

"Wir kennen Dortmunds Schwächen"
Aus der Allianz Arena berichtet
Mathias Frohnapfel
München - Bastian Schweinsteiger hatte über die schwarze Lederjacke ein dunkles Halstuch gebunden. Ein modisches Accessoire, nichts weiter.
Denn Bayerns Mittelfeldantreiber ist wieder fit, zu "100 Prozent gesund", wie er selbst nach dem 2:1-Erfolg über den FC Augsburg berichtete. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Mit spürbarer Erleichterung sprach Schweinsteiger im Bauch der Münchner Arena über sein Comeback in der Münchner Startelf seit dem 8. Februar.
Lange Leidenszeit endlich vorbei
Damals hatte er sich in der DFB-Pokalpartie in Stuttgart am Sprunggelenk verletzt. Beim Comeback-Versuch zog sich der Nationalspieler weitere Komplikationen zu, so dass er erst jetzt wieder für den FCB von Beginn an spielen konnte.
Rechtzeitig vor dem Ligakracher bei Borussia Dortmund am kommenden Mittwoch.
"In Dortmund zu spielen ist nicht einfach", sagte Schweinsteiger auf SPORT1-Nachfrage und fügte an: "Trotzdem wollen wir dahin fahren und weitere unsere Siegesserie ausbauen - wie ist mir egal."
Im Interview schildert der 28-Jährige die Chancen für das Spitzenspiel, seine eigene Genesung und klärt über den Torriecher von Mario Gomez auf. (DIASHOW: Der 29. Spieltag)
Frage: Herr Schweinsteiger, Hand aufs Herz: Wie schwierig war es gegen Augsburg zu gewinnen?
Schweinsteiger: Das war ein ganz wichtiger Sieg. Im Moment ist es gegen Augsburg nicht einfach, sie haben nicht umsonst die letzten sechs Spiele nicht verloren, deshalb hatte der Sieg Priorität. In der ersten Hälfte standen wir etwas zu weit auseinander, das hat uns das Leben schwieriger gemacht. In der zweiten Hälfte haben wir den nötigen Druck erzeugt, um zu gewinnen.
Frage: Entscheidet sich am Mittwoch in Dortmund die Meisterschaft?
Schweinsteiger: Ich denke nicht, danach kommen ja noch vier Spieltage. Wer gewinnt, hat einen Vorteil, aber die Saison dauert bis zum letzten Spieltag. Die Meisterschaft wird erst dann entschieden.
Frage: Nach drei Niederlagen gegen Dortmund in Folge ist es an der Zeit für Bayern wieder zu siegen, oder?
Schweinsteiger: Auf jeden Fall, aber in Dortmund ist es nie einfach zu gewinnen. Wir kennen mittlerweile die Stärken und Schwächen von Dortmund ganz gut. Doch eigentlich geht es nur darum, unser Spiel zu finden. Wenn wir das umsetzen, was uns der Trainer vorgibt, können wir auch in Dortmund gewinnen. Der BVB hat aber eine super Mannschaft. Es wird also nicht einfach. Jeder Spieler muss über sich hinauswachsen.
Frage: Wie haben Sie sich zurück in der Startelf gefühlt?
Schweinsteiger: Ganz gut, ich hätte nicht gedacht, dass es über 90 Minuten geht, am Anfang muss man sich erst ein bisschen eingewöhnen, aber dann hatte ich noch genug Kraft.
Frage: Gibt es die Gefahr, dass Sie nochmal einen Rückschlag erleiden?
Schweinsteiger: Ich bin zuversichtlich, dass alles klappt. Ich habe gegen Augsburg 90 Minuten ohne Schwierigkeiten spielen können. Ich hatte vorher immer ein wenig Probleme, seit einer Woche fühle ich mich aber richtig gut. Deshalb tat es mir richtig gut, über 90 Minuten zu spielen. Ich muss mich regenerieren und weiter fit werden.
Frage: Und haben Sie Angst davor, die Dinge zu schnell anzugehen?
Schweinsteiger: Ich bin erfahren genug und weiß, wie man mit solchen Situationen umgeht. Ich hätte noch länger spielen können, auch wenn es eine Verlängerung gegeben hätte (schmunzelt).
Frage: Also wieder 100 Prozent Bastian Schweinsteiger?
Schweinsteiger: Ja, ich fühle mich 100 Prozent gesund, das ist das Wichtigste. Ich brauche aber noch Spiele, um absolute Topleistung zu bringen. Für mich steht das jedoch nicht im Vordergrund, sondern, dass die Mannschaft Spiele gewinnt. Wie in Nürnberg hat man den Siegeswillen gemerkt. Wir haben auch zum Schluss bei Augsburgs langen Bällen dagegen gehalten, mit genau dieser Einstellung müssen wir gegen Dortmund spielen.
Frage: Mario Gomez hat in dieser Woche seinen Vertrag beim FCB bis 2016 verlängert. Jetzt machte er wieder einen Doppelpack, besser geht es nicht, oder?
Schweinsteiger: Holger (Badstuber, Anm. d. Red.) und Jerome (Boateng, Anm. d. Red.) sind nicht in der Position, um Tore zu schießen (schmunzelt). Mario ist unser Stürmer, er macht die Tore. Wie er sie macht, ob er angeschossen wird oder wie auch immer, ist egal. Hauptsache, er trifft.


