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Im direkten Konkurrenzkampf: Hamit Altintop (l.) und Bastian Schweinsteiger © imago

Der wiedergenesene Hamit Altintop gibt Vollgas und übt Druck aus. Trainer Jürgen Klinsmann registriert eine Neudefinierung.

Von Daniel Rathjen

München - Privat verstehen sich Bastian Schweinsteiger und Hamit Altintop exzellent.

Auf dem Feld sind sie jedoch knallharte Konkurrenten.

Der Kampf um die Plätze in der Stammelf des FC Bayern (der Kader) ist heiß - vor allem der Fight um die rechte Mittelfeldseite.

Die Vorzeichen sind klar: Der wiedergenesene Türke ist der Herausforderer. "Schweini" agierte in der Hinrunde konstant und gut.

Allerdings ist sein Vorsprung in der Vorbereitung geschmolzen. "Einige Spieler versuchen, in die Startelf zu kommen", hat Jürgen Klinsmann beobachtet.

"Grundgerüst steht"

"Das Grundgerüst steht zwar, weil die Spieler, die sich vor allem zum Ende der Hinrunde sehr stark positioniert haben, einen kleinen Bonus haben. Aber in jeder Vorbereitung findet eine kleine Neudefinierung statt", wird Klinsmann auf der Vereinshomepage zitiert.

Der Trainer macht keinen Hehl daraus, dass er darauf insbesondere achtet. "Da haben wir ein Auge drauf. Wir wollen sehen, wer richtig Feuer gibt."

Und Altintop brennt geradezu. Er wirkt wild entschlossen und lechzt nach einem halben Jahr Verletzungspause auf sein richtiges Comeback.

Altintop dreht auf

"Er drückt mächtig aufs Gaspedal", beschreibt Klinsmann die Attitüde des 26-Jährigen, der 2007 ablösefrei von Schalke 04 gekommen war (das Spielerporträt).

Schon bis zu seinem Mittelfußbruch im März 2008 hatte Altintop unter Coach Ottmar Hitzfeld gegenüber Schweinsteiger die Nase vorn.

Er überzeugte mit Technik, Tempo und Teamgeist. "Als ich verletzt war, konnte ich nichts machen. Jetzt sieht es anders aus", gibt sich der Rechtsfuß kämpferisch.

Schweinsteiger eher zentral

Altintop hat gute Chancen auf einen Platz auf der rechten Seite. Er schafft es häufiger bis zur Grundlinie und ist zweikampfstärker.

Schweinsteiger sieht sich eher als zentraler Mittelfeldspieler. "So wurde ich ausgebildet", behauptet er. Trotzdem hat er zuletzt seine Form gefunden und bestätigt.

Zudem verlängerte Bayern seinen Vertrag bis 2012. Ein klarer Beweis, dass der Rekordmeister langfristig auf ihn setzt.

Explosive Konstellation

"Der Konkurrenzkampf war vom ersten Tag an sehr lebendig", erkannte Klinsmann.

Den Trainer erfreut die Konstellation - er hat die Qual der Wahl. Schließlich sind auch noch Toni Kroos, Jose Sosa und Tim Borowski da.

Auch Daniel van Buyten und Christian Lell, der in den ersten drei Ligaspielen wegen einer Rotsperre seines direkten Rivalen, Massimo Oddo, zusätzliche Pluspunkte sammeln kann, kämpfen um ihre Chance.

Podolski wieder auf dem Rasen

Unterdessen macht auch die Genesung von Lukas Podolski Fortschritte.

Der Angreifer kehrte am Donnerstag auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße auf den Rasen zurück, musste sich aber noch mit einer leichten Einheit unter Aufsicht von Fitnesscoach Thomas Wilhelmi begnügen.

Podolski hatte das Trainingslager des deutschen Meisters wegen einer hartnäckigen Grippe verpasst.

Overath hat "gutes Gefühl"

Außerdem litt der 23-Jährige, der die Münchner zum Saisonende aller Voraussicht nach verlassen und zu seinem Ex-Klub 1. FC Köln zurückkehren wird ("Tendenz geht klar zu Köln"), an Rückenproblemen.

Neue Entwicklungen gibt es bei der "Rückholaktion" der "Geißböcke" nach den Verhandlungen in München noch nicht.

"Das macht Michael Meier mit Uli Hoeneß aus", sagte FC-Präsident Wolfgang Overath dem "Express" und verkündete, dass er ein ziemlich gutes Gefühl habe.

Eine Entscheidung wird definitiv Anfang der nächsten Woche fallen.

Besuch von der UEFA

Die Münchner hatten am Donnerstag außerdem hohen Besuch: Zwei Vertreter der UEFA führten eine unangemeldete Dopingkontrolle durch.

Acht Bayern-Profis wurden dafür bereits nach dem Vormittagstraining ausgelost.

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