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Trotz aller Probleme war die Stimmung im Trainingslager meist gut © getty

Schock-Meldungen, maue Ergebnisse, angeschlagene Spieler: Die Vorbereitung läuft nicht gut für 1899. Trotzdem herrscht Optimismus.

Von Daniel Rathjen

München - Kurzfristig ist die Lage durchaus prekär.

Der Top-Torjäger Vedad Ibisevic fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus, die Leistungen in den Tests waren durchwachsen.

Zudem erlitt Chinedu Obasi einen Muskelfaserriss und Carlos Eduardo droht nach seiner Schlägerei mit Ivica Olic im Spiel gegen den Hamburger SV eine Sperre für den Rückrundenauftakt.

Im Trainingslager im spanischen La Manga musste 1899 Hoffenheim nach dem Raketenstart in der Bundesliga (Ergebnisse und Tabelle) die ersten herben Rückschläge der Saison einstecken.

Manager Jan Schindelmeiser zieht trotzdem ein positives Fazit des zehntägigen Aufenthaltes und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

"Nach dem Kreuzbandanriss von Vedad war die Stimmung anfangs etwas eingetrübt. Inzwischen ist sie wieder großem Optimismus gewichen. Vor allem die Jungen mussten wir fast bremsen", stellt er klar.

Manager-Vertrag bis 2014

Schindelmeiser steht ebenso wie Trainer Ralf Rangnick für den sportlichen Erfolg des Tabellenführers.

Klub-Mäzen Dietmar Hopp hat sich mit ihm deshalb bereits mündlich über eine vorzeitige Vertragsverlängerung geeinigt.

"Jan Schindelmeiser ist für uns eine Idealbesetzung", sagte der Software-Milliardär. Die Unterzeichnung des bis 2014 datierten Kontraktes sei nur noch Formsache, ergänzte Hopp.

Für den Manager selbst ist die eigene Situation derzeit zweitrangig. Priorität hat ganz klar die Suche nach einem Nachfolger für den schwer verletzten Ibisevic 55878(DIASHOW: Hoffenheim sucht den Superstar).

Kommt Gekas?

Als mögliche Ersatzleute werden der Leverkusener Theofanis Gekas (Spielerporträt) und der Berliner Marko Pantelic (Spielerporträt) gehandelt.

Allerdings passen die nicht ganz ins Anforderungsprofil, das Eigenschaften wie jung, entwicklungsfähig und sozial kompatibel aufweist.

"Wir hatten ja sowieso vor, im Sommer zwei, drei Veränderungen am Kader vorzunehmen. Jetzt ist es sehr wahrscheinlich, dass wir das eine oder andere vorziehen."

Ibisevic kämpferisch

Ibisevic, mit 18 Treffern Führender der Torschützenliste, wurde am Freitag in Heidelberg erfolgreich operiert. Der Bosnier, der bereits mit dem Rehatraining begonnen hat, wird für den Rest der Saison ausfallen.

Dennoch gibt sich der 24-Jährige kämpferisch. "Ich habe in meinem Leben schon ganz andere Herausforderungen gemeistert", sagte er.

"Die Verletzung war ein harter Schlag, aber ich bin sicher, dass ich es schaffen werde. Ich weiß, dass ich die Kraft dazu habe."

"Bomber" Müller skeptisch

Der Tor-Rekord von 40 Treffern in einer Saison ist jedenfalls in weiter Ferne.

Bayern-Bomber Gerd Müller, der das Kunststück in der Saison 1971/1972 schaffte, glaubt nicht daran, dass die Marke überhaupt geknackt wird. "Das schafft wohl niemand mehr", sagte Müller in der "Welt am Sonntag".

Der 63-jährige Müller hat zudem Zweifel, ob sich Ibisevic von der schweren Verletzung komplett erholen wird. "Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er wieder ganz der Alte werden kann, das ist ein langer Weg."

Versöhnlicher Abschluss

Ohne Ibisevic gewannen die Hoffenheimer immerhin ihren letzten Test in Spanien gegen den Schweizer Erstligisten FC Zürich durch Treffer von Selim Teber (26./55. Minute) sowie Matthias Jaissle (41.) mit 3:1.

"Dieses Ergebnis war ein versöhnlicher Abschluss des Trainingslagers", resümierte Rangnick.

Ein Plus hat der Coach zudem: Es existiert bereits ein Plan ohne Ibisevic. Vor der Saison war der Bosnier schließlich keinesfalls gesetzt, angesagt war eher ein Zweiersturm mit Demba Ba und Obasi.

Trotz der Rückschläge sieht Rangnick das Team für die Rückrunde gerüstet. "Die Spieler sind heiß und freuen sich, dass es am 31. Januar in unserem neuen Stadion 55311(DIASHOW: Hopps neuer Tempel) wieder losgeht."

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