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Franck Ribery (l.) kam 2007 für eine Ablöse von zirka 25 Millionen Euro aus Marseille © imago

In Abu Dhabi gerieten Ribery und Klinsmann aneinander. Als der Coach einen Zweikampf nicht unterbindet, ist Ribery gekränkt.

Von Mathias Frohnapfel

München - Bisher war Franck Ribery der hofierte und vom FC Bayern für unverkäuflich erklärte Mittelfeldzauberer.

Doch jetzt gab es zum ersten Mal einen ernstzunehmenden Zwist zwischen dem Franzosen und den Bayern.

Der Vorfall, bei dem Trainer Jürgen Klinsmann und sein Superstar keineswegs einer Meinung waren, liegt allerdings schon einige Tage zurück. ad

Ärger um Trainingsspiel

Beim Geheimtraining in Abu Dhabi am 11. Januar fungierte Klinsmann bei einem Übungsspielchen als Schiedsrichter.

Eine Attacke auf den Vizeweltmeister ahndete er aber nicht, wie die "Bild" berichtet.

Ribery schmollte

Daraufhin habe der 25-Jährige zuerst protestiert. Klinsmanns Reaktion: Ribery hätte eben eher den Ball passen sollen.

Der Franzose soll sich danach schmollend seines Schuhwerks entledigt und auf die Bank gesetzt haben.

Klinsmann: "Es gab keinen Streit"

Laut "Bild" habe Ribery erst weitergespielt, nachdem neben Klinsmann auch Verteidiger Philipp Lahm und Kapitän Mark van Bommel auf den Ballvirtuose eingeredet hätten.

Klinsmann selbst sagte auf den Zwischenfall angesprochen: "Es gab keinen Streit, sondern nur eine Diskussion über eine Schiedsrichter-Entscheidung im Trainingsspiel. Nach zwei Minuten Diskussion und dem Übergang zu einer anderen Spielform lief es dann ganz normal weiter."

Extratour mit dem Bus

Mittlerweile sind die Münchner seit gut einer Woche in Deutschland zurück, haben bereits mehrere Testspiele erfolgreich bestritten (Donovan empfiehlt sich gegen Lautern)

Allerdings: Im Trainingslager im Wüstenstaat Dubai eckte Ribery auch ein anderes Mal an. Im Wortsinn. Zwei Tage vor dem Zwist im Geheimtraining hatte sich der Franzose ans Steuer des Bayern-Busses gesetzt und fuhr eine Runde vorm FCB-Luxushotel. Dabei gingen zwei Hotel-Schilder zu Bruch, der Bus setzte zudem auf dem Bordstein auf. 52991 (Die Bilder: Busfahrer Ribery)

Schock für Kollegen

Ein Lausbubenstreich war das nicht. Mannschaftskollege Tim Borowski sagte: "Einen kleinen Schock hatten wir schon."

Die Bayern mussten sich um den entstandenen Schaden kümmern, auch das Hotel-Management war nicht erfreut, schließlich besitzt Ribery keinen Bus-Führerschein. Bayern-Manager Uli Hoeneß dürfte die Disziplinlosigkeit gewiss ebenso geärgert haben.

Dennoch gingen die Münchner nachsichtig mit ihrem Star um, verziehen ihm die Extratour.

Schelte von Rummenigge

Einen Rüffel hatte Franck Ribery schon Anfang Januar kassiert, weil er immer wieder Stars aus Frankreich als mögliche Verstärkungen ins Gespräch gebracht hatte.

Karl-Heinz Rummenigge meinte: "Ich empfinde es als nicht förderlich, wenn Spieler ihre Forderungen in der Öffentlichkeit stellen. Das habe ich Franck auch gesagt."

Wie lange bleibt der Franzose?

Um so mehr dürfte es die Bosse des Rekordmeisters schmerzen, dass sich Franck Ribery aktuell nicht klar zu seinem bis 2011 laufenden Vertrag bekennt.

Zwar fühle er sich wohl in München, so der Dribbler, doch er wolle nichts ausschließen. "Ich bin offen für alles. Im Fußball weiß man nie, was passiert."

Jürgen Klinsmann bemüht sich derweil allen Spekulationen vorab vorzubeugen. "Franck steht bis 2011 bei uns unter Vertrag und wird vorher auf keinen Fall wechseln", betonte der Bayern-Trainer erst kürzlich.

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