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Jürgen L. Born ist seit 1999 Vorstandsboss bei Werder Bremen © getty

Nur Niederlagen in den Testspiele und auch neben dem Platz gibt es bei Werder Ärger. Bei Sport1.de bezieht Boss Born Stellung.

Von Tobias Schneider und Peter Schmieder

München/Bremen - Werder Bremen (Kader) wollte die Zeit eigentlich sinnvoll nutzen:

Nach einer weitgehend verkorksten Hinrunde, in der die Hanseaten nicht nur mit spielerischen Defiziten, sondern auch mit disziplinarischen Auffälligkeiten einiger Profis zu kämpfen hatten, sollte der Fokus im Trainingslager in Belek auf das Wesentliche gelegt werden.

Doch daraus wurde bislang nichts.

Alle drei Testspiele wurden in den Sand gesetzt, gegen Galatasaray flog ein wild schimpfender Torsten Frings gar mit Rot vom Platz.

Und am Sonntag wurde bekannt, dass Topstar Diego kurz nach der Rückkehr von der Polizei mit Alkohol am Steuer erwischt worden war.

Born: "Wollen diese Dinge ausmerzen"

"Ja, wir haben mit Disziplinlosigkeiten zu kämpfen", gibt Werders Vorstandschef Jürgen L. Born im Gesrpäch mit Sport1.de zu.

"Wir nehmen das sehr ernst und wollen diese Dinge auch ausmerzen. Die Rote Karte von Frings hat uns dabei nicht geholfen, wenngleich der Platzverweis lächerlich war."

Auch ihm letzten Test gegen Besiktas Istanbul (1:2) zeigte sich Werder nicht von seiner Schokoladenseite.

Wieder haderten die Hanseaten mit dem in der Tat schwachen einheimischen Schiedsrichter. Frings blieb diesmal ruhig, dafür motzte Manager Allofs wild drauflos: "Das war unwürdig. Seine Leistung war am Rande des Lächerlichen."

Verspielt Werder den guten Ruf?

Nachdem die Bremer schon am Ende der Hinrunde durch Diegos Würge-Attacke für negative Schlagzeilen gesorgt hatten, stellt sich erneut die Frage: Verspielen die Bremer ihren guten Ruf?

"Das sind Wellenbewegungen. Disziplinlosigkeiten gibt es auch in anderen Vereinen", versucht Born die Aufregung nicht überzubewerten, kann sich aber einen kleinen Seitenhieb auf den FC Bayern nicht verwehren:

"Zum Glück haben wir noch keinen Bus an die Wand gesetzt", sagte Born in Anspielung auf die Fahrkünste Franck Riberys. "Wobei ich diese Aktion durchaus witzig fand."

Trotzdem: Das Image der Norddeutschen hat durch die jüngsten Eskapaden seiner Angestellten gelitten.

"Unsere Stars erwarten eine besondere Behandlung"

"In den vergangenen Jahren haben wir uns nach oben gearbeitet. Daher tummeln sich in unserem Kader mittlerweile mehr Stars, die eine besondere Behandlung erwarten", geht Born auf Ursachenforschung.

Das Gefüge innerhalb der Mannschaft dürfe nicht durch einzelne Spieler aufgeweicht werden: "Wir müssen sehen, dass wir das Ruder wieder rumreißen - und zwar gemeinsam."

Schließlich besteht sportlich rund eine Woche vor dem richtungweisenden DFB-Pokalspiel bei Borussia Dortmund noch erheblicher Aufholbedarf.

"Wir wissen, dass wir stärker werden müssen", erklärt Trainer Thomas Schaaf. "Wer drei Spiele verliert, darf nicht zufrieden sein."

Diegos Probleme mit der Kälte

Kein Gehör fand der Coach aber offenbar bei Diego, der die Rückrundenvorbereitung offenbar nur mit gebremstem Ehrgeiz angeht.

Der 23-Jährige überfuhr in der Nacht zum Sonntag nicht nur mindestens eine rote Ampel, sondern hatte auch einen erhöhten Blutalkoholgehalt von 0,8 Promille. Diego droht nun ein einmonatiges Fahrverbot.

Born wollte öffentlich keine Kritik üben. "Ich habe von dem Vorfall nur beiläufig gehört und kann dazu nicht viel sagen", so Bremens Vorstands-Chef, der aber dennoch eine Erklärung parat hätte:

"In Bremen ist es sehr kalt, da muss man ab und zu mal einen Grog trinken."

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