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Linksverteidiger Schmelzer (r.) erzielte in dieser Saison einen Treffer gegen Köln © imago

Trotz des geschrumpften Vorsprungs ist der BVB gelassen. Schmelzer sieht den Respekt der Bayern. Hummels bleibt cool.

Von Christian Paschwitz, Björn Seitnerund Christian Arias Losada

München/Dortmund - Es scheint alles auf den "Tag der Wahrheit" hinauszulaufen.

Nach Borussia Dortmunds spektakulärem 4:4-"Patzer" gegen den VfB Stuttgart (Bericht) und dem Sieg des FC Bayern beim 1. FC Nürnberg (Bericht) ist der Titelkampf wieder völlig offen.

Nur noch drei Punkte trennen den aktuellen und den Rekordmeister, weshalb das Direktduell am 11. April im Dortmunder Signal-Iduna-Park wohl darüber entscheidet, wer am Ende die Schale in den Himmel reckt.

Anders als in der vergangenen Woche halten sich die Münchner nach ihrem Erfolg in Nürnberg (Nachbericht: Schlaue Bayewrn erzwingen Alles-oder-Nichts-Gipfel) mit Kampfansagen aber weitgehend zurück.

Schmelzer gibt sich gelassen

Beeinflussen würde das den BVB sowieso nicht - behauptet bei SPORT1 jedenfalls Marcel Schmelzer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Natürlich lesen wir das", gibt Dortmunds-Linksverteidiger zu. "Aber das zeigt natürlich auch den Respekt, den die Münchner vor uns haben." 537376 (DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Dass die Schwarz-Gelben durch die beiden verschenkten Zähler gegen Stuttgart nun einen Knacks bekommen für die entscheidende Saisonphase, schließen die Borussen aus.

Blaszczykowski: VfB fix abhaken

"Wir sind weiterhin Tabellenführer und spielen eine richtig gute Runde bis jetzt - und wir müssen das jetzt weiter durchziehen", sagt bei SPORT1 auch Jakub Blaszczykowski - und will der Partie gegen den VfB nicht lang nachtrauern: "Das kann passieren, aber das Leben geht weiter."

Und das mit kniffligen Aufgaben für beide Kontrahenten:

Während der BVB beim VfL Wolfsburg auf dem Prüfstein steht, haben die Bayern das Derby mit dem FC Augsburg vor der Brust.

Wahnsinn mit den Zuschauern"

Für Schmelzer geht es deshalb vor allem darum, "unsere Konzentration beizubehalten".

Und er setzt für das Duell gegen das Star-Ensemble von der Isar umso mehr auf die Unterstützung der enthusiastischen Fans, wie die es schon gegen Stuttgart taten.

[kaltura id="0_qk6jgzgv" class="full_size" title="Klopp nach dem 4:4 gegen Stuttgart"]

"Mit den Zuschauern im Rücken ist es natürlich Wahnsinn, wie wir nach vorne gepeitscht wurden", meint der 24-Jährige und ergänzt, mit den Fans "dann eben noch besser zu spielen".

BVB: Vorher nie mehr als ein Gegentreffer

Was dennoch nicht heißt, dass die Dortmunder den Kracher gegen den FCB, deren letzten drei sie allesamt gewannen, als Selbstläufer betrachten.

Der hergeschenkte Sieg gegen Stuttgart hat ohnehin eine ganz wichtige Erkenntnis gebracht - nämlich, dass auch eine 2:0-Führung nicht dazu verleiten darf, einen Gang zurückzuschalten.

"Unsere Konzentration hat nachgelassen. Zuhause drei Gegentore zu bekommen, und am Ende sogar noch ein viertes - das darf nicht sein", stellt Schmelzer klar. Zumal der BVB zuvor nie mehr als einen Gegentreffer in den vorherigen zwölf Heimspielen bekommen hatte.

Hummels: "War schon mal nervöser"

Gleichwohl geben sich die Dortmunder betont gelassen.

"Ich freue mich schon auf die Überschriften - die mit Meisterflatter", so Mats Hummels bei SPORT1.

"Das Entscheidende ist: In der Rückrunde haben wir bisher 29 von 33 Punkten geholt", erklärt der Nationalspieler: "Also ich war schon mal nervöser als nach dieser Punkteausbeute. Es gibt schlimmere Ausgangssituationen sechs Spieltage vor Schluss - alle anderen zum Beispiel."

Klopp: "Diesen Stress muss man lieben"

Jürgen Klopp sieht's ähnlich - und verweist darauf, dass es nach der Hinrunde ja die Bayern waren, die bereits enteilt waren und als So-gut-wie-Meister gehandelt worden waren.

"Wir sind nur in diese Situation gekommen, weil wir wirklich eine außergewöhnliche Rückrunde spielen", sagt der BVB-Coach.

Und weiter: "Wir haben alles gewonnen und nur zweimal unentschieden gespielt - meine Fresse. Dann ist es eben so, dass man alles gewinnen muss, wenn man mit den ganz Großen mithalten will. Diesen Stress muss man durchaus auch ein bisschen lieben."

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