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Christian Gentner erzielte das 4:4 für Stuttgart in der Nachspielzeit © getty

Erst spielt Dortmund den VfB an die Wand, dann dreht ein Doppelpack die Partie. Der BVB zeigt erneut Moral, bis Gentner trifft.

Dortmund - Borussia Dortmund hat im Kampf um die Deutsche Meisterschaft nach einer spektakulären Berg- und Talfahrt einen Rückschlag kassiert.

In einer hochklassigen Partie kam die Borussia trotz einer 2:0-Führung gegen den VfB Stuttgart am Ende nicht über ein 4:4 (1:0) hinaus und baute nach dem 22. Spiel in Folge ohne Niederlage den Vorsprung auf Verfolger Bayern München zunächst nur auf sechs Zähler aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der VfB blieb nach grandiosem Kampf und durch ein Tor in letzter Sekunde durch Christian Gentner (90.+2) im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen. 537376(DIASHOW: Der 28. Spieltag)

"Solches Spiel noch nicht erlebt"

"Das war ein verrücktes Spiel. Ein solches Spiel mit diesen Führungswechseln habe ich auch noch nicht erlebt. Nach dem 2:0 haben wir den Faden aus der Hand gegeben. Stuttgart hat richtg Druck gemacht, am Ende ist das Unentschieden verdient. Ich bin zufrieden, weil wir ja schon raus waren", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp nach der Partie.

"Das ist schön, wenn eine Mannschaft sich nicht aufgibt, wenn man beim deutschen Meister 0:2 zurückliegt. Das war sehr lobenswert, dass meine Mannschaft zurückgekommen ist. Für so ein geiles Spiel lohnt es sich, Trainer zu sein", zeigte sich Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia begeistert.

Unfassbare Dramaturgie

Nach Toren von Shinji Kagawa (33.) und Jakub Blaszczykowski (49.) sah der Meister schon wie der sichere Sieger aus, doch der VfB konterte. Vedad Ibisevic (71.) und Julian Schieber (77./79.) brachten die Stuttgarter mit 3:2 in Front, ehe Mats Hummels (81.) und der eingewechselte Ivan Perisic (87.) das Spiel erneut drehten - bevor Gentner traf.

"Das war ein tolles Spiel für die Zuschauer. Wir hätten frühzeitig den Sack zumachen und konsequenter spielen müssen", sagte BVB-Torwart Roman Weidenfeller bei LIGA total!.

Schmelzer lobt Moral

"Für uns wäre es auch ein geiles Spiel gewesen, aber das Gegentor am Schluss hätte nicht sein müssen. Dass wir nach dem Rückstand noch so zurückgekommen sind, zeigt die Moral der Mannschaft", sagte Marcel Schmelzer zu SPORT1.

Mats Hummels war dagegen bedient: "Wir hätten das 2:0 nie hergeben dürfen. Dann so ein dreckiger Ausgleich in letzter Sekunde - ein ganz bitteres Ende."

Die BVB-Fans sahen von der ersten Minute an Vollgas-Fußball des Pokalfinalisten mit dem ersten Warnschuss von Kagawa nach nur 90 Sekunden.

Der Japaner hatte auch den Führungstreffer auf dem Fuß (6.), als er VfB-Keeper Sven Ulreich aus kurzer Distanz zu einem spektakulären Reflex zwang.

BVB versetzt Stuttgart in Alarmstimmung

Bei fast jedem Angriff des BVB herrschte am und im Stuttgarter Strafraum Alarmstufe eins. Auf der anderen Seite konnte der starke Schieber (20.) einen Blackout der besten Abwehr der Liga aus nur acht Metern nicht nutzen.

Glück hatte der VfB im Gegenzug. Robert Lewandowski hatte Keeper Ulreich bereits ausgespielt, bevor Georg Niedermeier den Ball von der Linie köpfte und wenig später Kevin Großkreutz (24.) nur die Latte des Stuttgarter Gehäuses traf.

Kagawa erlöst Dortmund

Dortmund dominierte und kombinierte meisterlich, das überfällige Führungstor fiel schließlich durch Kagawa nach einer Kopfballvorlage von Sebastian Kehl.

Auch nach dem Wechsel traf zunächst Lukasz Piszczek den Pfosten (48.), bevor dessen polnischer Landsmann Blaszczykowski den BVB mit 2:0 in Front schoss.

Erst danach bemühten sich die Stuttgarter um Angriffsdruck und hatten Pech, weil der Distanzschuss von William Kvist ebenfalls nur am Aluminium landete.

Bei seinen Kontern versäumte es der BVB, das Ergebnis frühzeitig noch höher zu schrauben, zumal Blaszczykowski eine der zahlreichen hochkarätigen Dortmunder Chancen vergab - und damit unfreiwillig zum irrsinnigen Schlusssprint der Partie beitrug.

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