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Franck Ribery kam 2007 für 25 Millionen Euro von Olympique Marseille © getty

Der Superstar denkt offenbar daran, den FC Bayern zu verlassen. Im Trainingslager macht der Franzose zweideutige Angaben.

Von Daniel Rathjen

München/Dubai - Franck Ribery war im Trainingslager in Dubai am Donnerstag gut aufgelegt wie immer.

Der "Spaßvogel" des FC Bayern (Teamseite) trieb es einmal mehr auf die Spitze.

Kurz vor der Abfahrt zum Training setzte er sich ans Steuer des Mannschaftsbusses und fuhr mit den Kollegen an Bord los.

Bei seiner Runde um das Teamhotel demolierte er zwei Schilder und bretterte über den Bordstein.

Laut "Bild" musste Manager Uli Hoeneß persönlich den Unfall-Ort unter die Lupe nehmen und sich vor dem genervten Hotel-Management rechtfertigen.

Zuvor hatte Ribery die Verantwortlichen bereits mit Worten geschockt.

Denn trotz aller Liebesbekundungen des Rekordmeisters lässt der 25-Jährige seine sportliche Zukunft weiter offen.

Eine vorzeitige Verlängerung seines Vertrages ist derzeit nicht vorgesehen, sogar ein vorzeitiger Abschied erscheint nicht ausgeschlossen.

"Offen für alles"

Ob er versprechen könne, dass er seinen bis 2011 laufenden Kontrakt erfüllen werde, wurde Ribery gefragt.

"Ich fühle mich sehr wohl, aber das ist schwierig. Ich bin offen für alles. Im Fußball weiß man nie, was passiert", antwortete der Franzose ausweichend.

Schon zuletzt hatte er sich sehr wohlwollend über Real Madrid geäußert.

Für Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gilt Ribery nach wie vor als "unverkäuflich". Zudem versprach er den Fans, dass der Wirbelwind zumindest bis 2011 in München bleibt.

Doch es gibt Differenzen. Die Bayern wissen, dass ihr Spiel in ganz besonderem Maße von den Künsten des kleinen Dribbelkönigs abhängig ist und dass sie sich wohl nur mit Ribery ihren Traum vom Champions-League-Sieg erfüllen können.

Rüffel von Rummenigge

Der Superstar wiederum weiß um seine starke Position und forderte deshalb erneut Verstärkungen, obwohl es zuletzt deshalb schon einen Rüffel von Rummenigge gegeben hatte.

"Wir brauchen in jedem Mannschaftsteil noch einen guten Mann. Wenn die Qualität besser ist, haben wir mehr Chancen in der Champions League", sagte Ribery.

Zuletzt hatte der Franzose Keeper Sebastien Frey (Florenz, Spielerporträt) und Mittelfeld-Mann Jeremy Toulalan (Lyon, Spielerporträt) als potenzielle Zugänge genannt.

Keine allzu großen Gedanken scheint sich Ribery dagegen über die von der Staatsanwaltschaft in Marseille eingeleiteten Ermittlungen zu machen.

Dabei geht es um angeblichen Betrug und Urkundenfälschung bei Transfers des Franzosen. Anzeige hatte sein Ex-Berater Bruno Heiderscheid erstattet.

"Ich denke nicht, dass ich Probleme bekomme. Ich habe Leute, die sich darum kümmern. Ich konzentriere mich voll auf den Fußball", sagte Ribery dazu.

Ziel: "Champions League gewinnen"

Sein großes Ziel ist vor allem die Königsklasse, die er "so schnell wie möglich" gewinnen will. Im Moment sieht der Franzose den FC Barcelona "über allen Mannschaften".

Aber danach sei kein großer Unterschied, "wir sind auf Augenhöhe und haben auch Qualität".

Insbesondere die linke Seite mit Ribery, Philipp Lahm und Ze Roberto stach beim FC Bayern in der Vorrunde hervor. Er verstehe sich vor allem mit Lahm "sehr gut", betonte Ribery.

"Er ist ein Superspieler und ein Supertyp. Ich bin froh, mit ihm auf einer Seite zu spielen".

Borowski will kämpfen

Nicht ganz glücklich ist Tim Borowski. Der Start für den Neuzugang von Werder Bremen an der Isar war okay, mehr aber auch nicht.

Dabei strebt "Boro" eine Rückkehr in die Nationalmannschaft an.

Er habe seine internationale Karriere noch nicht abgehakt, erklärte der Mittelfeldspieler des FC Bayern München im "kicker" und benannte eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika als Ziel.

"Joachim Löw hat viele Spieler getestet, ich habe da nach der EM keine Rolle gespielt. Aber bis zur WM ist es eine lange Zeit, dieses Thema habe ich überhaupt nicht abgehakt", sagte Borowski.

Seinen Wechsel nach München bezeichnet er als "richtigen Schritt", auch wenn er sich beim Deutschen Meister in der ersten Saisonhälfte noch keinen Stammplatz erkämpfen konnte.

Die Joker-Rolle genügt ihm nicht. "Natürlich stecke ich mir höhere Ziele. Über kurz oder lang will ich in die Stammelf. Das muss das Ziel sein, sonst kann ich gleich einpacken."

Sosa will bleiben

Die Koffer packen kann bereits jetzt Jose Sosa. Die Bayern wollen den Argentinier gerne ins Ausland ausleihen.

Noch flatterte Manager Uli Hoeneß aber kein passendes Angebot auf den Tisch. Nun prüft er Alternativen in der Bundesliga.

Sosa selbst hofft weiter auf seine Chance bei Bayern. "Ich will bleiben", sagt er im "kicker".

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