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Lukas Podolski kommt auf die stattliche Quote von 31 Toren in 60 Länderspielen © imago

Lukas Podolski wechselt nach Köln. Doch Trainer Jürgen Klinsmann mahnt ihn zuvor zur vollen Konzentration auf den FCB.

Von Daniel Rathjen

München - Am Montagabend gewann der FC Bayern das Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern klar mit 2:0 (1:0).

Die Tore erzielten Luca Toni und Landon Donovan (der Spielbericht).

Am Morgen war der Transfer von Lukas Podolski endlich perfekt.

Die Rückkehr des Stürmers zum 1. FC Köln stand fest (zum Artikel).

Ab Sommer wird der 24-Jährige wieder für die "Geißböcke" auf Torejagd gehen - vorausgesetzt der FC bleibt in der Bundesliga.

"Es ist gut, dass die Spekulationen ein Ende haben und man sich jetzt voll auf die Rückrunde konzentrieren kann", ließ Podolski nach der Entscheidung verlauten.

Gedanken über Köln mache er sich nun zunächst keine mehr.

"Welche Rolle ich innerhalb der Mannschaft spielen werde oder welche Rückennummer ich bekomme, interessiert mich jetzt noch nicht ? ich konzentriere mich voll auf die Rückrunde beim FC Bayern."

Klinsmann ist genervt

Und die wird für ihn wohl alles andere als angenehm. Denn Bayern-Coach Jürgen Klinsmann ist genervt. Einerseits weil sich der "Poldi"-Poker elendig in die Länge zog.

Andererseits weil der Trainer am Charakter von Podolski verzweifelte. "Ich kann mich in die Spieler reindenken", behauptet er zwar immer wieder, doch mental war ihm der Stürmer zuletzt vollkommen entglitten.

"Es ist schade, weil ich weiß, was der Junge kann", räumt er ein. Ihn zum Bleiben zu bewegen und seinen Ehrgeiz herauszuforden war Klinsmanns "Herzensangelenheit".

Nur noch Stürmer Nummer vier

Trotzdem sind der FC Bayern und Podolski noch ein halbes Jahr aufeinander angewiesen.

Klar dürfte aber auch sein: Er spielt nur noch im Notfall. Miroslav Klose und Luca Toni sind gesetzt, Neuzugang Donovan ist Stürmer Nummer drei.

Und nur weil sich der US-Boy, der zunächst bis März von LA Galaxy ausgeliehen ist, noch beweisen muss, wurde Podolski wohl nicht schon in dieser Transferperiode abgegeben.

Wort ohne Gewicht

Beschweren darf sich Poldi aus Bayern-Sicht aber wohl nicht. Sein Wort hat kaum Gewicht mehr. Diese Situation ist wohl der Preis dafür, dass der Rekordmeister ihn überhaupt vorzeitig ziehen lässt.

Nach den aufwändigen Verhandlungen rückt das Sportliche wieder in den Vordergrund.

"Wir hoffen, dass sich Lukas dann auch ganz darauf konzentrieren kann", sagt Klinsmann auf Nachfrage von Sport1.de.

"Wir fordern volles Engagement"

"Da erwarten wir von ihm eine 1000-prozentige Einstellung für den FC Bayern und volles Engagement!", lautet seine unmissverständliche Forderung.

Wie wenig Vertrauen der Linksfuß bei dem Coach noch hat, und dass Klinsmann kaum mit Podolski plant, macht der Coach allerdings auch klar.

"Lukas wird es nicht einfach haben, weil Landon Donovan ohnehin jetzt schon vor ihm steht. Der ist fit und gibt hier richtig Feuer. Lukas hat in den letzten zweieinhalb Monaten nicht gespielt, kaum trainiert und war viel verletzt."

Vernichtendes Urteil

Im DSF legt Klinsmann noch nach: "Lukas hat versucht gegen die zwei Platzhirsche Toni und Klose anzutreten und kam nicht an ihnen vorbei.

Indirekt stellt er sogar Podolskis Qualität in Frage: "Auf allerhöchstem Niveau geht es ein bisschen rauer zu, da gibt es täglich Konkurrenzkämpfe. Wenn man dann die Chance im Spiel hat, muss man sie nutzen - er hat sie nicht genutzt."

Das letzte halbe Jahr bei Bayern - bringt "Poldi" dem Rekordmeister überhaupt noch etwas?

"Unsere Hoffnung ist, dass jetzt, da die Transferentscheidung gefallen ist, ihm das Auftrieb gibt. Wir stecken aber nicht im Kopf des Spielers, wir haben nur die Hoffnung", sagt Klinsmann.

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