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"Wir müssen keine Angst mehr haben, vor keiner Mannschaft der Welt." (Klinsmann Mitte Dezember)
Vor seiner Zeit beim FC Bayern trainierte Jürgen Klinsmann (l.) die DFB-Elf © getty

Bayern gewinnt das erste Testpiel des Jahres. Und Jürgen Klinsmann bestätigt den Abgang von Lukas Podolski im Sommer.

Von Daniel Rathjen

Dubai - Die Katze ist aus dem Sack!

Jürgen Klinsmann hat erstmals bestätigt, dass Lukas Podolski dem FC Bayern nach der Saison den Rücken kehren wird.

"Lukas wird uns im Sommer verlassen", verriet der Bayern-Trainer am Samstagabend.

Angedeutet hatte sich die Entwicklung schon länger (Podolski-Deal so gut wie perfekt). Einer Rückkehr zum 1. FC Köln steht damit wohl nichts mehr im Weg.

Unterdessen hat der deutsche Rekordmeister mit einem 3:2-Sieg über Al Jazeera Club das Fußballjahr 2009 begonnen.

Das Testspiel war zudem der Abschluss der ersten Trainingswoche in Dubai.

Im arabischen Emirat Abu Dhabi war Landon Donvan der auffälligste Stürmer und an zwei Toren der Gäste beteiligt.

Der ehemalige Wolfsburger Bundesliga-Spieler Fernando Baiano hatte Al Jazeera in Führung gebracht (4.). Nationalspieler Bastian Schweinsteiger nutzte eine Vorlage von Donovan zum Ausgleich (31.).

Ein direkt verwandelter Freistoß von Daniel van Buyten nach einem Foul an Donovan brachte die Bayern in Front (47.), ehe der Belgier per Eigentor ausglich (75.).

Bayern mit gutem Beginn

Ein schöner Heber des eingewechselten Miroslav Klose bescherte den Bayern den Sieg (90.+2).

Die Münchner zeigten sich gegen den Tabellenführer der ersten Liga der Vereinigten Arabischen Emirate in guter Form und bestimmten lange das Geschehen. Angreifer Donovan, Leihgabe vom amerikanischen Profiklub Los Angeles Galaxy, hatte drei gute Torchancen, die er aber ungenutzt ließ.

Klinsmann lobt das Team

Jürgen Klinsmann zog ein positives Fazit des Trainingslagers: "Die Jungs haben in den letzten Tagen sehr, sehr hart gearbeitet. Alle haben sehr gut mitgezogen."

Stillstand ist dem Coach von Bayern München zuwider.

Mit entsprechendem Elan und Tempo ist der 44-Jährige auch in seine erste Station als Vereinstrainer gestartet. Nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten ist Klinsmann beim Deutschen Meister angekommen.

"Am Anfang gab es noch viele Fragezeichen. Das hat alles Zeit gebraucht und hat sich alles erst finden müssen", erzählt der frühere Bundestrainer in Dubai. Nun sei alles zusammengewachsen: "Die intensive Arbeit hat sich ausgezahlt. Die Mannschaft hat begriffen, wie wir arbeiten."

Ruhe um den Coach

Auch Manager Uli Hoeneß lehnt sich inzwischen entspannt zurück, wenn es um die Personalie Klinsmann geht.

"Der Anpassungsprozess ist beendet", betonte er erst in dieser Woche.

Noch im Oktober stand das Projekt Klinsmann auf der Kippe. Erst der knappe 1:0-Erfolg in Karlsruhe brachte etwas Ruhe und schließlich die Wende. Seit nunmehr 16 Pflichtspielen sind die Bayern ungeschlagen und alle mit der Arbeit des Trainers zufrieden.

Nur Titel zählen

Klinsmann weiß aber, dass gerade beim Rekordmeister weiterhin viel von den Ergebnissen abhängen wird. Zumal Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erst kürzlich erklärt hatte, dass am Saisonende schon der eine oder andere Titel stehen sollte.

Entsprechend akribisch bereitete Klinsmann in den vergangenen Tagen im Emirat am persischen Golf sein Starensemble auf die am 27. Januar mit dem Pokal-Achtelfinale in Stuttgart beginnende Rückrunde vor.

"Wir haben die Grundlagen für eine hoffentlich erfolgreiche Rückrunde geschaffen", erklärte der 44-Jährige zufrieden.

Testspiel auf dem Programm

Am Montag um 18.15 Uhr (LIVESCORES und LIVE im DSF) folgt zudem zum Abschluss des Trainingslagers eine Partie in Jeddah (Saudi Arabien) gegen Al Wheda.

Klinsmann erhofft sich davon schon erste Erkenntnise. Neugierig sei er vor allem, "wie sich Landon Donovan (Spielerporträt) präsentiert".

Ansonsten schürt Klinsmann den Konkurrenzkampf: "Es geht um die Plätze", sagte er und nannte das Beispiel Hamit Altintop, der in der Vorrunde noch verletzt ausgefallen war: "Er drückt aufs Gas und will unbedingt in die Mannschaft."

Kompliment für "Schweini" und Lahm

Konkurrent von Altintop auf der rechten Mittelfeldseite ist Bastian Schweinsteiger. Doch den lobte Klinsmann genauso wie Philipp Lahm in Dubai ausdrücklich. Schweinsteiger und Lahm "haben die nächsten Schritte in ihrer Karriere gemacht.

Sie übernehmen Verantwortung und sind in der Hierarchie gestiegen. Sie sollen noch mehr in die Leaderrolle hineinwachsen."

Kader "gut aufgestellt"

Überhaupt sei der Kader im Moment "gut aufgstellt und wettbewerbsfähig", entgegnete Klinsmann den Forderungen von Franck Ribery nach Verstärkungen. Es sei allerdings kein Problem, "wenn Franck sich äußert. Wir machen ohnehin unsere Hausaufgaben."

Zu einem vorzeitigen Abschied des Franzosen meinte Klinsmann nur, "dass Franck genau weiß, was er am FC Bayern hat. Wir haben ihn bis 2011 gebunden. Solche Spieler wollen Titel gewinnen und auch in Europa ein Wörtchen mitreden".

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