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In 75 Bundesligapartien hat Diego bereits 34 Tore für Werder erzielt © getty

Spielmacher Diego schürt Gerüchte über seinen Wechsel ins Ausland. Der Brasilianer spricht schon über das Einleben in Italien.

Von Kristof Reitemeyer

München/Bremen - Gerade ist die Mannschaft ins Trainingslager in die Türkei aufgebrochen, doch die Ordnung bei Werder Bremen wird in diesem Winter wieder einmal massiv gestört.

Top-Star Diego flirtet öffentlichkeitswirksam mit Juventus Turin.

"Juventus wäre für mich eine große Option", sagte der 23-Jährige jetzt dem brasilianischen Internetanbieter "globo.net".

Und er lieferte bereits die ersten Argumente für einen Umzug nach Turin.

"Die Tatsache, dass bei Juve schon Brasilianer spielen ist sehr wichtig für mich." In der Tat stände mit ihm mit Stürmer Amauri bei Juventus ein Kollege aus seiner Heimat zur Seite. "Das würde mir helfen, mich einzugewöhnen."

Juventus in der Pole-Position

Bereits im Vorjahr hatte Juventus Turin starkes Interesse am jungen Brasilianer bekundet. Und auch damals zeigte sich Diego (Spielerporträt) von einem Wechsel zur "alten Dame" nicht abgeneigt.

Djair da Cunha, zugleich Diegos Vater und Spielerberater, reiste sogar Ende Oktober nach Norditalien.

Dass dort allerdings Gespräche mit Juve-Vertretern stattgefunden haben, wurde zumindest offiziell eilfertig dementiert.

Werders Spielmacher wird mit mehreren europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht. "Juve" erscheint dabei der heißeste Kandidat.

Der Ballvirtuose sagte dazu: "Juve ist für mich eine Riesenmöglichkeit. Es ist ein großer Klub, ganz abgesehen davon, wie viele Brasilianer da spielen."

Die Qual der Wahl

Mit dem AC Mailand und Inter sind weitere namhafte Vereine an einer Verpflichtung des Brasilianers interessiert. "Es sind alles Klubs auf sehr hohem Niveau. Ich fühle mich wohl bei Werder, aber auch ihr Interesse macht mich glücklich."

Ob es sich Werder leisten kann, einen seiner wichtigsten Spieler abzugeben, ist fraglich. Vor allem nach einer solch durchwachsenen Hinrunde will Klaus Allofs nichts von Diegos Abgang wissen.

Allofs: "Keine Überraschung"

Der Werder-Manager kommentierte im "kicker" die Dauerspekulation so: "Ich werde auf keinen Fall nervös. Es gibt derzeit nichts Neues."

"Diego hat bei uns Vertrag bis 2011", stellte er klar und ergänzte: "Dass die Presse mit ihm Seiten füllt, ist gerade in den Zeiten, in denen der Ball ruht, nun wirklich keine Überraschung für mich."

In der derzeitigen Situation wäre es fatal, wenn Werder (Teamseite) auf das Herzstück seines Offensivspiels verzichten müsste. Mit 26 Punkten und Platz acht in der Bundesliga (Tabelle) hinkt Bremen den eigenen Ansprüchen momentan weit hinterher.

"Das beste Angebot entscheidet"

Anstatt um die Meisterschaft mitzuspielen, muss die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf um das internationale Geschäft bangen. Die Hoffnungen ruhen derzeit auf dem UEFA-Cup.

Klar, dass Diego andere Vorstellungen hat. Für ihn ist ein Wechsel nur noch eine Frage des Geldes.

"Mehrere Top-Vereine sind an mir interessiert", erklärte er. "Das Entscheidende dabei für mich ist in jedem Fall das beste Angebot." Bis jetzt habe er jedoch noch keine konkrete Offerte erhalten.

Erste Verstärkung für Werder

Im Gegensatz zu den vielen Gerüchten ist die erste Verstärkung für Werder Bremen bereits unter Dach und Fach.

Alexandros Tziolis wechselt von Panathinaikos Athen an die Weser und wird vorerst bis zum Saisonende ausgeliehen.

Lob für Neuzugang aus Griechenland

"Er ist ein interessanter Spieler, den wir auch als Mann für die Zukunft sehen", zeigte sich Allofs sichtlich erfreut über den Transfer.

Der Manager vertraut ansonsten darauf, mit dem vorhandenen Kader aus dem sportlichen Tal herauszukommen. Starke Umstrukturierungen wie bei Schalke werde es in Bremen nicht geben: "Bei uns sind große Veränderungen nicht notwendig. Wir sind nicht gezwungen zu handeln."

Der Grieche Tziolis ist indes am Freitag zum Team gestoßen und mit ins Trainingslager geflogen.

Auch Diego ist dabei. Bei den sich hartnäckig haltenden Spekulationen bleibt aber offen, wie oft der Brasilianer noch im Werder-Dress aufläuft.

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