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Berlins Josip Simunic (l.) während eines Kopfballduells mit Ioannis Amanatidis © getty

Zum ersten Mal seit 1999 gewinnt der Hauptstadt-Klub ein Auftaktspiel zur neuen Saison. Bei Frankfurt läuft nichts zusammen.

Frankfurt/Main - Hertha BSC Berlin hat seinen "Start-Komplex" abgelegt und erstmals seit neun Jahren einen Auftaktsieg in der Bundesliga gefeiert.

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre setzte sich am 1. Spieltag verdient mit 2:0 (1:0) bei Eintracht Frankfurt durch.

Vor 44.000 Zuschauern erzielten der Brasilianer Raffael (43.) und Patrick Ebert (60.) die Treffer für die Berliner, die vor einem Jahr den Start in die Spielzeit 2007/2008 in Frankfurt verpatzt hatten (0:1).

Den letzten Erfolg in einer Bundesliga-Auftaktpartie hatte es für die Hauptstädter 1999 beim 5:2 gegen Hansa Rostock gegeben.

Drei Tage nach dem glanzlosen Hinspiel-Sieg in der zweiten Runde des UEFA-Cups bei RK Ljubljana (2:0) zeigte sich die Hertha zunächst wesentlich effektiver als die Eintracht, die ebenso wie die Gäste drei Neuzugänge in ihrer Startelf aufgeboten hatte.

Starker Pantelic

Das Geschehen prägten aber überwiegend altbekannte Gesichter. Allen voran Stürmer Marko Pantelic. Der Stürmer war nie in den Griff zu bekommen und hatte die Führung auf dem Fuß, doch Frankfurts Torhüter Oka Nikolov parierte einen Schuss des Angreifers (11.) aus kürzester Distanz.

Schon zwei Minuten zuvor hatte der 34-jährige Nikolov, der Stammkeeper Markus Pröll (Fußverletzung) vertrat, bereits glänzend gegen Raffael reagiert.

Erst Mitte der ersten Halbzeit kamen die Frankfurter, die in der vergangenen Woche bei einem Test gegen Real Madrid (1:1) überzeugt hatten, besser ins Spiel.

Russ trifft das Außennetz

Ausgerechnet der in der Vorbereitung schwache Innenverteidiger Marco Russ vergab die beste Chance, als er aus wenigen Metern nur das Außennetz traf (26.).

In der Folge brachten die Hessen die Hertha, bei denen überraschend Josip Simunic als Abwehrchef der Dreierkette in die erste Elf gerückt war, ein ums andere Mal in Verlegenheit.

Die Führung des Favre-Teams war dennoch nicht unverdient.

Raffael macht das 2:0

Symptomatisch, dass der überragende Pantelic Torschütze Raffael mit einem Steilpass maßgerecht bediente. Der brasilianische Spielmacher, dessen Einsatz wegen einer Schienbeinblessur lange fraglich war, schob aus rund zehn Metern sicher ein.

Nach dem Wechsel forcierten die Hausherren den Druck, vieles blieb aber Stückwerk. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel reagierte deshalb in der 55. Minute und brachte "Hertha-Schreck" Martin Fenin. Der tschechische EM-Teilnehmer hatte die Berliner bei seinem Debüt im Januar mit drei Treffern fast im Alleingang besiegt.

Die beste Möglichkeit vergab allerdings Nikos Liberopoulos, dessen Kopfball nur um Zentimeter über das Tor (57.) strich.

Hertha bei Kontern gefährlich

Die Gäste indes zogen sich weit zurück, setzten aber weiter gefährliche Konter. Allen voran Pantelic, der auch das 2:0 vorbereitete: Der 29-Jährige bediente Ebert mit einem Querpass mustergültig.

Bei den Frankfurtern überzeugten Routinier Nikolov sowie Amanatidis. Pantelic, Ebert und Simunic verdienten sich bei der Mannschaft aus der Hauptstadt gute Noten.

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