vergrößernverkleinern
Friedhelm Funkels Zukunft bei Eintracht Frankfurt bleibt vorerst offen © getty

Frankfurts Vorstandsboss Bruchhagen und der Aufsichtsrat sind angeblich uneinig über die Vertragsverlängerung mit dem Coach.

Frankfurt/Vale do Lobo - Der Machtkampf zwischen Aufsichtsrat und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen um die Vertragsverlängerung von Trainer Friedhelm Funkel sorgt bei Eintracht Frankfurt weiter für Aufregung.

Nach Angaben von Bruchhagen werden im Trainingslager der Hessen im portugiesischen Vale do Lobo derzeit zwar Gespräche mit Funkel geführt, eine endgültige Entscheidung wird möglicherweise aber erst Ende März fallen.

"Es ist richtig, dass wir selbstverschuldet angekündigt haben, im Trainingslager (Hier gehts zum Winterfahrplan aller 18 Bundesligisten!) Gespräche mit Friedhelm Funkel zu führen. Das tun wir auch", sagte Bruchhagen.

"Es steht aber nirgendwo geschrieben, dass wir schon eine Entscheidung treffen. Wir werden uns am Dienstag dazu äußern."

Keine Vertragsverlängerung?

Dass sich Funkel wegen des Gegenwinds im Aufsichtsrat, der nach Medienberichten wegen der zumeist unspektakulären Spielweise der Frankfurter nicht geschlossen hinter dem Eintracht-Coach steht, gegen eine Verlängerung seines Ende Juni endenden Kontrakts entscheidet, kann sich Bruchhagen indes nicht vorstellen.

"Ich kann nicht für Herrn Funkel sprechen, aber wenn das so wäre, hätte er mir das gesagt", meinte Bruchhagen, für den eine Vertragsverlängerung erst im März nichts Außergewöhnliches wäre:

"Von den letzten vier Verträgen haben wir zwei im Januar im Trainingslager und zwei erst Ende März verlängert."

Auch Eintracht-Präsident Fischer glaubt nicht an schnelle Einigung

Zuletzt hatte auch Eintracht-Präsident Peter Fischer bezweifelt, dass eine Ausdehnung des Funkel-Kontrakts bereits vor Beginn der Rückrunde über die Bühne geht: "Ich glaube nicht, dass im Winter eine Entscheidung fällt.

Dass sich im Kontrollorgan des Bundesligisten heftiger Widerstand gegen eine Weiterbeschäftigung des Fußballlehrers regt, bestätigte Aufsichtratschef Herbert Becker am Montag im Trainingslager an der Algarve.

"Der Aufsichtsrat hat keine klare Meinung, da diskutieren wir auch. Wir sind unterschiedlicher Auffassung", sagte Becker, der als einer der Kritiker von Funkel gilt, der "Frankfurter Rundschau".

Im Januar 2008 dauerten die Verhandlungen mit Funkel im Trainingslager nur ganze 22 Minuten, nach aktuellem Stand könnte sich eine Entscheidung in der laufenden Spielzeit bis in den Frühjahr hinauszögern.

Bruchhagens Argumente für Funkel, der die Eintracht nach schwachem Saisonbeginn und trotz der zahlreiche Stammkräfte betreffenden Verletztenmisere zum Hinrundenende aus der Abstiegszone führte, scheinen im Aufsichtsrat nicht durchgehend Gehör zu finden.

Beispiellose Konstanz unter Funkel

Dabei steht Funkel bei der Eintracht für eine Konstanz, die beinahe beispiellos ist. Gemeinsam mit Bruchhagen trieb Funkel in den vergangenen viereinhalb Jahren der einstigen Diva ihre Launen aus, etablierte die Frankfurter in der Bundesliga.

Sollte der 55-Jährige seinen Vertrag bei der Eintracht verlängern, könnte er sogar an Erich Ribbeck als Rekord-Trainer der Hessen vorbeiziehen.

Ribbeck, Spitzname "Sir Erich", trainierte die Eintracht vom 1. Juli 1968 bis 30. Juni 1973. Damit war der ehemalige DFB-Teamchef exakt 1826 Tage Cheftrainer beim Deutschen Meister von 1959.

Wenn Funkels aktueller Vertrag am 30. Juni ausläuft, kommt er seit dem 1. Juli 2004 ebenfalls auf exakt 1826 Tage. Mit seinem alten Kontrakt würde Funkel also den Trainer-Rekord von Ribbeck einstellen, bei einer Verlängerung alleiniger Rekord-Coach der Eintracht werden.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel