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In Spanien erhofft sich Rangnick die nötige Ruhe zur Vorbereitung © getty

Die TSG 1899 versöhnt sich mit FCB-Präsident Franz Beckenbauer. Auch sonst ist es beim Klub etwas ruhiger als noch zuletzt.

Von David Lemmer

München - Statt Angriffspfeile, gibt es nun besonnene Töne aus Hoffenheim.

"Wir sind nicht die Gejagten, wir sehen uns eher als Jäger", stellt Jan Schindelmeiser klar.

Die Begründung des Managers der TSG 1899 Hoffenheim: "Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, an der Tabellenspitze zu bleiben."

Die Aussage kann auch als eine Art verbales Versöhnungsangebot an den FC Bayern gesehen werden.

Scherze wie bei der Gala zur Wahl der "Sportler des Jahres" ("Wir widmen den Bayern den Herbstmeistertitel"), kommen beim Meisterschaftskonkurrenten als Provokation an. ad

Beckenbauer zu Besuch

"Bei uns muss niemand geweckt werden. Wir überprüfen uns ständig, weil im Status Quo zu verharren einem Rückschritt gleichkäme", wehrte Schindelmeiser die Kritik Beckenbauers ab. Der "Kaiser" hattte gerügt, Hoffenheim leide an Größenwahn.(Beckenbauer: "Beginnender Größenwahn" bei 1899)

Mäzen Dietmar Hopp griff letztendlich persönlich zum Hörer und räumte das Missverständnis aus. Es scheint geholfen zu haben: Beim Rückrundenstart gegen Cottbus wird Beckenbauer im Stadion sein und den Tabellenführer live verfolgen.

Dauerbeschimpfung in Mannheim

Dass man als gut betuchter Klub Kritiker und Feinde anzieht, bekam die talentierte Truppe beim Hallenturnier in Mannheim zu spüren ("1500 Wahnsinnige").

Etwa 1500 Mannheim-Fans wurden nicht müde, die Hoffenheimer auszubuhen und zu beschimpfen.

Gegenüber Sport1.de machte Trainer Ralf Rangnick seinem Ärger dann Luft: "Es ist ein Unding, dass die Waldhof-Fans pausenlos gegen uns gepfiffen, immer unsere gegnerische Mannschaft angefeuert haben."

"Es kann auch nicht sein, dass sie singen 'Ohne Dietmar wärt ihr gar nicht hier'. An Stelle von Dietmar Hopp würde ich Waldhof keinen Euro mehr geben."

Hoffenheims Gönner Hopp hatte die Mannheimer im vergangenen Jahr mit 500.000 Euro unterstützt und so vor der Pleite gerettet. Auch ein Jugendförderzentrum verdankt Waldhof Mannheim dem SAP-Gründer.

Weiteres Talent für die TSG?

Manager Schindelmeiser widmet sich derzeit den nächsten Aufgaben und wird vermutlich nochmal auf dem Transfermarkt aktiv.

Während die Profis im Trainingslager in Spanien weilen, befindet sich der defensive Mittelfeldspieler Sampson Cudjoe beim Oberligateam in Hoffenheim im Probetraining. Der Ghanae Cudjoe ist 20 Jahre jung, spielte bei Olympia für sein Land und war zuletzt von seinem Heimatklub Kessben FC an den finnischen Verein FC Honka ausgeliehen.

Drei Spieler gehen

Jochen Seitz hingegen kam in der Hinrunde zu keinem einzigen Einsatz und löste seinen Vertrag mit den Kraichgauern auf. Er wechselt ablösefrei zu Zweitligist Alemannia Aachen, wo er einen Vertrag bis 2010 unterschrieb.

Auch Franicsco Copado zieht Konsequenzen aus der Hinrunde, die er abseits des Feldes miterlebte und kehrt zur SpVgg Unterhaching in die Dritte Liga zurück. Der 34-Jährige erhält vorläufig nur ein Engagement bis zum Saisonende.

Des Weiteren bahnt sich ein dritter Abgang an. Nach der Neuverpflichtung von Timo Hildebrand zieht es Torhüter-Talent nach Liechtenstein zum Schweizer Erstligisten FC Vaduz. Sein Vertrag in Hoffenheim würde im Sommer auslaufen.

Für den Rückrundenstart am 31. Januar befürchtet Trainer Rangnick, auf Stürmer Chinedu Obasi verzichten zu müssen. Sein schwerer Muskelfaserriss im Oberschenkel ist zwar noch immer nicht verheilt. Er wird jedoch in Spanien am Lauftraining teilnehmen.

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