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Rachegelüste: Markus Babbel stieg 2011 mit Hertha BSC Berlin in die Bundesliga auf © getty

Im Abstiegskrimi zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln spielt ausgerechnet Berlins Ex-Trainer das Zünglein an der Waage.

Köln/Berlin - Markus Babbel trägt die Hertha für immer auf der Haut, doch ausgerechnet der Berliner Ex-Trainer könnte die "alte Dame" endgültig aus dem Oberhaus vertreiben.

Im Fernduell mit dem 1. FC Köln um den Relegationsplatz kann der Tabellen-17. am Samstag keine Gnade vom Gast aus Hoffenheim erwarten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich will dort gewinnen, mit aller Macht", sagte 1899-Coach Babbel und wird damit zur größten Hoffnung der zwei Punkte vor Berlin liegenden Kölner. "Natürlich hoffen wir auf Hoffenheim", gesteht FC-Trainer Frank Schaefer.

So drohend wie der auf Babbels Oberarm tätowierte, Axt schwingende Wikinger, auf dessen Rücken die Hertha-Fahne flattert, wirkt der im Dezember 2011 nach einem Streit mit Manager Michael Preetz entlassene ehemalige England-Profi auf die Truppe von Otto Rehhagel.

"Ich werde meine Mannschaft heißmachen. Berlin wird kein normales Spiel. Der Verein wollte mich nicht mehr. Die Art und Weise machte es mir leicht, einen Cut zu ziehen", sagte Babbel.

Rehhagel entzaubert

Endgültig entzaubert ist auch Babbels Nach-Nachfolger Rehhagel. Der desolate Auftritt bei der 0:4-Pleite auf Schalke (NACHBERICHT: Hertha orientierungs- und sprachlos) lässt die "B.Z." in Berlin schon über "König Schrotto" spotten. 550061 (DIASHOW: Der 33. Spieltag)

Der 73-Jährige glänze noch nicht einmal mehr mit Goethe und Schiller, von rettenden Fußball-Weisheiten ganz zu schweigen.

Kämpferisch gibt sich dagegen Kölns Coach Schaefer.

Der Solbakken-Nachfolger, der laut Vizepräsident Toni Schumacher definitiv "nicht über das Saisonende hinaus weitermachen wird", erstickte die Fitness-Debatte nach dem Einbruch seiner Elf beim 1:4 in Freiburg im Keim:

"Wir müssen die absolute Gier und den absoluten Willen zeigen und nicht rumjammern. Die Mannschaft wird in der körperlichen Verfassung sein, ein gutes Spiel zu zeigen."

Köln erwartet keine Geschenke

Das wird auch nötig sein, schließlich ist der Champions-League-Finalist Bayern München zu Gast, die laut Schaefer "vielleicht beste Mannschaft Europas". Ähnlich wie Berlin können die Kölner von ihren Gästen keine Geschenke erwarten.

"Bayern wird uns nichts schenken", ist sich Schaefer sicher: "Ich kenne Jupp Heynckes, der wird sich seine Mannschaft für das Pokalfinale gegen Dortmund einspielen lassen."

Wie ein Pfeifen im Walde klingt da die Aussage des ehemaligen Bayern-Torhüters Michael Rensing: "Wir haben immer zu Hause einen rausgehauen, wenn keiner mit uns gerechnet hat. "

Köln: Stanislawski heißer Kandidat

Während Schaefer von seiner Mannschaft in dieser Woche erwartet, dass sie "positive Spannung" auflädt, laufen hinter den Kulissen die Planungen für die Zukunft auf Hochtouren.

Holger Stanislawski soll weiter ein heißer Kandidat für den Trainerposten sein und zeigte sich zuletzt auch nicht abgeneigt: "Ich glaube, dass der FC immer ein interessanter Verein ist."

Und allen Dementis zum Trotz bleibt der in Hannover scheidende Jörg Schmadtke ein Thema als zukünftiger Sportdirektor. "Schmadtke würde gut zu uns passen", sagte Schumacher im "Express".

Relegation gegen Düsseldorf droht

Erstes Ziel der Kölner bleibt aber der Klassenerhalt.

Dafür muss der FC aber nicht nur im Fernduell mit der Hertha die Nase vorn behalten, sondern anschließend auch noch den Dritten der Zweiten Liga in Schach halten.

Hier droht das rheinische Derby gegen Fortuna Düsseldorf. Und da kann dann auch Markus Babbel den "Geißböcken" nicht mehr helfen.