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Der eine geht jetzt, der andere geht nach Saisonende: Nigel de Jong und Ivica Olic (r.) © getty

Der Hamburger SV verliert nach Rafael van der Vaart einen weiteren Mittelfeldspieler und kassiert eine Rekord-Ablöse.

München/Hamburg - Der Wechsel des niederländischen Nationalspielers Nigel de Jong vom Hamburger SV zu Manchester City ist perfekt.

Wie der Tabellenelfte in England am Mittwochabend auf der klubeigenen Internetseite vermeldete, hat der 24-Jährige nach der erfolgreich durchlaufenen sportmedizinischen Untersuchung einen Vertrag über viereinhalb Jahre unterschrieben.

Nachdem sich die beiden Klubs bereits Ende der vergangenen Woche geeinigt hatten, hat auch der Profi sein Ja-Wort gegeben.

Einigung am Dienstagabend

Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, soll sich de Jongs Berater Rodger Linse am späten Dienstagabend eine Einigung mit den Verantwortlichen der Engländer erzielt haben.

Am Mittwochmorgen reiste de Jong nach England, um den Gesundheitscheck zu absolvieren und den Vertrag zu unterschreiben.

Am Dienstag saß er beim 3:0-Testspielsieg des HSV gegen Hansa Rostock noch auf der Ersatzbank der Rothosen.

Vereinsinterne Rekord-Ablöse

Die Ablöse für den defensiven Mittelfeldspieler soll rund 19,5 Millionen Euro liegen. Für den HSV wäre dies ein Rekord-Betrag.

So schmerzlich de Jongs Abgang sportlich ist, so sehr lohnt sich der Verkauf für die Hamburger finanziell. Im Januar 2006 war er für gerade einmal 1,5 Millionen Euro vom niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam zu den Hanseaten gewechselt.

Nur beim Verkauf von Owen Hargreaves, der 2007 für 25 Millionen Euro von den Bayern zu Manchester United gewechselt war, hatte ein Bundesligist mehr Geld für den Transfer eines Spielers erhalten.

Unglaubliches Jahresgehalt

ManCity-Besitzer Scheich Mansour bin Zayed al Nayan aus Abu Dhabi soll bereit sein, de Jong ein Jahresgehalt von rund 4,5 Millionen Euro zu zahlen.

"Manchester City ist einer der größten Klubs in Europa, ein Kultverein in England", sagte de Jong über den Elften der Premier League.

Nach der laufenden Saison hätte de Jong die Hamburger gemäß seines bis 2010 laufenden Kontraktes für rund zwei Millionen Euro verlassen können.

Mannschaft im Umbau

Im Sommer vergangenen Jahres hatten die Hamburger de Jongs Landsmann Rafael van der Vaart angeblich 13 Millionen Euro plus eine Erfolgsbeteiligung von zwei Millionen Euro erhalten.

Der HSV investierte die Einnahmen und die neun Millionen Euro, die man durch den Verkauf von Vincent Kompany (ebenfalls zu Manchester City) erzielt hatte, umgehend in die Mannschaft.

Für Mladen Petric, Marcell Jansen, Alex Silva und Thiago Neves gab man insgesamt 27 Millionen Euro aus. Durch die de-Jong-Ablöse wird nun wohl die nächste Shoppingtour und ein möglicher zweiter großer Umbau des Kaders beginnen.

Ersatz aus Belgien, Holland oder Italien

Trainer Martin Jol und Sportchef Dietmar Beiersdorfer müssen die Mannschaft erneut auf einer Schlüsselposition verändern. Viel Zeit bleibt nicht.

Bereits am kommenden Dienstag geht es im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen 1860 München. Drei Tage später empfängt der Tabellenvierte zum Auftakt der Rückrunde den FC Bayern München, bevor am 31. Januar dann die Transferperiode endet.

Als Nachfolger für de Jong werden laut Berichten Hamburger Medien Demy de Zeeuw (AZ Alkmaar), Steven Defour (Standard Lüttich), Lucas Rodrigo Biglia (RSC Anderlecht), Stephen M'Bia (Stade Rennes) und Christian Poulsen (Juventus Turin) gehandelt. 57631(DIASHOW: Vier Abräumer und ein Knipser)

HSV vor Jovanovic-Transfer

Für Ivica Olic, der im Sommer ablösefrei zum FC Bayern wechselt, sucht der HSV ebenfalls Ersatz.

Wunschkandidat soll angeblich der serbische Angreifer Milan Jovanovic von Standard Lüttich sein.

"Der HSV ist der Verein, wo er sich sehen könnte", sagte Jovanovic-Berater Thorsten Weck dem "Hamburger Abendblatt".

Die Ablösesumme soll bei sieben Millionen Euro liegen.

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