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Von 1994 bis 2008 war Oliver Kahn der Keeper der Münchner Bayern © SPORT1

Die Karriere von Oliver Kahn stand bereits 2007 kurz vor dem Ende. Doch nun kann er seine neue Freizeit fast genießen.

Von Jessica Pulter

München - Oliver Kahns Karriere hätte schon im Oktober 2007 beendet sein können.

Das gab der ehemalige Torwart gut ein halbes Jahr nach seinem letzten Bundesligaspiel in einem Interview mit der "Abendzeitung" zu.

Denn seine damalige Ellenbogenverletzung war schwerwiegender als bisher bekannt war.

"Das war schon grenzwertig, was ich da gemacht habe", sagte Kahn. ad

Kritische OP-Situation

"Ich hatte zehn oder zwölf freie Gelenkkörper, es gab nur zwei oder drei Ärzte, die sich an diese Operation rangetraut hätten. Eine sehr kritische Situation."

Doch der "Titan" machte weiter, wurde mit dem FC Bayern noch mal Deutscher Meister sowie DFB-Pokalsieger und beendete so seine Karriere mit einem Höhepunkt.

"Ich wollte ja nicht fortgejagt oder ausgepfiffen werden, sondern nach 14 Jahren einen würdigen Abschied haben", erklärte der 39-Jährige.

"Als Profi bist du in einer ganz anderen Welt"

Acht Monate später genießt Oliver Kahn nun seinen Ausstieg aus dem Profi-Geschäft des Fußballs.

"Das Schönste ist: Ich muss nicht mehr jeden Tag meinen Körper quälen. Vor allem nicht derzeit bei so einem Wetter. Als Profi bist du in einer ganz anderen Welt, hast ständig im Kopf: Wann ist Training? Wann das nächste Spiel? Wie sind die Abläufe, die Termine?", beschrieb der Ex-Torwart die Hektik als Bayern-Profi.

Der Kick geht ihm ab

Kahn nimmt sich jetzt mehr Zeit für Waldläufe und das geliebte Golf-Spiel, auch wenn das kein richtiger Ersatz für einen Vollblut-Profi ist.

"Was einem abgeht, ist die Anspannung, das Adrenalin, der Kick vor besonderen Spielen", meinte der 86-fache Nationalspieler.

"Man muss sich vor dem Karriere-Ende als Sportler damit auseinandersetzen, dass so etwas nie wieder kommen wird. Also braucht es neue Herausforderungen, diese können aber jene Extreme nicht ersetzen."

"Die Jungs fehlen mir"

Auch wenn er jetzt mehr Zeit für andere Sportarten und Urlaub hat, ein bisschen Wehmut schwingt dennoch seiner Bundesliga-Zeit hinterher.

"Es ist weniger der Applaus der Zuschauer, als viel mehr der Zusammenhalt in der Gruppe", erklärte Kahn.

"Gemeinsam ein Ziel vor Augen zu haben, es dann womöglich zu erreichen, der Flachs in der Kabine - die Jungs fehlen mir."

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