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Jupp Heynckes (2.v.r.) ist in seiner dritten Amtszeit als Trainer beim FC Bayern © getty

Heynckes baut nach dem verlorenen Gipfel Arjen Robben auf und schärft seinem Team Kampfgeist ein. Gegen Mainz wird er rotieren.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Das Wort "Aufgeben" gibt es im Vokabular von Jupp Heynckes nicht.

Zumindest nicht ohne den Zusatz "nie".

Entsprechend couragiert geht der Bayern-Trainer nach der 0:1-Niederlage im Gigantengipfel bei Borussia Dortmund (Bericht) den Endspurt in der Bundesliga an.

Trotz der sechs Punkte Vorsprung des BVB im Titelrennen sagte Heynckes Freitagnachmittag:

"Im Fußball darf man nie aufgeben, ein Fünkchen Hoffnung muss man immer haben."

Als Bespiel führte Heynckes vor dem Heimspiel gegen Mainz (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) das legendäre Münchner Saisonfinale 2001 an.

"Wir müssen realistisch sein"

Er gab aber auch zu, dass der BVB sich die Schale "normalerweise" nicht mehr nehmen lassen wird.

"Wir müssen realistisch sein, unsere Pflicht ist die Spiele zu gewinnen, was dann passiert, liegt nicht in unseren Händen", sagte Heynckes auf SPORT1-Nachfrage.

Doch sollten die Schwarzgelben patzen, müssten die Bayern da sein (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Seinen Spielern hatte er bereits am Donnerstag eingeimpft, wie der FCB mit dieser schmerzhaften Pleite umgehen soll.

Heynckes fordert Kampfgeist

Um 9 Uhr hätten die sich doch noch "schleppend" Richtung Frühstück und Besprechung bewegt.

"Ich habe ihnen klipp und klar gesagt, dass sie das wegstecken und zum Kampf übergehen müssen."

Natürlich hatte Heynckes auch Elfmeterfehlschützen Arjen Robben zum kurzen Gespräch gebeten (Bericht).

"Es gibt bei uns keine Schuldzuweisungen", machte der 66-Jährige dem Pechvogel klar 542151 (DIASHOW: Der 30. Spieltag) .

[kaltura id="0_9nxojgf8" class="full_size" title="Heynckes hegt noch Hoffnung"]

Alaba Nummer drei in der Elfmeterhierarchie

Bewusst redete er Robbens Patzer klein und sprach von "berühmten Spielern", die bereits Elfmeter verschossen hätten.

Dass Bayern Präsident Uli Hoeneß selbst mit seinem verkorkstem Schuss im EM-Finale 1976 dazugehört, ließ Heynckes unerwähnt.

Dafür verriet er die interne Elfmeterhierarchie: Es bliebe auch künftig bei Robben, Mario Gomez "und dann kommt schon der Kleine".

Gemeint war Nesthäkchen David Alaba.

Real scheinbar noch in weiter Ferne

Das Team wieder aufzurichten, darin sah der Bayern-Coach nach dem Tiefschlag von Dortmund seine erste Aufgabe.

Gegen Mainz habe der FCB nach der 2:3-Pleite im Hinspiel noch etwas gutzumachen.

Zugleich schärfte er seinen Mannen ein, wie wichtig nun ein Sieg gegen Mainz sei, "um uns positiv auf Real Madrid einzustimmen".

Ansonsten wiegelt Heynckes charmant, aber bestimmt ab, als ein spanischer Reporter schon dezidiert Auskunft vorm Traum-Halbfinale in der Champions League verlangte.

Der Spanien-Kenner und ehemalige Real-Trainer sprach nur sehr allgemein von "allegria" ("Freude"), gegen einen solch großen Gegner zu spielen.

Rotation gegen Mainz

Einigen Profis aus seiner Stammelf dürfte Heynckes aber mit Blick auf das Duell gegen "Los Blancos" am Dienstag vorerst eine Verschnaufpause geben.

"Es ist bei so vielen Spielen unabdingbar, dass man die Anfangsformation verändern muss. Ich muss aber das richtige Maß und eine Mannschaft finden, die das Spiel gegen Mainz gewinnt."

Womöglich kehrt Bastian Schweinsteiger zurück, der gegen Dortmund erst in der zweiten Hälfte zum Einsatz kam, nach seiner Verletzungspause weiterhin Spielpraxis braucht.

"Wenn er zu 100 Prozent fit gewesen wäre, hätte er in Dortmund von Anfang an gespielt", sagte Heynckes bestimmt.

Niederlagen spornen Heynckes an

Indes wollte der Bayern-Trainer ebenso wie seine Spieler das vergeigte Spitzenspiel möglichst schnell wegschieben und erklärte daher nicht ohne Stolz, dass er persönlich aus Niederlagen "mehr Motivation" ziehe als aus Siegen.

"Wir müssen den Motor wieder anschmeißen", forderte er mit Blick auf Champions League und DFB-Pokalfinale.

Ähnlich formulierte es Nationalkeeper Manuel Neuer, der verlangte: "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen und müssen den Kopf oben behalten."

Heynckes' positive Botschaft scheint beim Team angekommen zu sein.

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