Kölns Fans können sich über die Rückkehr des verlorenen Sohnes freuen. Doch für Podolski ist der Wechsel ein klarer Rückschritt.

Ein Aufatmen geht durch die Fußball-Republik: Endlich ist das monatelange Hin- und Her um Lukas Podolski beendet.

Die Kölner Fans können sich über die Rückkehr des verlorenen Sohnes freuen, die Bayern-Anhänger haben ein Dauerärgernis weniger.

Für den deutschen Fußball aber ist das kein guter Tag.

Denn mit dem Wechsel vom Rekordmeister zum letztjährigen Zweitligisten gibt Podolski auch fürs Erste den Anspruch auf, ein ganz Großer zu werden.

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"Warum soll ich einen Umweg über einen anderen Klub nehmen? Wayne Rooney ist auch direkt zu Manchester United gewechselt", hatte Podolski 2006 im Gespräch mit Sport1.de seine Entscheidung für den FC Bayern begründet.

Und weiter: "Wer gut ist, spielt am Ende auch bei Bayern."

Im Umkehrschluss bedeutet das: Podolski war bzw. ist nicht gut genug.

Das ist das bittere Fazit eines im Sommer dreijährigen Missverständnisses.

Das Traurige daran: Trotz seines überragenden Talents fehlt Podolski der Biss und der Willen, sich in der absoluten Weltspitze durchzusetzen.

Dass das möglich wäre, haben nicht zuletzt seine zahlreichen Gala-Vorstellungen in der deutschen Nationalmannschaft gezeigt.

Doch wer auf Dauer ganz nach oben will, muss sich auch in der Fremde gegen Widerstände durchsetzen wie Heimweh, Reservistendasein und Formprobleme.

Sonst wäre Jürgen Klinsmann immer beim VfB Stuttgart geblieben, Rudi Völler bei Kickers Offenbach und Michael Ballack beim FC Chemnitz - um nur einige Beispiele zu nennen.

Es ist ja nachvollziehbar, dass Podolski nach den schlechten Erfahrungen fern der Heimat nicht nach Rom, Marseille, London oder auch Hamburg wechseln wollte.

Aber sportlich wäre der Rückschritt etwa in Leverkusen, Schalke oder Dortmund nicht ganz so krass gewesen wie bei den Kölnern, die seit 1992 nicht mehr im UEFA-Cup gespielt haben. Und er hätte dennoch wieder im geliebten Rheinland leben können.

So aber wird aus dem 1. FC Köln nun der "1. FC Podolski" - und damit der Erfolgsdruck, dem der Nationalspieler bei Bayern nicht gewachsen war, nicht eben kleiner. Eher im Gegenteil.

Für Podolski spricht immerhin die Tatsache, dass es im Leben wichtigere Dinge als Erfolg gibt.

Nur wird man mit dieser Einstellung weder Deutscher Meister noch Weltmeister.

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