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Thomas Schaaf tüftelt seit bald zehn Jahren an Werders Entwicklung © getty

Thomas Schaaf steht vor seiner zehnten Saison als Coach von Werder Bremen. Bei Sport1.de spricht er über Bremer Ziele und Visionen.

Von Martin van de Flierdt

München/Bremen - Seit fünf Jahren ist Werder Bremen Stammgast in der Champions League. Auch vor der neuen Saison streben die Hanseaten den Einzug in die "Königsklasse" an - mindestens.

Seit 2004 ging das Team von der Weser bei der Titelvergabe leer aus, doch das darf sich gerne ändern. Vor dem Saisonauftakt bei "Angstgegner" Arminia Bielefeld (Sa., ab 15 Uhr LIVE ) spricht der 47-Jährige über seine Visionen, die Problematik um Spielmacher Diego und das vermeintliche Sturmproblem.

Sport1: Herr Schaaf, Im kommenden Mai werden Sie zehn Jahre als Werders Cheftrainer vollmachen. Was bedeutet Ihnen das?

Thomas Schaaf: Zunächst mal bringt es eine Erkenntnis: Die Zeit rennt unheimlich schnell dahin. Ich kann es eigentlich kaum glauben, dass es schon zehn Jahre sein sollen. Aber das zeigt, wieviel Spaß es mir macht bei Werder zu arbeiten. Wir hatten Erfolg und möchten diesen Weg gerne fortsetzen.

Sport1: Welche Visionen, die Sie bei Amtsantritt hatten, haben Sie verwirklichen können, und welche Ziele sind noch offen?

Schaaf:Wir wollten Werder wieder zurück bringen in das internationale Geschäft, an erfolgreiche Zeiten anknüpfen, besondere Abende schaffen in den europäischen Wettbewerben. Die Voraussetzung dafür ist, in der Bundesliga oben dabei zu sein. Das ist uns nun über einen längeren Zeitraum gelungen. Natürlich möchte man nach 2004 auch mal wieder etwas in der Hand halten.

Sport1: Die Saisonvorbereitung geht zu Ende. Inwiefern lief sie nach Ihren Vorstellungen, welche Schwierigkeiten gab es?

Schaaf: Insgesamt hatten wir eine gute Vorbereitung. Allerdings mit den mittlerweile üblichen Schwierigkeiten durch Spieler, die wegen der EM oder WM-Qualifikationsspielen zu unterschiedlichen Terminen wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen sind. Und durch die Olympischen Spiele standen uns Diego und Dusko Tosic nicht zur Verfügung. Aber die Mannschaft hat gut gearbeitet.

Sport1: Beim Meisterschaftskonkurrenten Bayern München ist unter Jürgen Klinsmann alles neu. Ist bei Ihnen alles wie gehabt, oder haben Sie Details der Saisonvorbereitung erneuert bzw. verändert?

Schaaf: Wir sind konstant und konsequent unseren Weg weiter gegangen. Natürlich gibt es auch bei uns immer wieder Veränderungen, die in die tägliche Arbeit einfließen, allerdings ohne dass wir daraus ein großes Thema machen.

Sport1: Werder hat im Fall der Olympia-Abstellung von Diego und Tosic einen zurückhaltenden, den Spielern entgegenkommenden Kurs eingeschlagen. Welche Reaktion versprechen Sie sich von den beiden nach Ihrer Rückkehr?

Schaaf: Ich bin überzeugt, dass beide sich voll für Werder einbringen und gute Leistungen zeigen werden.

Sport1: Zum Bundesliga-Auftakt müssen Sie ohne die beiden und Per Mertesacker auskommen. Inwieweit lässt sich diese Schwächung kompensieren?

Schaaf: In der vergangenen Saison mussten wir immer wieder Spieler ersetzen. Das hat zwar weh getan, aber man hat auch gesehen, dass sich andere Spieler in diesen Situationen sehr gut beweisen konnten.

Sport1: Zuletzt übernahm Aaron Hunt Diegos Position. Sehen Sie ihn perspektivisch dauerhaft eher im Mittelfeld als im Sturm?

Schaaf: Eines vorweg: Aaron soll nicht Diegos Position ausfüllen oder übernehmen, er soll so spielen wie Aaron. Er kann tatsächlich beide Positionen spielen. Es ist wichtig sich das offen zu halten, wenn man die Fähigkeiten dazu hat.

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