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Friedhelm Funkel (l.) wandelt auf den Spuren Erich Ribbecks © getty

Trotz Gegenwinds aus dem Aufsichtsrat will der Coach in Frankfurt weitermachen. Funkel könnte dann einen Uralt-Rekord knacken.

Frankfurt/Vale do Lobo - Im Tauziehen um eine Vertragsverlängerung mit Trainer Friedhelm Funkel geht Vorstandsboss Heribert Bruchhagen bei Bundesligist Eintracht Frankfurt auf Schmusekurs mit dem Aufsichtsrat und rechnet fest mit einer Einigung noch vor Beginn der Rückrunde.

"Für Eintracht Frankfurt ist es selbstverständlich, dass in einer so wichtigen Frage wie dem Trainervertrag die Gremien vollständig informiert und mit einbezogen werden", erklärte Bruchhagen am Dienstag im Trainingslager der Frankfurter im portugiesischen Vale do Lobo.

"In den fünf Jahren, die ich bei der Eintracht tätig bin, wurde aber nie ein Vorschlag des Vorstands abgelehnt. Wir haben uns immer geeinigt."

Für den Frankfurter Vorstandsboss ist die Verlängerung des zum Saisonende auslaufenden Vertrages mit Funkel nur noch Formsache. Im Trainingslager an der Algarve wurden in den vergangenen Tagen die Rahmenbedingungen mit Funkel über eine weitere Zusammenarbeit abgesteckt.

Nach der Rückkehr der Mannschaft nach Frankfurt sollen in der kommenden Woche die laut Bruchhagen "konstruktiven Gespräche" mit dem Trainer zu Ende geführt werden. Anschließend will Bruchhagen dem Aufsichtsrat den ausgehandelten Kontrakt vorlegen und absegnen lassen.

"Friedhelm Funkel ist unsere Lokomotive", meinte Bruchhagen in einem Interview mit der "Welt". "Zusammen mit Bremens Schaaf ist er der erfahrenste Trainer der Bundesliga. Er ist berechenbar und charakterlich einwandfrei. Er interessiert sich 100 Prozent für seinen Beruf und ist kein Ballyhoo-Mann."

Bruchhagen betont Funkels Verdienste

Bruchhagen weiter: "Herr Funkel hat den Verein in den viereinhalb Jahren, in denen er da ist, Schritt für Schritt nicht nur wirtschaftlich aus einer prekären Situation befreit, sondern auch sportlich."

Zufrieden mit den Gesprächen mit Bruchhagen zeigte sich am Dienstag auch Funkel selbst Er wird zu Beginn der kommenden Saison voraussichtlich in sein sechstes Jahr bei der Eintracht gehen und damit am 1. Juli 2009 den früheren DFB-Teamchef Erich Ribbeck als Rekord-Trainer der Hessen ablösen.

"Wenn die Voraussetzungen stimmen, würde ich gerne in Frankfurt weiterarbeiten", sagte der 55-Jährige, der bei der Eintracht in der kommenden Saison rund 800.000 Euro verdienen soll.

"Das ist Quatsch"

Dass er sich wegen der fehlenden Rückendeckung im Aufsichtsrat (Machtkampf um Funkels Zukunft) sogar Gedanken über ein Ende seines Engagements gemacht haben soll, dementierte Funkel aber vehement. "Es wird viel geschrieben ohne tatsächliches Wissen. Das ist Quatsch und nicht mal im Ansatz richtig."

Bruchhagen hat sich mit der Vertragsverlängerung auch gegen die zuletzt immer stärker werdenden Strömungen im geteilten Aufsichtrat durchgesetzt. Vor allem der Umgang Funkels mit dem brasilianischen Mittelfeldspieler Caio, mit 3,8 Millionen Euro teuerster Einkauf der Eintracht-Geschichte, ist dem Kontrollgremium weiterhin ein Dorn im Auge.

"Die Sache Caio wird ganz kritisch gesehen. Die Art und Weise, wir mit ihm umgegangen wurde, ist eine Katastrophe. Auch die Fans sind gespalten", erklärte Aufsichtsratsboss Herbert Becker.

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