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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Lukas Podolski erzielte seit 2009 in 87 Spielen 33 Tore für den 1. FC Köln © getty

Nach wochenlangem Versteckspiel bestätigt der Nationalspieler den Abschied aus Köln. Wie erwartet zieht es Podolski nach England.

Köln - Die Spatzen haben es seit Wochen von den Dächern gepfiffen, jetzt zwitscherte es Lukas Podolski höchstpersönlich: "Hi Leute, ab der kommenden Saison werde ich beim FC Arsenal spielen", teilte der deutsche Fußball-Nationalspieler via Twitter mit und beendete damit die Hängepartie um seine Zukunft.

Ablösesumme liegt bei 13 Millionen Euro

Ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages beim Bundesligisten 1. FC Köln verlässt die Klub-Ikone den abstiegsgefährdeten Traditionsverein. Rund 13 Millionen Euro sollen die Geißböcke über den Verlust ihres Torjägers trösten.

"Dieser Wechsel gibt mir die Möglichkeit, auf internationaler Ebene in einem europäischen Top-Klub zu spielen. Ich habe mich nicht gegen den FC, sondern für diese tolle Chance in meiner sportlichen Laufbahn entschieden", ließ Podolski seine Fans wissen.

Und er stellte klar: "Die Entscheidung für diesen Schritt ist mir nicht leicht gefallen, da der 1. FC Köln, die Fans und die Stadt für mich etwas ganz Besonderes sind. Ich werde den FC immer in meinem Herzen tragen."

Arsenals Teammanger Arsene Wenger lobt den Neuzugang. "Er ist ein wichtiger Teil unserer Zukunft. Er ist ein Spitzenspieler mit großer Qualität im Torabschluss", wird der Franzose auf der Homepage der Gunners zitiert.

"Alle Kräfte bündeln"

Wie es in Köln ohne Podolski weiter gehen wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Im Fernduell mit Hertha BSC muss der FC zunächst am letzten Spieltag am Samstag im Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München den Relegationsplatz zu sichern, um dann im Duell gegen den Zweitliga-Dritten die Klasse zu halten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen) 551568 (DIASHOW: Tops und Flops 33. Spieltag)

Daran will Podolski noch einmal entscheidenden Anteil haben. "Wir müssen jetzt gemeinsam alle Kräfte bündeln und uns ausschließlich auf den Klassenerhalt konzentrieren", sagte der 95-malige Nationalspieler.

Horstmann bedauert Entscheidung

Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann bedauert den Verlust seines Starspielers: "Wir waren zu einem wettbewerbsfähigen Angebot bereit und hätten den Vertrag mit Lukas Podolski auf dieser Basis gerne verlängert."

Allerdings stellte Horstmann auch klar: "Die frühe Wechsel-Entscheidung gibt uns dennoch Planungssicherheit. Das ist gut so. Wir werden die Chance nutzen, den Transfererlös in die Qualität der Profi-Mannschaft sowie in die Nachwuchsförderung zu investieren."

"Poldi" trifft auf Mertesacker

Für Podolski, der in London unter Teammanager Arsene Wenger zusammen mit seinem Nationalmannschaftskollegen Per Mertesacker spielen wird, ist es der zweite Versuch, Fuß auf der großen Fußball-Bühne zu fassen.

Zwischen 2006 und 2009 spielte der gebürtige Pole bei Rekordmeister Bayern München, ohne dabei auch nur ansatzweise an seine teilweise überragenden Leistungen in der Nationalmannschaft anknüpfen zu können.

Die Rückkehr 2009 für zehn Millionen Euro nach Köln sahen viele Kritiker als Rückschritt an, zumal der FC in den drei Jahren nie die gesteckten Erwartungen erfüllen konnte.

Schlusstsrich unter Liebesbeziehung

Jetzt zieht Podolski nach insgesamt 180 Pflichtspielen (86 Tore) einen Schlussstrich unter seine Liebesbeziehung zum FC und startet einen neuen Anlauf.

Er hinterlässt einen Verein am Rande des Nervenzusammenbruchs, der sich ohne seine Star erst wieder neu finden muss und sagt goodbye. Oder wie es der Prinz twitterte: "Grüße, Poldi."

Podolski kam im Alter von zehn Jahren vom FC Bergheim in die Nachwuchsabteilung des 1. FC Köln. Mit 18 Jahren debütierte er in der Bundesliga für den 1. FC Köln (Saison 2003|2004).

Im Jahr 2004 nahm der Stürmer als deutscher Nationalspieler an der Europameisterschaft teil, 2006 an der Weltmeisterschaft. Zwischenzeitlich ist er 95-facher Nationalspieler mit insgesamt 43 Toren.