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Lukas Podolski (l.) erzielte in 58 Bundesligapartie für die Bayern 12 Tore © imago

Der Stürmer wehrt sich gegen die Vorwürfe Jürgen Klinsmanns. Pierre Littbarski und Günter Netzer stellen sich hinter "Poldi".

München - Lukas Podolski sieht seinen Wechsel von Bayern München zum 1. FC Köln nicht als Rückschritt an.

Der Nationalspieler erhält vom langjährigen FC-Kapitän Pierre Littbarski Rückendeckung.

"Bei Ralf Rangnick haben sich auch einige gewundert, als er nach seiner Zeit bei Schalke in die Regionalliga zu Hoffenheim wechselte. Jetzt steht er auf Platz eins. Viele sehen im 1. FC Köln einen Absteiger. Doch da werden sich noch einige wundern", sagte der 23-jährige Podolski in "Sport Bild".ad

"Poldi" stolz auf Double

Podolski, der am 1. Juli für zehn Millionen Euro nach Köln zurückkehrt, sieht sich beim deutschen Rekordmeister auch nicht als gescheitert an.

"Das sehe ich überhaupt nicht so. Ich bin Deutscher Meister und Pokalsieger geworden. Für meine Entwicklung war es eine große Erfahrung, beim FC Bayern zu spielen", erklärte er.

Littbarski zog indes Parallelen zu seiner aktiven Karriere. "Ich hoffe, er macht dieselben Erfahrungen wie ich damals, für mich war das eine Riesensache."

Littbarski hofft auf Schub

Denn: "Du kommst in die Kabine und siehst bei der Mannschaftsbesprechung endlich wieder deinen Namen an der Tafel, das hat mir nach der schweren Zeit in Frankreich einen echten Schub gegeben", sagte der 48-jährige Littbarski dem "Kölner Express".

Der Weltmeister von 1990 war 1987 nach einem Kurzgastspiel bei Racing Club Paris zu den Geißböcken zurückgekehrt, wobei er sogar einen Teil der Ablösesumme aus eigener Tasche mitfinanziert hatte.

"Ich habe genug gearbeitet"

Unterdessen widersprach Podolski seinem Trainer Jürgen Klinsmann, der dem Angreifer vorgeworfen hatte, seine Chancen nicht konsequent genutzt zu haben.

Er habe immer "alles gegeben und immer versucht, das Beste aus meiner Situation zu machen", verdeutlichte "Poldi". Auch dass er im Training nicht genug gearbeitet habe, "das sehe ich nicht so".

Bayern hat Vertragsklausel

Seine Rückkehr nach Köln sei nicht nur eine "Herzensangelegenheit" gewesen, es habe auch "überzeugende sportliche Argumente" gegeben, meinte Podolski.

Trainer Christoph Daum und Manager Michael Meier "wollen den Verein nach vorne bringen. Das passt, denn auch ich will in meiner Karriere weiterkommen."

Sollte dies in Köln nicht klappen und Podolski den FC wieder verlassen, hat sich der FC Bayern angeblich eine Vertragsklausel zusichern lassen. Laut "Sport Bild" würde der deutsche Meister bei einem Verkauf des Nationalspielers mitkassieren.

"Wir sind nicht von vorgestern. Würde Köln Podolski tatsächlich verkaufen, sitzt Bayern bei der Ablöse mit im Boot", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge.

Littbarski, zurzeit Trainer des Liechtensteiner Klubs FC Vaduz, warnt allerdings "Prinz Poldi" in Bezug auf das kommende halbe Jahr beim FC Bayern.

Schwieriges Halbjahr droht

"Wenn ich Trainer wäre - ich weiß nicht, ob ich einen Spieler aufstellen würde, der eh geht. Im schlimmsten Fall sitzt er noch einen halbes Jahr auf der Bank."

Klinsmann hatte bereits deutlich gemacht, dass Podolski zunächst nur Stürmer Nummer vier beim Titelverteidiger ist.

Seine Meinung bezüglich Podolskis Rückkehr hat auch Ex-Nationalspieler Günter Netzer geändert.

"Die Rückkehr zum FC ist die richtige Entscheidung für alle Parteien, besonders für Poldi. Er holt sich sein Glück und seine Zufriedenheit zurück", äußerte der Europameister von 1972 und WM-Titelträger von 1974.

Er hatte zunächst die Entscheidung des 60-maligen Nationalstürmers ebenfalls als Rückschritt bezeichnet.

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