vergrößernverkleinern
Per Nilsson (2.v. r.) kam 2010 aus Hoffenheim zum 1. FC Nürnberg © imago

Der Club-Verteiger bringt sein Team um den Sieg in Freiburg. Schusters Verletzung trübt die Freude über die geglückte SC-Aufholjagd.

Freiburg - Per Nilsson schlich wie ein geprügelter Hund durch die Freiburger Stadionkatakomben.

In einem Spiel ohne Sieger war der schwedische Abwehrspieler des 1. FC Nürnberg zum großen Verlierer avanciert. (Spielbericht: Freiburgs starke Aufholjagd)

"Das war unfassbar unnötig und richtig ärgerlich. Unser Torhüter hätte den Ball locker gehabt. Es fühlt sich an wie nach einem verlorenen Spiel", sagte der Pechvogel nach dem 2:2 (2:0) der Nürnberger beim Verfolger SC Freiburg zur viel diskutierten Aktion, in der Nilsson leichtsinnig seinen Gegenspieler Daniel Caligiuri geschubst hatte.

"Das pfeifen nicht viele"

Immer wieder musste Nilsson die Szene schildern, die dem Club nach zuvor vier Pleiten in Serie möglicherweise den erlösenden Sieg im Abstiegskampf gekostet hatte.

Nach einem Stoß des 29-Jährigen gegen Caligiuri im Strafraum entschied Referee Thorsten Kinhöfer beim Stand von 2:0 für die Gäste kurz nach der Pause auf Strafstoß.

Immerhin nahm Club-Keeper Raphael Schäfer seinen Innenverteidiger Nilsson ("Es war schon Körperkontakt da") ein wenig in Schutz.

"Diesen Elfmeter pfeifen nicht viele Schiedsrichter auf der Welt oder in der Bundesliga. Es war eigentlich eine Situation, in der wenig hätte passieren können", sagte Schäfer, der den folgenden 1:2-Anschlusstreffer der Freiburger durch Caligiuri (52.) nicht verhindern konnte. 540502(DIASHOW: Der 29. Spieltag)

Relegationsplatz bedrohlich nahe

Cedrick Makiadi (79.) ließ dann endgültig die Träume der "Clubberer" vom fünften Auswärtssieg platzen.

Anstatt sich mit einem Erfolg von der Abstiegszone zu entfernen, beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz ebenso wie für Freiburg weiterhin nur drei Zähler. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trotz der gefühlten Niederlage gewann Schäfer dem Unentschieden etwas Positives ab: "Wir haben gezeigt, dass wir leben", sagte der Nürnberger Kapitän und wird auch für Nilsson ein paar tröstende Worte parat gehabt haben.

Lange Verletzungsmisere von Nilsson

Dabei hatte sich ausgerechnet der Schwede als Ersatz für den gesperrten Abwehrchef Philipp Wollscheid in Freiburg von seiner besten Seite zeigen wollen.

Nilsson plante bei seinem Startelf-Debüt in dieser Bundesliga-Saison, die Gedanken an seine Verletzungsmisere endlich hinter sich zu lassen - und Pluspunkte bei Trainer Dieter Hecking zu sammeln.

Wegen Achillessehnen- und Knie-Beschwerden war der frühere Hoffenheimer in der laufenden Bundesliga-Runde nur zu zwei Kurzeinsätzen gekommen.

"Eine Frage der Zeit"

Zum alleinigen Sündenbock wollte sich Nilsson aber trotz aller Selbstkritik nicht machen lassen. "Es waren zwei unnötige Gegentore. Wenn du 2:0 führst, musst du gewinnen", sagte der Schwede.

Daniel Didavi sah das Unglück nach dem Nilsson-Patzer kommen: "Es war nach dem Elfmeter eine Frage der Zeit, wann wir das zweite Gegentor kassieren."

Der Mittelfeldspieler hatte die Franken verdient in Führung gebracht (8.), ehe Stürmer Tomas Pekhart mit dem Pausenpfiff auf 2:0 (45.) erhöhte.

Gesichtsverletzung bei Schuster

Während die Nürnberger am Mittwoch Schalke 04 empfangen, muss Freiburg bereits am Dienstag bei Hertha BSC Berlin antreten.

Nach der tollen Aufholjagd bereitete Trainer Christian Streich, der mit seinem Team zuletzt 14 von 18 möglichen Punkten geholt hatte, die personelle Situation Sorgen. Kapitän Julian Schuster schied nach einem Kopfballduell mit einer Gesichtsverletzung aus (24.).

Einer ersten Diagnose zufolge erlitt der Mittelfeldspieler einen Nasenbein- und Oberkieferbruch und droht damit für den Rest der Saison auszufallen.

"Das war ein Schock für uns. Es sieht nicht gut aus, meinte der Doc", sagte Streich. Zudem muss Makiadi wegen einer Gelbsperre in Berlin pausieren.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel