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Nigel de Jong wechselte 2006 von Ajax Amsterdam an die Elbe © getty

Der Transfer des HSV-Profis zu Manchester City wird konkreter. Bei der Suche nach einem Nachfolger tauchen prominente Namen auf.

Von Dustin Werk

München - Seinen 53. Geburtstag am Freitag hatte sich Martin Jol sicher anders vorgestellt.

Denn das offene Werben von Manchester City um Nigel de Jong schlägt auf die Stimmung des HSV-Trainers.

"Das ist doch ein schönes Geschenk", sagte Jol ironisch.

Das "Geschenk" flatterte in Form eines rund 17 Millionen Euro hohen Angebots der Engländer ins Haus.

Hamburger Zwickmühle

Nun stecken die Hamburger in einer Zwickmühle. Sicherlich sind die City-Millionen ein willkommener Geldsegen, der sportlich wieder investiert werden kann.

Aber de Jong zählt zu den festen Größen im Team, der nicht so einfach zu ersetzen wäre.

Deshalb versuchen die HSV-Verantwortlichen, den Mittelfeldspieler zu einer Vertragsverlängerung über 2010 hinaus zu bewegen. Mündlich waren sich beide Seiten auch schon einig.

"Nun müssen wir die Entwicklung abwarten", erklärt Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, der angeblich 20 Millionen Euro Ablöse von Manchester City fordert.

Trotzdem dürften die "Rothosen" wohl weich werden, denn nach Ablauf dieser Saison könnte de Jong den Klub dank einer Ausstiegsklausel für nur zwei Millionen Euro verlassen.

"Einer der größten Klubs"

Der 24-Jährige liebäugelt ganz offen mit seinem Abgang. "Manchester City ist einer der größten Klubs in Europa, ein Kultverein in England, die planen große Sachen", sagte de Jong.

"Das höre ich mir jetzt an. Man sollte sich immer anhören, wenn einem ein anderer Klub ein Angebot macht. Und ich habe immer gesagt, dass ich andere Länder kennen lernen möchte."

In Manchester würde de Jong auf seinen ehemaligen HSV-Teamkollegen Vincent Kompany treffen, der im Sommer für rund acht Millionen Euro auf die Insel wechselte.

Der einzige Winter-Neuzugang der Citizens bis jetzt ist Wayne Bridge, der für rund elf Millionen Euro von Chelsea verpflichtet wurde. Nach Angaben der "Bild" könnte de Jong schon in Kürze als zweite Verstärkung hinzukommen.

Van Bommel zu teuer?

Daher ist die Suche nach einem Nachfolger bereits in vollem Gange. Schon zuvor genannt wurde Bayern-Kapitän Mark van Bommel, dem die angebotene Vertragsverlängerung in München für ein Jahr nicht schmeckt.

Martin Jol zeigt sich begeistert von seinem Landsmann. "Er ist eine Spielerpersönlichkeit und würde jeder Mannschaft helfen. Aber es ist unmöglich, ihn zu holen."

Seine Gehaltsanforderungen sprengen offenbar den HSV-Rahmen.

Zwei bekannte Namen und ein Niederländer

Alternativen sind der Hannoveraner Szabolcs Huszti und der bei Juventus unglückliche Ex-Schalker Christian Poulsen. Husztis Vertrag bei 96 endet im Sommer, der Ungar ist angeblich für zwei Millionen Euro im Winter zu haben.

Ganz so preisgünstig wäre der Däne Poulsen nicht. Für den Abräumer ruft Juve wohl bis zu zehn Millionen auf. Sein Einsatz und seine Härte würden das defensive Mittelfeld der Hanseaten aber sicherlich voran bringen.

Als weiterer Kandidat gilt Demy de Zeeuw vom AZ Alkmaar, an dem die Hamburger schon im vergangenen Sommer interessiert waren. Die Ablöse für den 25-Jährigen soll bei fünf Millionen Euro liegen.

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