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Martin Jol (r.) mit Mohamed Zidan während des HSV-Trainings © getty

Vor dem Spiel bei den Bayern sprach Sport1.de mit dem neuen HSV-Trainer Martin Jol über seinen Empfang und Rafael van der Vaart.

Von Martin Hoffmann

München - Direkt nach seiner Ankunft in Hamburg hat der neue HSV-Trainer Martin Jol das internationale Geschäft als Ziel ausgegeben.

Das war allerdings bevor Kapitän und Schlüsselspieler Rafael van der Vaart zu Real Madrid wechselte.

Der mühsame Pokalsieg (3:1) in Ingolstadt könnte ein erster Vorgeschmack darauf gewesen, welche Probleme auf die Hamburger ohne den kreativen Kopf im Mittelfeld zukommen könnten.

Mit dem FC Bayern München wartet am Freitag (ab 20 Uhr LIVE) auf Jol und sein Team gleich die erste Härteprüfung. Dann wird sich zeigen, wie die Hamburger den Abgang von "vdV" wirklich verkraftet haben.

Immerhin eine gute Nachricht ist von der Elbe zu vermelden. Während Bayern München gleich zum Auftakt auf sieben Spieler verzichten muss, sind beim HSV wohl alle Mann an Bord. Nur hinter Timothee Atouba steht wegen einer Magen-Darm-Grippe ein kleines Fragezeichen.

Sport1.de sprach mit dem Jol vor seiner Premiere über seinen Empfang in Hamburg, die Pflichterfüllung im Pokal und über einen möglichen Nachfolger von van der Vaart Nachfolger.

Sport1: Der HSV ist Ihre erste Station in Deutschland. Wie beurteilen Sie die Bundesliga nach Ihren ersten Eindrücken im Vergleich zum niederländischen und englischen Fußball?

Martin Jol: Das erste Bundesliga-Spiel steht ja noch bevor, bislang konnte ich nur Eindrücke von meiner eigenen Mannschaft sammeln. Aber die Bundesliga ist eine fantastische Liga, ohne Frage. Die Stadien sind immer voll, die Fans stehen hinter ihren Teams. Das habe ich hier in Hamburg auch schon gemerkt. Die Begeisterung ist an jeder Ecke spürbar. Neulich war ich mit unserem Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer im Auto unterwegs. Als wir an einer Ampel hielten, erkannte uns der Fahrer des Nebenautos, kurbelte seine Scheibe herunter und brüllte: 'Nur der HSV!'.

Sport1: Klingt doch schon bestens...

Jol: Ich freue mich wirklich sehr auf die Saison. Sie haben ja nach einem Vergleich zum englischen Fußball gefragt. Hierzulande wird ja oft vom englischen Fußball geschwärmt. In England ist es genau umgekehrt, da schwärmen die Leute vom deutschen Fußball. Der niederländische Fußball ist auch reizvoll, meistens sehr offensiv ausgerichtet. Aber die Liga hat international natürlich nicht so einen großen Stellenwert wie die deutsche oder englische.

Sport1: Hat Ihnen der Abgang von Rafael van der Vaart direkt die Stimmung verdorben oder wie gehen Sie damit um?

Jol: Wir atmen weiter. Rafael van der Vaart war ein wichtiger Spieler für den HSV, der in den vergangenen drei Jahren großen Anteil am Erfolg der Mannschaft hatte und sehr produktiv war. Das werden die Fans in Hamburg ihm auch nicht vergessen. Rafael wird immer hierher zurückkehren können und ein gern gesehener Gast sein. Aber wir müssen jetzt nach vorn blicken, seinen Verlust kompensieren. Die Mannschaft hat schon gezeigt, dass sie auch ohne van der Vaart Spiele gewinnen kann.

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