Auch mit dem neuen Trainer Krassimir Balakov taumelt der FCK dem dritten Abstieg entgegen. Der Trainerwechsel kam zu spät.

Dass Christian Tiffert keine Lust hat, bei Journalistenfragen ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ist schon lange bekannt.

Der Kapitän des 1. FC Kaiserslautern war es deshalb auch, der nach Vervollständigung des Horror-Halbjahres der Pfälzer die Situation passend zusammenfasste:

"Wir sollten nicht mit aller Macht versuchen, den Leuten Hoffnung zu geben. Es ist momentan sehr schwer, das zu vermitteln. Wir machen uns dann auch ein Stück weit selber lächerlich", sagte Tiffert nach der 0:2-Niederlage beim SC Freiburg bei LIGA total!.

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17 Spiele hat der FCK jetzt sieglos hinter sich gebracht und damit einen Negativrekord in der ruhmreichen Klub-Geschichte aufgestellt.

Den letzten Erfolg gab es im Hinspiel gegen die Freiburger. Sieben Punkte Rückstand hat der Traditionsverein bereits auf Relegationsplatz 16.

Nach dem Auftritt im Breisgau fällt es wirklich schwer, irgendeinen Grund zu finden, der dafür spricht, dass die Lauterer am Saisonende nicht zum dritten Mal nach 1996 und 2006 in die Zweite Liga absteigen.

Als "letzte Patrone" hatte Vorstandsboss Stefan Kuntz in dieser Woche den Trainerwechsel von Marco Kurz hin zu Krassimir Balakov bezeichnet. Der Eindruck verfestigt sich, dass Kuntz mit seiner Entscheidung zu lange gewartet hat.

Seit dem Erfolg gegen Freiburg im Oktober hat der FCK lediglich neun Punkte geholt. Die vom neuen Coach Christian Streich so spektakulär widerbelebten Breisgauer holten im gleichen Zeitraum 21 Zähler.

Im Gegensatz zu Streich, der die Freiburger schon zum Jahreswechsel übernahm, oder Lucien Favre, der sein Gladbacher Nicht-Abstiegs-Wunder im Februar 2011 in Angriff nehmen durfte, bleibt Balakov aber nur wenig Zeit. Wahrscheinlich zu wenig.

Zudem lässt das Potenzial des durch zahlreiche qualitative Abgänge enorm geschwächten Kaders nur wenig Luft zum Träumen. 17 Tore aus 27 Saisonspielen sind eine verheerende Bilanz, hinzu kommen immer wieder dilettantische Patzer in der Defensive.

Bezeichnend, dass Balakov nach seinem ersten Spiel als Bundesligatrainer bereits vom Neuaufbau sprach.

Die "letzte Patrone" ist wohl nur eine Platzpatrone.