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Jermaine Jones erzielte für Schalke in 46 Bundesligaspielern ein Tor © getty

Der Schalker Nationalspieler greift im Trainingslager Trainer Fred Rutten, Manager Andreas Müller und mehrere Mitspieler an.

Von Martin van de Flierdt

München - Beim FC Schalke ist die Zeit der klaren Worte angebrochen.

Hatte zunächst Gerald Asamoah im Trainingslager von Valencia gefordert, die Mannschaft brauche "mehr Arschlöcher", um Erfolg zu haben, so geht nun Jermaine Jones in die Vollen.

"Die Hinrunde war beschissen", sagt der Nationalspieler unumwunden und nennt auch Gründe dafür.

"In gewissen Situationen ist schon auf Namen geachtet worden", kritisiert er offen die Personalpolitik von Trainer Fred Rutten.

"Es reicht aber nicht, nur seine Nummer auf dem Feld spazieren zu tragen. Alle müssen sich den Arsch aufreißen. Wer nicht mitzieht, muss raus."

Einige Spieler hätten des Öfteren gegen die vereinbarten Regeln verstoßen und trotzdem gespielt.

"Zwei-Klassen-Gesellschaft"

"Hier ist viel zu viel durchgegangen", moniert Jones und nennt ein Beispiel. "Kevin Kuranyi ist mein Freund. Aber er kommt zu spät und spielt trotzdem. Wäre ein Asamoah zu spät gekommen, würde er bei den Amateuren spielen."

Es habe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gegeben, in der sich "die Nicht-Stammspieler verarscht fühlten". Prinzipiell gelte: Jeder auf Schalke ist ersetzbar.

Engelaar und Kuranyi kein Fall für erste Elf

Daher haben Kuranyi und Orlando Engelaar, die in der Vorbereitung bislang nur eingeschränkt bis gar nicht trainieren konnten, Jones zufolge in der Schalker Mannschaft zum Rückrundenstart auch nichts verloren: "Wer nicht fit ist, braucht auf dem Platz nicht rumzuturnen."

Beim 0:0 am Dienstag im Test gegen UD Levante waren weder Engelaar noch Kuranyi am Ball. (Schalke spielt 0:0)

Wenn beim DFB-Pokal-Achtelfinale in Jena Ende Januar wieder Kuranyi und nicht Halil Altintop oder Asamoah spiele, sei das "nicht fair".

Kein Verständnis für Müller

Auch Manager Andreas Müller bekommt sein Fett weg.

"Ich kapiere es nicht, dass du im Sommer noch einen Sechser holst", spielt der 27-Jährige auf die Verpflichtung Engelaars an, obwohl Jones mit Fabian Ernst in der Vorsaison eines der besten defensiven Mittelfeld-Duos der Liga gebildet hatte:

"Ich habe eher Bedarf gesehen, einen zu holen, der Kevin ersetzt."

Müller nimmt die Kritik gelassen. "Er hat den Frust rausgelassen, der sich 2008 angestaut hat", sagt der Manager. "Er hat außerhalb des Platzes so reagiert wie sonst auf dem Platz. Ich hänge das Thema nicht zu hoch."

Auch Schnusenberg für härteren Kurs

Grundsätzlich sieht Jones seinen Klub nun aber aller Kritik zum Trotz auf dem richtigen Weg. Auch weil Trainer Rutten den Kurs gewechselt habe. "Ich bin froh", sagt Jones, "dass er sich nun knallhart durchsetzt."

Mit der neuen "harten Welle" läuft Rutten auch bei Vorstandsboss Josef Schnusenberg offene Türen ein. "Nach Huub Stevens hatten wir keinen Trainer mehr, der auf Disziplin geachtet hat", meinte Schnusenberg in der "Sport Bild". "Kein Neubarth, kein Rangnick kein Slomka."

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