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Jan Schindelmeiser spielte lange Jahre in der Oberliga © imago

im zweiten teil des Sport1.de-Interviews spricht Jan Schindelmeiser über den Aussetzer von Carlos Eduardo und Timo Hildebrand.

Sport1.de: Haben Sie jemanden konkret im Blick?

Schindelmeiser: Den Ausfall von Vedad Ibisevic zu kompensieren, wird nach seiner exzellenten Hinrunde extrem schwierig. Aber wir sind gut orientiert und haben einen für uns interessanten Kreis an Spielern kontinuierlich im Blick. Jetzt müssen wir entscheiden, ob wir die Aktivitäten, die grundsätzlich für den Sommer geplant waren, punktuell vorziehen.

Sport1.de: Ibisevic stand gerade kurz vor der Vertragsverlängerung. Ändert sich durch die Verletzung etwas im Gesprächszeitplan?

Schindelmeiser: Grundsätzlich nicht. Sobald Vedad wieder den Kopf frei hat, werden wir die Gespräche fortsetzen.

Sport1.de: Nicht nur Ibisevic hat in der Hinrunde für Aufsehen gesorgt. Machen Sie sich Sorgen, dass neue Begehrlichkeiten anderer Klubs das interne Betriebsklima belasten könnten?

Schindelmeiser: Ich sehe das nicht als Problem, sondern als weitere Aufgabe, die wir neben vielen anderen auch zu lösen haben. Die Jungs haben bei uns fast alle langfristige Verträge, insofern sind wir auf der wirtschaftlichen Seite abgesichert. Begehrlichkeiten könnten sich erst ergeben, wenn es konkrete Angebote internationaler Klubs gibt.

Sport1.de: Ist das demnach nicht der Fall?

Schindelmeiser: Das ist zunächst einmal ein Konjunktiv. Wir sind bestrebt, die Mannschaft in dieser Konstellation zusammenzuhalten, und sind davon überzeugt, dass uns das gelingen wird. Die Jungs sind schlau genug zu wissen, was sie an uns haben und welche Voraussetzungen sie bei uns vorfinden, um sich weiterzuentwickeln.

Sport1.de: Sie haben mit Timo Hildebrand (Hildebrand hofft auf DFB-Comeback) erstmals einen international gestandenen Spieler verpflichtet. Was ändert sich durch ihn bei 1899?

Schindelmeiser: Gar nichts. Wir werden unserer Philosophie weiterhin treu bleiben, grundsätzlich junge Spieler zwischen 17 und 23 Jahren mit hoher Entwicklungsfähigkeit zu verpflichten. Es ist einfacher, sie nach unseren Vorstellungen zu formen, als einem älteren Spieler unsere Spieldee näherbringen zu wollen. Timo passt nicht in unser bekanntes Schema. Aber man muss seinen Fall differenziert betrachten.

Sport1.de: Inwiefern?

Schindelmeiser: Timo wollte unbedingt nach Deutschland zurück, wir konnten ihn ablösefrei im Winter bekommen. Er ist aus der Region und hatte unter Ralf Rangnick seine ersten Profieinsätze. Er hatte eine schwierige Zeit in Valencia und kommt auch nicht als Nationaltorhüter mit Stolz geschwellter Brust zu uns. Timo will wieder angreifen. Dies war eine besondere Konstellation, der wir Rechnung getragen haben. Einen anderen Spieler in diesem Alter hätten wir mit größter Wahrscheinlichkeit nicht verpflichtet. Insofern ist Timo eine Ausnahme. Wir sind froh, ihn für uns gewonnen zu haben.

Sport1.de: Im Test gegen den Hamburger SV ist Carlos Eduardo die Hand ausgerutscht (Schlägerei bei Testspiel) . Wie gehen Sie mit diesem Fall um?

Schindelmeiser: Die Diskussion darum müssen wir schnell beenden. Unabhängig von ihm gilt, dass man sich auch in einer hitzigen Situation unter Kontrolle halten muss und nicht zu unüberlegten Handlungen hinreißen lässt. Wenn so etwas passiert, wirken wir auf unsere Jungs ein. Wir geben ihnen eine klare Orientierung, was wir sehen wollen. Und vor allen Dingen, was wir nicht sehen wollen. >>Hier geht es zurück zum ersten Teil des Interviews

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