Der FC Bayern verspielt mit seiner Auswärtsschwäche wohl im zweiten Jahr in Folge die Meisterschaft. Das Muster ist immer gleich.

Es gab Zeiten, da war ein Gastspiel des FC Bayern für die Heimmannschaften vor allem eines: der finanzielle Höhepunkt der Saison.

Das Stadion war gegen den Rekordmeister sicher ausverkauft, die Punkte nahmen in den meisten Fällen dann aber doch die Dominatoren aus dem Süden wieder mit, auf dem Weg zum nächsten Meistertitel.

Das ist in dieser Spielzeit nicht erst seit dem vermutlich vorentscheidenden Ausrutscher der Bayern in Leverkusen anders. Aus den letzten neun Partien auf gegnerischen Plätzen haben die Münchner in der Bundesliga magere zwei Siege geholt.

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Die Konkurrenten dürfen sich in dieser Saison über mehr als eine dicke Einnahme freuen, wenn die Bayern zu Gast sind.

Die bayerischen Punktelieferanten haben den ersten Titel des Jahres mit dieser rätselhaften Auswärtsschwäche fast schon verspielt. Denn mit Titelverteidiger Borussia Dortmund ist ein Rivale erwachsen, der die Patzer des Rekordmeisters zuverlässig ausnutzt.

In Leverkusen führten die Münchner noch einmal exemplarisch vor, weshalb sie im zweiten Jahr in Folge nicht die beste deutsche Fußball-Mannschaft sind - wohlklingende Kaderliste hin oder her.

Die Bayern starteten furios ins Spiel, ließen hervorragende Torchancen aus, machten den Gegnern dadurch Mut und verloren mit fortdauernder Spieldauer die Konzentration in der Defensivarbeit.

So war es in Freiburg, so war es in Basel und so war es auch jetzt, in Leverkusen.

Warum das so ist, diese Frage muss sich Trainer Jupp Heynckes gefallen lassen.

Der ehemalige Torjäger kann die Großchancen natürlich nicht selbst verwerten. Dass sein Team aber regelmäßig im Spielverlauf abbaut, sollte ihm und den Bayern-Verantwortlichen aber zu denken geben.

Elf Punkte aus sieben Spielen, so lautete die durchwachsene Rückrundenbilanz der Münchner - und mit dieser wird man eben nicht Meister.

15 Punkte haben die Bayern seit dem siebten Spieltag auf die Dortmunder eingebüßt und dürften damit zum ersten Mal seit 1996 im zweiten Jahr in Folge die Meisterschaft verpassen.

Der Titelträger hieß 1995 und 1996 übrigens: Borussia Dortmund.

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