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Michael Meier arbeitet seit Dezember 2005 als Manager für den 1. FC Köln © imago

Kölns Manager Michael Meier ist überzeugt, dass Lukas Podolski dem Team enorm helfen wird. Auch dem Druck werde er standhalten.

Von Matthias Becker

München - Wenn Michael Meier in einigen Jahren einmal auf sein Wirken als Manager des 1. FC Köln zurückblickt, dürfte der 19. Januar 2009 in seinen Erinnerungen einen besonderen Platz einnehmen.

Es ist der Tag, an dem Meier den Kölner Fans die Rückkehr von Lukas Podolski beschert hat (Podolski-Rückkehr perfekt).

Während sich die lokalen Medien von Superlativ zu Superlativ hangeln und sogar der Kölner Oberbürgermeister die Heimkehr des verlorenen Sohnes feiert, ist Meier vor allem froh, dass der Transfer über die Bühne ist.

Der 59-Jährige spricht im Interview mit Sport1.de zudem darüber, was der Transfer für den 1. FC Köln bedeutet und ob er auch Unruhe in die Mannschaft bringen könnte. Auch die Erwartungen an "Poldi" sind ein Thema.ad

Sport1.de: Herr Meier, der Wechsel von Lukas Podolski ist perfekt: Wie groß ist die Erleichterung bei Ihnen?

Michael Meier: Es war für alle drei Parteien wichtig, dass wir vor Rückrundenstart zu einer finalen Entscheidung gekommen sind. Wir haben dem Medienhype standgehalten und haben ein vernünftiges Ergebnis erzielt. Lukas kann sich jetzt voll auf das halbe Jahr bei den Bayern konzentrieren und ihnen helfen. Und die Bayern haben letztendlich auch eine Personalie vom Tisch und noch ein halbes Jahr einen motivierten Spieler.

Sport1.de: Wie groß ist die Bedeutung dieses Transfers für den 1. FC Köln? Die örtlichen Medien überbieten sich ja mit Superlativen.

Meier: Ich sehe das unter dem sportlichen Aspekt: Der 1. FC Köln bekommt einen 60-fachen deutschen Nationalspieler, der in unserer Jugend groß geworden ist. Bei allem Glanz, den der 1. FC Köln ausstrahlt, sind wir doch noch ein Bundesliga-Aufsteiger. Da ist es für uns eine Auszeichnung, dass Lukas, bei all der Konkurrenz, sich für den 1. FC Köln entschieden hat.

Sport1.de: Weshalb kam es Ihrer Ansicht nach zu dieser Entscheidung?

Meier: Podolski glaubt, hier eine vernünftige Basis zu haben, um über die Spielpraxis wieder zu dem Spieler zu werden, den wir alle gerne sehen.

Sport1.de: Lukas Podolski sagte, er sei nach den Gesprächen mit Ihnen vollkommen vom Kölner Konzept überzeugt worden. Was beinhaltet dieses Konzept?

Meier: Dieses Gespräch sollte zwischen uns bleiben. Wenn er sich hat überzeugen lassen, dann wird dieses Konzept die Entwicklungsmöglichkeiten des 1. FC Köln umrissen haben. Weiter möchte ich aber nicht darauf eingehen.

Sport1.de: Könnte sich der 1. FC Köln an diesem großen Transfer auch verheben?

Meier: Ich glaube, dass wir in der Vergangenheit nachgewiesen haben, dass wir sehr verantwortungsvoll mit dem 1.FC Köln und dem Aufbau einer Mannschaft umgehen. Wir hatten auch in den letzten Jahren eine glückliche Hand bei unseren Transfers.

Sport1.de: Könnte die Rückkehr von Lukas Podolski zu Problemen innerhalb der Mannschaft führen? Immerhin dürfte er das Gehaltsgefüge ja ordentlich durcheinander bringen.

Meier: Das wurde diskutiert, aber von diesem Transfer werden alle profitieren, nicht nur der Verein, sondern auch jeder Spieler. Es wäre zu kurz gesprungen, wenn einer sagt: "Der verdient mehr als ich, also kann ich meine Arbeit einstellen". Lukas Podolski ist ein Spieler der sehr mannschaftsdienlich agiert.

Sport1.de: Wie groß ist die Gefahr, dass die Erwartungen, die Podolski nun erfüllen muss, zu groß sind?

Meier: Natürlich gibt es eine große Erwartungshaltung an ihn. Aber er ist in der Zeit in München ja nicht stehen geblieben, sondern hat sich weiterentwickelt. Er hat in seinem jungen Fußballerleben schon viele Drucksituationen überstanden, gerade in der Nationalmannschaft. Er kann das als Persönlichkeit durchaus meistern.

Sport1.de: Wird denn der weiter anwachsende Medienhype die Mannschaft stören?

Meier: Das war mit ein Grund, weshalb wir das Thema für uns jetzt beenden wollten, damit wir uns wieder auf die Dinge konzentrieren können, die die Realität bedeuten. Und das ist im Moment die Vorbereitung auf die Rückrunde.

Sport1.de: Nun haben Sie in Ihrer Mannschaft momentan ja auch noch andere Problemzonen. Planen Sie weitere personelle Veränderungen, möglicherweise noch in der Winterpause?

Meier: Nein, zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

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