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Claudio Pizarro (l.) spielt seit 1999 für die peruanische Nationalmannschaft © getty

Nach der Pleite gegen Mainz schlägt Allofs Alarm. Nur im Fall Pizarro ist der Werder-Manager optimistisch. Tuchel grinst wieder.

Bremen - 13 auslaufende Verträge, die weiterhin ungeklärte Zukunft von Stürmer Claudio Pizarro und der nächste Rückschlag im Kampf um die Europacup-Plätze:

Die heile Bremer Fußball-Welt ist aus den Fugen geraten. Nach dem 0:3 (0:1)-Heimdebakel gegen den FSV Mainz 05 (Bericht) löste Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs Alarm aus (SPIELBERICHT: Mainz rupft Werder).

"Das sind Punkte, die man einfahren muss. Europa ist gefährdet. Wenn wir so spielen wie heute, schaffen wir es bestimmt nicht", sagte Allofs bei LIGA total! und vergrub seine Hände tief in den Manteltaschen.

Dem Werder-Sportchef hatte der Tag sichtlich zugesetzt.

Auch als das Spiel längst vorbei war, ärgerte er sich noch über das passive Auftreten seiner Mannschaft: "Wir müssen unsere Naivität ablegen, wenn wir uns durchsetzen wollen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Rückschlag im Kampf um die Europa League war allerdings nicht das einzige Thema des Wochenendes.

Bei Pizarro optimistisch

13 Verträge laufen an der Weser aus. Vor allem die Zukunft von Top-Torjäger Pizarro, der gegen Mainz kaum in Erscheinung trat, ist noch immer ungeklärt 537376 (DIASHOW: Der 28. Spieltag) .

Trotz einer angeblichen Offerte aus München gab sich Allofs im Vertragspoker optimistisch.

"Ich glaube, dass wir sehr gute Karten haben", sagte er bei "Sky": "Sollte eben ein außergewöhnliches Angebot kommen, woher auch immer, kann es eventuell sein, dass er uns verlässt."

Nerlinger hält sich bedeckt

Der deutsche Rekordmeister hielt sich unterdessen bedeckt.

"An den Spekulationen, die momentan herrschen, werden wir uns nicht beteiligen", sagte Bayern-Manager Christian Nerlinger, um sich dann aber doch noch einen Kommentar zum Peruaner entlocken zu lassen: "Über die Qualitäten von Claudio brauchen wir sicherlich nicht zu diskutieren."

Pizarro kennt sich in München bestens aus. Sechs Jahre stürmte er für die Bayern, erzielte zwischen 2001 und 2007 in 174 Spielen 71 Tore.

Die Bilanz ist mäßig

Neben der Zukunft Pizarros gibt es weitere Baustellen im Kader. So stehen andere Leistungsträger wie Kapitän Clemens Fritz und Nationalkeeper Tim Wiese noch immer ohne gültigen Vertrag für die kommende Saison da.

"Wir werden auch im kommenden Jahr einen genügend großen Kader mit genügend Qualität haben", sagte Allofs.

Ob die Stars aber auch ohne die Gelder einer fest eingeplanten Europapokal-Teilnahme in Bremen gehalten werden können, ist fraglich.

Fest steht hingegen, dass die Bilanz von Werder im Jahr 2012 alles andere als berauschend ist.

Zwei Siege aus elf Spielen - nimmt man die Rückrunde als Maßstab, stünde der Hinrunden-Fünfte gerade einmal zwei mickrige Pünktchen vor dem Relegationsplatz.

"Niederlage geht in Ordnung"

Selbst gegen den Lieblingsgegner Mainz, gegen den es zuvor in zehn Spielen nur eine Niederlage gegeben hatte, hatte das Team von Trainer Thomas Schaaf am Samstag kaum eine Chance.

"Wir haben gut begonnen", sagte Schaaf, "aber mit dem ersten Gegentreffer sind wir völlig von unserem Spiel abgekommen. Die Niederlage geht in Ordnung."

Nach dem 0:1 durch Adam Szalai (19.) nahmen die von Trainer Thomas Tuchel hervorragend eingestellten Mainzer die Bremer Defensive regelrecht auseinander.

Joker Eric Maxim Choupo-Moting sorgte mit seinem Doppelpack (48. und 74.) für die Entscheidung.

"Wir wurden für eine engagierte Leistung belohnt, wir waren wacher und fleißiger", resümierte Tuchel mit einem breiten Grinsen.

Mit ihrem ersten Auswärtserfolg nach zwölf Spielen ohne Sieg haben sich die Mainzer wieder etwas Luft im Abstiegskampf verschafft.

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