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Jermaine Jones (M.) schoss in 46 Bundesligaspielen für Schalke ein Tor © imago

Nach Jones' Brandrede versucht die S04-Führung den Ärger in Zaum zu halten. Eine DFB-Legende übt scharfe Kritik an den Schalkern.

Von Martin Hoffmann

München - Der kritische Rundumschlag von Jermaine Jones hat es demonstriert: Bei Schalke 04 brodelt es.

Doch die Verantwortlichen der "Königsblauen" bemühen sich einträchtig darum, den Deckel fest auf den Kessel zu pressen, bevor die Atmosphäre überkocht.

Der Tenor: Die Brandrede des Nationalspielers sei keine große Sache gewesen.

Dabei waren die von Jones erhobenen Vorwürfe schwerwiegend - es gab Kritik an der Einkaufspolitik und daran, dass Trainer Fred Rutten beim Kampf um die Stammplätze die großen Namen bevorzugt hätte (Rundumschlag von Jones).

"Haben das intern geregelt"

Manager Andreas Müller machte sich jedoch gleich daran, die Diskussion in Zaum zu halten.

"Wir haben das intern geregelt", erklärte er, das Thema sei für ihn "ganz schnell erledigt gewesen".

Einen öffentlichen Rüffel für Jones sparte sich Müller. Stattdessen zeigte er Verständnis für den Frustausbruch, den er als Überbleibsel der Vergangenheit deutet: "Das rührt doch alles aus 2008."

Die Botschaft ist klar: Das Team soll nach vorn schauen anstatt alte Querelen auszufechten.

Präsident hält sich bedeckt

Völlig bedeckt hält sich Präsident Josef Schnusenberg zum Thema. Am Rande des Trainingslagers in Betera erklärte er den Journalisten nur: "Ihr habt doch alles, habe ich doch alles gelesen." Und: "Alles im grünen Bereich."

Ähnlich schmallippig äußerte sich Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in der "Welt": "Wenn ich mich äußern würde, hätten wir ganz schnell eine Diskussion über die Disziplin in der Mannschaft."

Matthäus greift Müller und Rutten an

Genau die gibt es aber längst - und in der "Bild" hat sich darin auch Lothar Matthäus eingeschaltet 50798(DIASHOW: Lothar tut es schon wieder).

Der Rekordnationalspieler übte Kritik an Müller und Trainer Fred Rutten. Die beiden hätten keine Autorität mit der Aussortieung von Albert Streit, Carlos Grossmüller, Peter Lövenkrands und Gustavo Varela gewonnen.

"Im Gegenteil: Beide Seiten verlieren dabei", so Matthäus.

Rauswürfe sind "Aktionismus"

"Jetzt ist sogar in der Vorbereitung wieder alles kaputt", erklärt er: "Es ist mir zu einfach, vier Spieler rauszupicken und als Sündenböcke oder Stinkstiefel anzuprangern."

Für ihn wäre es "ein Wunder, wenn nach dem Aktionismus die Probleme gelöst sind".

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