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Ralf Rangnicks (r.) Hoffenheimer steht in regelmäßigem Kontakt mit Jürgen Klinsmann © getty

Hoffenheims Trainer stapelt weiter tief, lobt den Rekordmeister und will von der Meisterschaft trotz Tabellenführung nichts wissen.

München - Ralf Rangnick stapelt weiter tief und geht auf Kuschelkurs zum FC Bayern.

"Wenn Bayern eine normale Saison spielt, werden sie den Titel holen. Wir sehen uns weiterhin als Aufsteiger und nicht auf Augenhöhe mit Bayern", sagte der Trainer von Herbstmeister 1899 Hoffenheim der "Bild am Sonntag".

"Wir werden allerdings auch in der Rückrunde versuchen, jedes Spiel zu gewinnen."

Meisterschaft nicht das Ziel

Ziel sei nicht die Deutsche Meisterschaft, sondern die Weiterentwicklung der Mannschaft, so der Coach weiter:

"Wenn wir so spielen wie in der Vorrunde, wir trotzdem ein paar Spiele unglücklich verlieren und Sechster werden, bin ich trotzdem zufriedener, als wenn wir schlecht spielen und glücklich Vierter werden."

Vor allem aufgrund der fehlenden Erfahrung sehe er sein Team "nicht als Bayern-Konkurrenten", erklärte Rangnick, dessen Team seit Freitag im Trainingslager im südspanischen La Manga weilt.

Vielmehr warnte er die Spieler des Aufsteigers: "Wir dürfen jetzt nur bitte, bitte nicht den Fehler machen, zu glauben, wir wären schon etwas."

Gezielte Attacken vor dem Spitzenspiel

Seine verbalen Attacken vor dem Spitzenspiel Anfang Dezember in München (1:2) habe er allerdings bewusst vom Stapel gelassen.

"Ich muss zugeben: Der Spruch 'Wer flotte Sprüche hören will, muss nach München fahren. Wer flotten Fußball sehen will, muss uns anschauen' war gezielt", erklärte der 50-Jährige.

"Da kamen in den Tagen vor dem Spiel immer wieder Giftpfeile aus München, diesen Satz habe ich mir vorher überlegt. Der Rest war aus der Erregung heraus, weil ich mich zehn Minuten vorher über ein paar Dinge geärgert habe."

Ein kleinen Seitenhieb Richtung FC Bayern konnte sich Rangnick auch diesmal nicht verkneifen. Auf die Frage, ob Vedad Ibisevic wie in der Hinrunde nochmal 18 Treffer erzielen könne, antwortete er:

"Wann war es das letzte Mal der Fall, dass jemand 35 Tore oder mehr pro Saison gemacht hat? Zu Gerd Müllers Zeiten, oder? Damals hatten die Stürmer auch noch ein bisschen mehr Platz, auch wenn Paul Breitner das jetzt nicht gerne lesen wird."

Harmonie trotz Konkurrenz

Insgesamt aber herrscht offenbar wieder Harmonie zwischen den beiden Titelkandidaten.

"Jürgen Klinsmann steht in regelmäßigem Kontakt mit unserem Nachwuchsdirektor Berhard Peters. Andererseits war unser Torwart-Trainer Cesar Thier im letzten Herbst zwei Tage beim FC Bayern zum hospitieren", berichtete Rangnick.

"Trotz aller Konkurrenz finde ich, dass man auch weiterhin gut und fair miteinander umgehen kann."

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