt Angriffsflächen, die im Fußball noch nicht so intensiv genutzt werden", sagt er, "wenn wir es schaffen, das Spiel auch variabel nach außen zu verlagern und das Grundlinienspiel zu gestalten, werden die Räume innen wieder größer."

Überraschung bei den Profis

Einige Fußballprofis waren von den für sie bislang ungewohnten Übungsformen zunächst überrascht. "Das geht natürlich alles nur, wenn der Cheftrainer diese Ideen vertritt, aber das macht Ralf Rangnick mit großer Weitsicht und Klugheit", meint Peters: "er ist überzeugt, dass wir dadurch besser und schneller spielen."

Der Erfolg gibt dem Hoffenheimer Cheftrainer jedenfalls recht.

Konzepte greifen

Etwa ein Jahr hat es gedauert, bis die Spieler Konzept und Laufwege verinnerlicht hatten, bis trainierte Strategien auch im Spiel umgesetzt wurden.

Seitdem scheint Hoffenheim nicht mehr zu stoppen. Peters aber - und das klingt wie eine Drohung an die Konkurrenz - ist überzeugt: "Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt sicher noch viel Potenzial, sich zu entwickeln."

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